Verpflichtende Kennzeichnung von Kantinen-Essen gefordert

Präsident Franz Titschenbacher (l.) und Kammerdirektor Werner Brugner (r.) zeichneten „Gut zu Wissen“-Botschafter aus: Ulli Retter, Christa Wimberger, Johann Spreitzhofer und Christopher Drexler.
  • Präsident Franz Titschenbacher (l.) und Kammerdirektor Werner Brugner (r.) zeichneten „Gut zu Wissen“-Botschafter aus: Ulli Retter, Christa Wimberger, Johann Spreitzhofer und Christopher Drexler.
  • Foto: ©LK-Danner
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Bei der Woche der Landwirtschaft (29. April bis 6. Mai 2018) dreht sich österreichweit alles um die Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung. In Schulen, Kantinen, Mensen, Krankenhäusern sowie Pflege- und Seniorenheimen ist die Lebensmittelherkunft meist unklar. „Die Gäste und Kunden haben keine Wahlfreiheit, wünschen sich aber Transparenz durch eine klare Herkunftskennzeichnung des Kantinen-Essens“, unterstreicht Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher. Das bestätigt auch eine brandaktuelle, repräsentative GfK-Umfrage vom März 2018: Die Steirer sind österreichweit die größten Konsumpatrioten – 79 Prozent wünschen sich eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung der Zutaten wie Fleisch und Eier sowie von Fleisch- und Eiprodukten beim Kantinen-Essen (Österreich: 68 Prozent, als gut zwei Drittel).

In heimischen Produkten vereinen sich Qualität, Frische, Regionalität und nachvollziehbare Herkunft – das ist das große Plus, warum beim persönlichen Einkauf in den Geschäften gezielt und vermehrt heimische Lebensmittel bevorzugt werden“, unterstreicht Titschenbacher. Und weiter: „Um auch beim Großküchen-Essen für Entscheidungsfreiheit und Vertrauen in ein gutes Essen zu sorgen, verlangt die Landwirtschaftskammer eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung“.

Rot-weiß-rote Lupe „Gut zu wissen“. Daran erkennt man auf den ersten Blick die Herkunft der verwendeten Lebensmittel in Kantinen. Auch die gesetzlichen Grundlagen sind geschaffen: „Öffentlich geführte Großküchen müssen nicht mehr die billigsten Lebensmittel, sondern können nach dem Bestbieterprinzip regionale Lebensmittel einkaufen“, so Titschenbacher. Auch das Regierungsprogramm sieht eine verpflichtende Kennzeichnung von Fleisch und Eiern bei Kantinen, sowie eine Pflichtkennzeichnung von verarbeiteten Produkten aus Fleisch und Eiern vor. Steiermarkweit werden täglich 500.000 Essen außer Haus verzehrt, österreichweit 2,5 Millionen mit steigender Tendenz.

Thema in anderen EU-Ländern

Transparenz bei der Herkunft der Lebensmittel und die Herkunftskennzeichnung sind ein anhaltender Trend. Sieben EU-Ländern hat die EU-Kommission ihren diesbezüglichen nationalen Vorstoß genehmigt. Seit 2017 kennzeichnet Frankreich alle Fleischprodukte, die mehr als acht Prozent Fleischanteil haben (geboren, gemästet, geschlachtet) und alle Milchprodukte mit mehr als 50 Prozent Milchanteil (gemolken, verarbeitet, abgepackt). Auch in Finnland muss das Ursprungsland bei verarbeiteten Produkten aus Fleisch und Milch angegeben werden. Italien, Portugal, Spanien, Litauen und Griechenland haben bei Milch und Milchprodukten ähnliche Kennzeichnungsregeln eingeführt. Darüber hinaus arbeitet Finnland an einer Kennzeichnungspflicht von Fleisch und Fisch für die Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. In der Schweiz ist die verpflichtende Herkunftskennzeichnung für tierische Produkte in allen Gastrobetrieben – von Kebap-Anbietern bis zu Großküchen – seit 1995 verpflichtend und unbestritten. Die Herkunft muss auf der Speisekarte oder direkt bei der Speise angegeben werden, bei Eiern ist die Haltungsform anzuführen.

Gesundheitslandesrat Christopher Drexler: Saisonale und regionale Produkte für die Patienten. „Als Gesundheitslandesrat ist es mein zentrales Anliegen, die Gesundheit der steirischen Bevölkerung nachhaltig zu stützen und konsequent zu verbessern. Ausgewogene Ernährung und moderate Bewegung haben einen wesentlichen Anteil an der Gesundheit der Steirerinnen und Steirer. Damit können viele Erkrankungsmerkmale, die im schlimmsten Fall zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen, frühzeitig erkannt oder sogar verhindert werden. Wir geben in der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft rund 11,5 Millionen Euro pro Jahr für den Lebensmitteleinkauf aus, davon werden zirka 80 Prozent regional eingekauft. Gerade im Krankheitsfall ist es von großer Bedeutung, dass man sich gesund ernährt. Mir ist es daher ein großes Anliegen, dass in unseren Häusern regionale und saisonale Produkte für unsere Patientinnen und Patienten eingekauft werden.“

Autor:

Waltraud Fischer aus Leibnitz

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