Das Thema entzweit: Weiterhin blauer Dunst in Lokalen erlaubt

In den heimischen Gastzimmern darf aufgrund eines Entscheids der künftigen schwarz-blauen Koalition weiter blauer Dunst aufsteigen.
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Für eine Überraschung sorgten die Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ. Das noch von der ÖVP-SPÖ-Koalition beschlossene allgemeine gänzliche Rauchverbot in der Gastronomie, das mit 1. Mai 2018 in Kraft treten hätte sollen, kommt so nun doch nicht. Das von der FPÖ gegebene Wahlversprechen, das Gastronomie-Rauchverbot bei einer Regierungsbeteiligung noch zu Fall zu bringen, will die schwarz-blaue Regierung einlösen.

Aus für Rauchverbot

Es ist und war kein Geheimnis, dass Wirte und Trafikanten keine Freude mit einem allgemeinen Rauchverbot in der Gastronomie haben, weil sie dadurch Umsatzeinbußen befürchten. Vertreter der Gastronomie sehen im totalen Rauchverbot in der Gastronomie sogar eine Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes, weil Spitäler oder Bahnhöfe Raucherbereiche einrichten dürfen, Gastwirte aber nicht.

Heiße Diskussion

Nun laufen jedoch viele allerdings Sturm gegen das Aus für ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie. Eine Initiative sammelt unter www.openpetition.eu/at/petition/online/wir-fordern-oevp-und-fpoe-auf-das-nichtrauchergesetz-muss-bleiben Unterschriften, damit die ÖVP-FPÖ-Regierungskoalition das Nichtrauchergesetz in Österreich auch wie geplant mit 1. Mai 2018 umsetzen soll.

Rauchkultur in Gastronomie

"Dass in Speiserestaurants nicht geraucht wird, ist ja keine Frage. Aber es gehört zu unserer Kultur, im Café eine Zigarette oder Zigarre zum Kaffee zu rauchen. Stammgäste von kleineren Gasthäusern und Barbetrieben sowie die Kleingastronomie hätte ein allgemeines Rauchverbot hart getroffen, weil Gastronomen und Trafikanten dadurch Umsatzrückgänge zu befürchten hätten", meint Josef Zefferer, Landesgremialobmann der steirischen Tabaktrafikanten, der für die Beibehaltung und bloße Nachschärfung der geltenden Regelung ist.

Freie Wahl für Gäste

Aber wie kommentiert ein südsteirischer Gastronom wie Karl Wiedner, der in Lebring-St. Margarethen das Steirercafé Wiedner betreibt, das Aus fürs Rauchverbot?
"Wir leben in unserem Kaffeehaus gut mit der geltenden Regelung und haben keine großen Probleme mit der Trennung von Raucher- und Nichtraucherbereichen. Ich bin ein Befürworter, was ÖVP und FPÖ ausgehandelt haben", meint Wiedner, der Spartenobmann-Stellvertreter der Gastronomie in der WKO Steiermark ist. Er verweist auf Bayern, wo das Rauchverbot kleineren Gastronomiebetrieben, Cafés und Bars starke Umsatzeinbußen beschert habe. Keine Diskussion ist für ihn die Rauchfreiheit in Speiselokalen.
"Raucher und Nichtraucher halten sich wohl die Waage. Jeder hat die freie Wahl, in ein Raucher- oder Nichtraucherlokal zu gehen. Für die Masse wird das kein Problem sein. Es lässt sich vernünftig damit leben, in einem abgetrennten Raucherbereich andere nicht zu stören", betont Wiedner.

Andere Meinung

„Es hat sich bewährt, dass wir sind seit eineinhalb Jahren rauchfrei sind. Das danken mir Gäste und Mitarbeiter“, so Wolfgang Edler vom Landhaus Oswald in Unterbergla (Marktgemeinde Groß Sankt Florian). „Ich finde es schade und nicht gut, wenn Rauchen in der Gastronomie erlaubt bleibt, weil es nur um politische Ziele und Interessen, aber nicht um die Gesundheit geht. „Beim Mitarbeiterschutz gibt es für uns Extremhürden, aber, dass der beste Schutz vor Passivrauchen, ein absolutes Rauchverbot, nicht kommt, ist skandalös“, meint Gastwirt Wolfgang Edler.

Von Heribert Kindermann

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