3G-Pflicht am Arbeitsplatz
Das sagen die Lavanttaler Unternehmer

Von links: Susanne Stempfer, Klaus Penz, Peter Storfer, Michaela Taferner
5Bilder
  • Von links: Susanne Stempfer, Klaus Penz, Peter Storfer, Michaela Taferner
  • hochgeladen von Daniel Polsinger

Die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz kommt. Wir haben vier Lavanttaler Unternehmer nach ihrer Meinung gefragt.

LAVANTTAL. In Italien wurde sie bereits eingeführt und hat zu einem sprunghaften Anstieg der Impfzahlen geführt. Die Rede ist von der verpflichtenden 3G-Regel am Arbeitsplatz. Wer weder genesen, geimpft noch negativ getestet ist, kann dabei vom Arbeitgeber ohne Bezahlung nach Hause geschickt werden. Auch Kündigungen sind bei Weigerung möglich. Angesichts der positiven Auswirkungen, die diese Regelung auf die Impfquote in Italien hätte, wird eine ähnliche Richtlinie nun auch in Österreich eingeführt. Die Reaktionen der Unternehmer aus dem Lavanttal fallen gemischt aus. Einige haben die 3G-Regel bereits eingeführt, andere stehen einer eventuellen Einführung neutral gegenüber. Doch auch Gegner finden sich – sie wollen den zusätzlichen Kontrollaufwand nicht mittragen.

Michaela Taferner, Geschäftsführerin der Dachdeckerei Joham Taferner
  • Michaela Taferner, Geschäftsführerin der Dachdeckerei Joham Taferner
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Daniel Polsinger

„Würde nichts ändern“

Beim Dachdecker- und Spenglereibetrieb Joham Taferner mit Sitz in Maria Rojach sieht man einer verpflichtenden 3G-Regel am Arbeitsplatz gelassen entgegen. Geschäftsführerin Michaela Taferner: „Von unseren acht Mitarbeitern sind sechs bereits zweifach geimpft und zwei genesen, daher würde eine solche Regelung für uns nichts ändern. Die Mitarbeiter haben sich aus freien Stücken impfen lassen, wir haben da keinerlei Druck gemacht.“

Wie ist Ihre Meinung zum verpflichtenden 3G-Nachweis am Arbeitsplatz?

Kein Weg vorbei

Das Thema Covid-Impfung sieht die Unternehmerin pragmatisch: „Wenn wir in Zukunft wieder aktiv am Leben teilhaben wollen, wird an der Impfung wohl kein Weg vorbeiführen. In der Vergangenheit waren die Leute froh darüber, dass es für Krankheiten Impfungen gegeben hat. Wer fragt denn etwa bei der Zeckenimpfung, was in dem Impfstoff drin ist? Meiner Meinung nach liegt es in der Verantwortung jedes Einzelnen, seinen Teil dazu beizutragen, dass wir wieder zur Normalität zurückkehren können.“

Tischlermeister Klaus Penz

Nicht praxistauglich

Kritischer sieht das der Wolfsberger Tischlermeister Klaus Penz: „Wenn einer meiner Mitarbeiter im Krankenstand ist, habe ich nicht einmal das Recht, nach seinem Leiden zu fragen. Und jetzt sollte ich auf einmal hochsensible Gesundheitsdaten von ihnen einholen?“ Penz bezeichnet sich selbst als Impfbefürworter und freut sich, auf die Vernunft seiner Mitarbeiter zählen zu können. Doch dass er als Unternehmer eine Kontrollfunktion übernehmen sollte, sieht er nicht ein: „Wir leben in einer Pandemie und deren Bekämpfung ist wichtig, allerdings schiebt der Staat die unangenehmen Dinge wieder einmal an uns Unternehmer ab und brüstet sich dann mit den Erfolgsmeldungen.“ Wie die 3G-Regel in er Praxis funktionieren sollte, fragt sich der erfahrene Unternehmer ebenso: „Wenn die Mitarbeiter am Montagmorgen auswärts auf Montage fahren, zum Beispiel nach Wien, müsste man erstmal einmal eine Testmöglichkeit vor Ort finden. Wie soll das gehen?“, fragt er sich.

Peter Storfer, Geschäftsführer der Knusperstube
  • Peter Storfer, Geschäftsführer der Knusperstube
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Daniel Polsinger

Klare Linie

Peter Storfer beschäftigt in seiner Unternehmensgruppe, der u.a. die Knusperstube und die WS Elektromanagement GmbH angehören, rund 100 Mitarbeiter. Er sieht einer verpflichtenden 3G-Regel gelassen entgegen: „Damit hätte man dann wenigstens eine klare Linie. Firmenintern haben wir bereits die Regelung, dass sich ungeimpfte und nicht bereits genesene Mitarbeiter einmal pro Woche testen lassen. Wer auch das nicht will, der muss am Arbeitsplatz eine FFP2-Maske tragen, wobei der Anteil dieser Mitarbeiter verschwindend gering ist. Etwa 70 Prozent der Belegschaft ist bereits doppelt geimpft. Sollte nun eine verpflichtende 3G-Regelung kommen, werden wir uns der Situation anpassen.“

„Können nicht zusperren“

Der zusätzliche Kontrollaufwand schreckt Storfer nicht ab: „Wenn ich mir ausmale, was es für ein Aufwand wäre, wenn aufgrund von Infektionen plötzlich zehn oder 15 Mitarbeiter zugleich ausfallen, dann nehme ich lieber die Kontrollen in Kauf. Schließlich müssen wir jeden Tag produzieren und liefern und können nicht einfach einmal eine Woche zusperren.“

Susanne Stempfer, Geschäftsführerin von Elektrotechnik Mahkovec
  • Susanne Stempfer, Geschäftsführerin von Elektrotechnik Mahkovec
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Daniel Polsinger

3G bereits in Kraft

Bei Elektrotechnik Mahkovec in St. Paul wurde die 3G-Regel bereits eingeführt. Nicht geimpfte Personen müssen nachweislich in geregelten Abständen Testnachweise vorlegen, außerdem müssen diese beim Verlassen des Arbeitsplatzes eine FFP2-Maske tragen. Kontrolliert wird stichprobenartig. „Natürlich ist diese Regelung eine Herausforderung, jedoch ist es mir schon sehr wichtig, einen Ausfall von mehreren Personen in der Firma aufgrund einer Erkrankung von Covid-19 zu vermeiden, da dies für das Unternehmen für die Abwicklung unserer Aufträge fatal wäre“, meint Geschäftsführerin Susanne Stempfer, die 145 Mitarbeiter beschäftigt.

Anzeige
Erleben Sie ein gemütliches Dinner und aufregenden Spielspaß im Casino Velden.
1 3 Aktion 2

Gewinnspiel
Dinner & Casino im Casino Velden genießen

Genießen Sie ein köstliches Abendessen und versuchen Sie anschließend Ihr Glück bei einem spannenden Spiel im Casino. VELDEN. 
Der Dinner & Casino Gutschein ist das ideale Geschenk für einen rundum perfekten Casino-Abend bei einem romantischen Candle Light Dinner mit außerordentlicher Kulinarik und spannendem Spiel.

 Das Dinner & Casino Package bietet Ihnen um 69 Euro pro Person: Ein exklusives 4-gängiges MenüBegrüßungsjetons im Wert von 20 EuroEin prickelndes Glas Sekt, Orangensaft oder...

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?

Werde Regionaut!

Jetzt registrieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen