Mehr Kohlmeisen in unseren Gärten

Die Kohlmeise ist im Höhenflug als häufigster österreichischer Gartenvogel im Winter.
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  • Die Kohlmeise ist im Höhenflug als häufigster österreichischer Gartenvogel im Winter.
  • Foto: Hannah Assil
  • hochgeladen von Waltraud Fischer

Es ist einfach bezaubernd, wenn am Futterhäuschen reges Treiben herrscht und Kohlmeisen und Co. in der ruhigsten Zeit des Jahres mit ihrem Besuch erfreuen.
Bei der diesjährigen Wintervogelzählung rund um das Dreikönigswochenende fliegt die Kohlmeise als häufigster beobachteter Vogel auf Rang eins. Die Bestandsentwicklung der Amsel zeigt nach Jahren der Erholung einen Einbruch um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Grünfink lässt aufgrund seiner Parasitenerkrankung weiterhin Federn und taucht nur noch halb so häufig in den heimischen Gärten auf als noch vor sieben Jahren. Diese Ergebnisse lieferten 10.124 Teilnehmer, die ihre Sichtungen von insgesamt 262.671 Vögeln an die Vogelschutzorganisation BirdLife meldeten. Das ist eine respektable Steigerung an Teilnehmern gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent. Im Durchschnitt waren das 37 Vögel pro Beobachtung.

Höhenflug der Siegerarten

Die Kohlmeise flog wie in allen Jahren zuvor, außer dem vergangenen, am häufigsten in die heimischen Gärten. In neun von zehn Gärten wurden durchschnittlich 5,5 Individuen gesichtet. „Die Kohlmeise ist Österreichs häufigster Gartenvogel im Winter“, weiß Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich. „Sie ist extrem anpassungsfähig und fühlt sich sowohl im Wald, als auch in Gärten, Parks und sogar im innerstädtischen Bereich wohl.“
Haus- und Feldsperling kürten sich zu den zweit- und dritthäufigsten Vogelarten in Österreichs Gärten bei der diesjährigen Wintervogelzählung. Jeweils knapp unter 30.000 Exemplare (Haussperling: 29.222, Feldsperling: 28.086) wurden von den Beobachtern gemeldet. Damit ist die Bestandsentwicklung der beiden Sperlingsarten auf demselben Niveau wie in den Jahren zuvor.

Amsel im Sinkflug

Der Winterbestand der Amsel nahm im Vergleich zum Vorjahr deutlich, um 20 Prozent, ab. „Dieser Einbruch könnte einerseits durch einen neuerlichen Ausbruch des Usutu-Virus, der bereits zu Beginn der 2000er Jahre zu einem Amselsterben führte, zu erklären sein“, so Wichmann. Pathologische Untersuchen der Veterinärmedizinischen Universität Wien deuteten im Vorfeld der Wintervogelzählung darauf hin. „Er könnte andererseits auch im schlechten Bruterfolg des vergangenen Jahres, ausgelöst durch große Trockenheit im Frühsommer, seine Ursache haben.“ Fest steht: Wurde die Amsel 2017 durchschnittlich noch in neun von zehn Gärten (89,2 Prozent) angetroffen, sank der Wert heuer auf nicht ganz acht von zehn Gärten (77,8 Prozent), wobei auch jeweils weniger Vögel anwesend waren (2018: durchschnittlich 3,4 Amseln versus 4,3 im Jahr 2017).

Grünfink im Sturzflug

„Ernste Probleme hat der Grünfink!“, berichtet Ornithologe Wichmann: „Er hat seit 2013 mit der Parasitenerkrankung Trichomoniasis zu kämpfen, die für die betroffenen Vögel tödlich endet. Das zeigt auch unsere Datenauswertung: In Summe wurden heuer weniger als die Hälfte an Grünfinken in den heimischen Gärten beobachtet als noch 2011 (2011: 3,7 Vögel pro Garten zu 2018: 1,6).

Rekordbeteiligung

Erfreulich ist, mit den Teilnehmerzahlen bei der Stunde der Wintervögel 2018 ging es auch dieses Jahr deutlich nach oben. 10.124 Teilnehmer, die ihre Sichtungen aus 7.140 Gärten und Parks an BirdLife Österreich gemeldet haben, machen den Rekordwert aus. „Wir sind stolz, gegenüber dem Vorjahr 1.301 Teilnehmer mehr für unsere Wintervogelzählung gewonnen zu haben, das ist eine Steigerung um 15 Prozent!“ Im Durchschnitt waren es 37 Vögel pro Garten. Gábor Wichmann: „Das ist etwas weniger als der langjährige Schnitt, jedoch innerhalb der Schwankungsbreite.“ Zudem seien weniger Vögel aus dem Norden nach Österreich eingeflogen, was mit der milden Witterung dort und der damit einhergehenden guten Nahrungsverfügbarkeit zusammenhänge.

Mehr Details online

„Wer noch mehr Details zur Vogelwelt in seiner Region wissen möchte, kann sich online informieren!“, rät Gábor Wichmann. Die Ergebnisse nach Bundesland und Region unterschieden sind online zu finden unter: http://www.stunde-der-wintervoegel.at
Um über die Jahre weitere Erkenntnisse über Österreichs Wintervögel zu gewinnen, bleibt die Vogelzählung fixer Bestandteil des BirdLife-Programms. So sicher wie das Neue Jahr kommt auch die nächste „Stunde der Wintervögel“ rund um den Dreikönigstag 2019, dann bereits zum zehnten Mal!

Die Steirer sichteten dieses Jahr durchschnittlich 44 Vögel pro Garten, das entspricht dem Durchschnitt der vergangenen Jahre und liegt leicht über dem Vorjahr (2017: 43 Vögel pro Garten). Auf Platz eins lag in der Steiermark die Kohlmeise, gefolgt vom Feldsperling auf Platz zwei und dem Haussperling auf Platz drei. Diese drei Arten sind seit Beginn der Stunde der Wintervögel vor acht Jahren in variabler Reihenfolge die Siegervögel.

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