KulturWeingut Kästenburg
Nach Brand: „Ich bleibe Herzblutwirtin mitten auf der Weinstraße“

Herzblutwirtin Ilse Jakopé (r.) mit Tochter Lisa-Maria, Sohn Jakob-Josef und Gatte Werner sowie Seelentröster Hund Luzzy.
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  • Herzblutwirtin Ilse Jakopé (r.) mit Tochter Lisa-Maria, Sohn Jakob-Josef und Gatte Werner sowie Seelentröster Hund Luzzy.
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Nach dem Brand auf dem KulturWeingut Kästenburg geht es für Wirtin Ilse Jakopé gemeinsam mit ihrer Familie auch dank der unglaublichen Hilfsbereitschaft vieler Freunde und Nachbarn unverzüglich an den Wiederaufbau. Schon am Samstag, den 18. Juli ab 12 Uhr, werden auf der Kästenburg wieder Gäste bewirtet.

RATSCH/EHRENHAUSEN AN DER WEINSTRASSE. Der Schock nach dem Brand am Dienstag dieser Woche sitzt tief, doch die große Hilfsbereitschaft und das unglaubliche Mitgefühl geben der Kästenburg-Wirtin Ilse Jakopé und ihrer Familie enorm viel Kraft. Was sich am besagten Tag abgespielt hat, ist kaum in Worte zu fassen: „Wir waren gerade in der Küche mit Vorbereitungen beschäftigt, denn der Dienstag ist bei uns einer der stärksten Wochentage und plötzlich schrie unsere Puztzfrau: Es brennt! Wir selber haben gar nichts bemerkt. Und um 11:42 Uhr ging der Alarm los“, erzählt Ilse Jakopé auf ihrem geliebten Weinhügel unterm Nussbaum und blickt auf die Brandruine. „Mehr als 100 Feuerwehrleute von neun Feuerwehren waren innerhalb kürzester Zeit vor Ort und standen hochprofessionell im Einsatz. Sie versuchten zu retten was zu retten ist. Dafür bin ich unendlich dankbar. Mein Mann und meine Tochter waren mitten im Geschehen, denn sie sind auch bei der Feuerwehr. Auch das Bundesheer packte mit an. Bis zwei Uhr morgens wurde Feuerwache gehalten und mit der Wärmebildkamera nach Glutnestern gesucht“, spricht Ilse Jakopé von unvorstellbaren Szenen, die sich am Hof abspielten und an einen Film erinnern: „Man muss ich einmal vorstellen: Die Sonne strahlte vom blauen Himmel und ich stand fassungslos am Hügel und musste mitansehen wie unser Stammhaus bis auf die Grundmauern ruiniert wurde. Vier Gästezimmer brannten komplett aus und das Herzstück, die Stube aus dem Jahre 1638, wurde schwerstens beschädigt.“ Dennoch als großes Glück bezeichnet Ilse Jakopé den Umstand, dass keine Person verletzt wurde und die Flammen nicht auf die anderen Gebäude übergriffen: „Unsere Gäste waren an diesem Tag abgereist und es befanden sich keine Besucher bei uns." 

Vier Gästezimmer wurden komplett vernichtet.
  • Vier Gästezimmer wurden komplett vernichtet.
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Technischer Defekt

Die Brandursachenermittlungen durch Beamte des Landeskriminalamtes und einem Sachverständigen der Landesstelle für Brandverhütung ist mittlerweile abgeschlossen und ergab, dass der Brand durch eine schadhafte Fritteuse seinen Ausgang genommen hat. Durch einen Defekt bei der Schalteinrichtung kam es zu einer Überhitzung des in der Fritteuse befindlichen Speiseöls, wodurch dieses entzündet wurde. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Hunderttausend Euro und kann noch nicht genau beziffert werden.

Wie Phönix aus der Asche

Nach der ersten Schockstarre und vielen Tränen, hat Ilse Jakopé den Blick wieder nach vorne gerichtet. Die Hilfsbereitschaft zahlreicher Nachbarn, Freunde und Bekannter ist enorm. Nicht zuletzt dank dieser Welle der Hilfsbereitschaft ist sich Jakopé sicher: „Wir werden zurückkommen – Wie Phönix aus der Asche. Es ist wirklich schön zu sehen, wie die Menschen hier in der Südsteiermark zusammenstehen. Ich bleibe Herzblutwirtin mitten auf der Weinstraße.“

Ilse Jakopé:
„Erst heuer im Frühjahr habe ich für meine Gäste einen persönlichen ‚Wein-Deckel‘ zum Abdecken des Weinglases kreiert, auf dem geschrieben steht: ‚Lebensfreude einschenken‘.“

Ilse Jakopé: "Ich danke allen Menschen ganz herzlich für die große Hilfsbereitschaft."
  • Ilse Jakopé: "Ich danke allen Menschen ganz herzlich für die große Hilfsbereitschaft."
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Am Wochenende wieder Betrieb

Schon am Samstag, den 18. Juli ab 12 Uhr, werden auf der Kästenburg, auf dem höchsten Punkt der Südsteiermark gelegen und seit jeher ein beliebtes Ausflugsziel, wieder Gäste bewirtet. Zu trinken gibt es Wein, Sekt und feine Brände. Die Speisekarte fällt vorerst natürlich ein bisschen kleiner aus als gewohnt. Was aber garantiert nicht auf der Karte fehlt, sind die beliebten Mehlspeisen der Wirtin und ein guter Kaffee dazu. Ab 16 Uhr geht‘s auf dem KulturWeingut Kästenburg sogar schon wieder musikalisch mit Livemusik rund. Überhaupt lohnt es sich in den kommenden Wochen und Monaten auf den Veranstaltungskalender der Kästenburg zu schauen. „Viele befreundete Künstler haben sich bei uns gemeldet, und gefragt, ob sie uns mit einem Auftritt helfen können. Diese Angebote nehmen wir gerne an“, freut sich Jakopé.
Inständig hofft die Wirtin auch darauf, dass sie gemeinsam mit der Versicherung rasch alle notwenigen Formalitäten klären kann. „Denn auch das wäre eine wichtige Hilfe auf dem Weg zurück in die Normalität, so Ilse Jakopé.

Ilse Jakopé:
„Zuerst Corona und dann das. Meine Außendienstmitarbeiter, die bereits seit 25 Jahren bei uns sind, hatten Kurzarbeit. Ich möchte sie aber unbedingt behalten und bezahlen können. Deshalb ist es mir lieber, wenn ich wieder für meine Gäste da sein kann, Gespräche führe und mich nicht daheim verkrieche. Momentan habe ich es lieber, wenn mich jemand in den Arm nimmt und sagt, trink‘ ma was. Außerdem feiern wir heuer 65 Jahre Südsteirische Weinstraße.“

Nach dem verherrenden Brand hat auch der Starkregen von Donnerstag auf Freitag der historischen Stube stark zugesetzt.
  • Nach dem verherrenden Brand hat auch der Starkregen von Donnerstag auf Freitag der historischen Stube stark zugesetzt.
  • Foto: Waltraud Fischer
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Zum 60-Jahr-Jubiläum "Südsteirische Weinstraße" berichtete die WOCHE Leibnitz:

Geburtstagsfeier ganz zu Ehren der Mutter an der Weinstraße

Mehr Informationen zum KulturWeingut Kästenburg finden Sie unter:www.kaestenburg.at

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