Junge Bauern am Zug

Die jungen Bauern und Bäurerinnen begutachteten auch den Pumpenraum des Seggauberger Hochbehälters.	Barbic
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Jungbauerntreffen in Leibnitz macht Wasser, Gülle und mehr zu brisanten Themen.

Rund 30 junge Bauern und Bäuerinnen fanden sich zum von der Leibnitzer Bezirksbauernkammer initiierten Jungbauerntreffen im Wasserwerk Leibnitzerfeld in Leibnitz ein, das rund 4.500 Haushalte mit Trinkwasser versorgt. Einmal mehr ging es dabei um das Grundwasser und seine Gefährdung durch Nitrateinträge. Jedoch Bauern und Wasserversorger sehen sich als Partner.

Heißes Thema
Als „heißes Thema“, bezeichnete Bezirksbauernkammerobmann Josef Kowald die Problematik rund ums Grundwasser, und er sieht in den Schongebietsverordnungen ein „enges Korsett“ für die Bauern. Und so werde auch „hart diskutiert“ zwischen ihm und dem Geschäftsführer des Wasserwerkes, Franz Greiner, jedoch bei „guter Gesprächskultur“. Kowald betonte dabei die Wichtigkeit der Maiskultur, die ein großer Stickstoffverbraucher sei, wobei da die Düngung mit Gülle wesentlich sei. Zur kommenden neuen Schongebietsverordnung sieht Kowald entsprechendes Verhandlungspotenzial, um die Interessen der Landwirtschaft einzubringen. Dabei spricht er sich für eine Gülleausbringung nicht nur im Frühjahr, sondern auch im Herbst – auf Getreide und Raps – aus.
Für eine „Koexistenz“ zwischen Wasserversorger und Bauern zugunsten eines sauberen Trinkwassers, sprach sich Greiner aus, und betonte, dass gesetzliche Vorgaben „eingehalten werden müssen“. Bei Nitratwerten über der Norm „gibt es keine Trinkwasserlieferung mehr“. Trotz vielem Verständnis für die Bauern kritisierte er die „wenigen, die sich nicht an die gesetzlichen Bestimmungen bei der Düngung halten“.
Dazu wurde an die Möglichkeiten gezielter Düngung auf Grund von Bodenuntersuchungen, Gülleanalysen bis hin zu Güllevermessungen erinnert. Eine Stickstoffbilanzierung über einen Zeitraum von fünf Jahren regte dabei Greiner an. Angesprochen wurde auch die Bekämpfung des Maiswurzelbohrers, wobei Pflanzenschutzberater Martin Rechberger erklärte, dass dabei an einer gezielten Fruchtfolge „kein Weg vorbeiführt“. Dazu passte auch der Vermerk des Umweltberaters Markus Grabler, an „Rückbesinnung auf das bäuerliche Kreislaufdenken“.
Die jungen Leute beteiligten sich intensiv an der Diskussion der aufgeworfenen Probleme, wobei auch die Meinung vertreten wurde, den Bauern gebühre eine Entschädigung in den Wasserschongebieten. Dazu erinnerte Greiner jedoch an das „Verursacherprinzip“, wonach es eine solche nicht geben könne. Und: „Der Grundwasserkörper muss gesichert sein“, stellte er dazu klar. Jedoch sehen sich Greiner und Kowald „als Partner“, wenn auch mit verschiedenen Interessen. Jörg Kaplaner vom Wasserwerk erläuterte technische Einrichtungen hier in Leibnitz wie auch jene beim Kurzbesuch des Brunnens Kaindorf 3 und des Hochbehälters Seggauberg.

34 junge Bauern
Abschließend freute sich Kowald über 34 junge Bauern im Bezirk Leibnitz, die jüngst ihre elterliche Landwirtschaft übernommen hätten. Dabei betonte er einmal mehr, dass „die jungen Leute Bauern sein wollen“ – aber es müsse alles getan werden, „dass sie auch Bauern bleiben können“.

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