Steirische Rieslinge: Ein „Pirat“ siegte

Die rieslinge am Stoppelfeld.
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Mit einem unerwarteten Ergebnis endete in Leutschach eine steirische Riesling-Verkostung, die der Autor und Hobbywinzer Ernst Bieber in seiner „Bibamus-Hube“ organisierte. 26 noch verfügbare Rieslinge vom Jahrgang 2012 stellten sich in verdeckter Kost einer sechsköpfigen fachkundigen Jury.

Nur knapp 70 der mehr als 4000 Hektar steirischen Weinflächen sind mit der „Königsklasse“ beim Weißwein, mit dem Riesling, bepflanzt. Österreichweit bedecken Rieslingreben fast 1900 Hektar. In der Steiermark ist der Riesling also eine Rarität, die idealsten Böden für die kleinbeerige Sorte bieten die Schieferlagen rund um Kitzeck und den Demmerkogel. Dass steirischer Riesling dennoch nicht unterschätzt werden darf, zeigen zwei Beispiele: 2012 eroberte das Weingut Felberjörgl mit dem Riesling Höchleitn den Bundessieg im „Weinsalon“. Und 2013 sorgte Gerhard Wohlmuth aus Fresing mit seinem Riesling Edelschuh 2012 bei einer „Falstaff“-Verkostung für Furore und tolle Bewertungen.

Da die Sorte eine gewisse Reifezeit benötigt, wurde die private Riesling-Probe mit dem Jahrgang 2012 erst zum Jahreswechsel 2013/14 angesetzt. Das hatte den Nachteil, dass einige interessante Weine (so z. B. der aktuelle Landessieger vom Landesweingut Silberberg) schon ausgetrunken waren.

Das Bewertungs-Kollegium bestand aus den Topwinzern Roland Repolusk sowie Egon und Heidi Lamprecht ,ferner aus den Hauben-Wirten Andreas und Christian Abel („Wirtshaus am Käsehof“) und dem deutschstämmigen Riesling-Kenner Karlheinz Zapf aus Eichberg. Bewertet wurde nach dem internationalen 20-Punkte-System.

Ein einziges Mal wurde von einem Juror die Höchstnote 20 vergeben. Wobei die anderen Verkoster diese Probe ebenfalls eindrucksvoll würdigten: zwei Mal 19, zwei Mal 18,5 und einmal 18 Punkte. Der Siegerwein erzielte im Schnitt 18,83 Punkte. So sehr er die Koster ins Schwärmen brachte, so groß war hinterher ihre Enttäuschung. Denn es war in der Kollektion der einzige Riesling, der nicht aus der Steiermark stammte. Es war, wie es im Kosterjargon heißt, ein „Pirat“, wie er manchmal in Verkostungen geschmuggelt wird. Der Wein stammte vom Wiener Heurigenwirt Karl Lentner, war Finalist der Wiener Landesweinbewertung und kostet 9 Euro ab Hof.
Den zweiten Rang eroberte der grandiose Höchleitn 2012 vom erwähnten Weingut Felberjörgl (10 €). Dritter wurde der Riesling Kaiseregg von Franz Strablegg-Leitner aus Eichberg (9 €). Der „Urgestein“ von Dietmar Kappel vom Kitzeck wurde Vierter (12 €), und der „Classic“ von Herbert Germuth aus Glanz Fünfter (5,50 €).

Autor:

Waltraud Fischer aus Leibnitz

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