Heimatkunde
Das Lieblingsessen der zahnlosen Steirerinnen und Steirer

Ein schmackhafte Getreidebrei, er nennt sich  Ritschart , ist heute noch in aller Munde. Seine Zubereitung ist einfach und das Rezept findet sich noch in einige Haushaltsbüchern.

Der Ritschart war in den letzten zwei Jahrhunderten ein beliebter Speisebrei der älteren Landbevölkerung, weil sie sich leicht kauen ließ. Wegen der mangelnden Zahnhygiene verloren die Leute schon ziemlich früh ihre Beißerchen. Das Weinbaugebiet westlich der Ehrenhausener Murbrücke nannte die Bevölkerung „Weinland“, östlich davon „Breinland“, wo auf Grund des Getreideanbaues Breie immer auf dem Speisezettel standen. Wo und wer den Ritschart erfand, wer weiß das schon? Schon der römische Legionär ernährte sich mit breiigen Speisen, die er selbst herstellen konnte.

In Mittelsteiermark wird der „Ridschid“, ein Brei aus Gerstengrütze, Bohnen und Erbsen, mit Schweinefleisch, als derbe ausgiebige Speise viel genossen. Der Ridschid ist im 19. Jahrhundert auch in ganz Südsteiermark und in Krain [Slowenien] bekannt, was aber nicht heißt, dass er dort seinen Ursprung hat.

In Höfers Wörterbuch von 1815 ist ein Gericht genannt: Der Ritscher; eine gemischte Speise, da gerollte Gerste, Erbsen, und bisweilen auch Linsen, einzeln gekocht, unter einander gemengt werden.

In Schwaben ist der Ritsch, ein Bund verwirrtes Stroh. Der Ausdruck kommt von zerrütten, unter einander rühren.

Quellen:
Etymologisches Wörterbuch der in Österreich üblichen Mundarten von Matthias Höfer, Linz, 1815.
Cultur- und Sittenbilder aus der Steiermark von Dr. Anton Schlossar, Graz, 1885.

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