Wetter
Die extremen Hagelunwetter von Graz und Umgebung im Jahr 1914

Nach 5 Uhr nachmittags ging am 24. Mai 1914 über Graz und Umgebung ein Hagelwetter nieder. Aus den dunklen Wolken, die den Himmel bedeckten, glänzten einige hellere gelbe Flecken tückisch hervor, die auf die Gefahr von Hagel hinwiesen. Tatsächlich prasselten zuerst auch einige Hagelkörner nieder. Bald aber war der Hagel so dicht mit Regen untermischt, dass er keinen größeren Schaden anrichten konnte. Aus Andritz, St. Veit, St. Peter, Liebenau wird übereinstimmend berichtet, dass der haselnuss- bis taubeneigroße Hagel zwar von den Bäumen einige Blätter herunterhieb, manche Blätter durchfetzte, da und dort ein Rosenknöspchen köpfte, die Stachelbeeren, Ribiseln und sonstigen Obstarten um einige unreife Früchte erleichterte, wohl auch den Salat mit Löchern versah, aber im Großen und Ganzen weder an den Feldern, noch auch im Obst- und Gemüsegarten größeren Schaden anrichtete. Der Hagelschlag dauerte je nach Gegend 10 bis 20 Minuten.
In der Nähe von Feldkirchen fielen Schloßen bis zur Größe von Hühnereiern, die kleine Äste von den Bäumen schlugen und mehrere Fenster zertrümmerten.
Auch in Puntigam hagelte es recht kräftig. Beim Ziel des Radrennens Graz-Marburg-Graz waren mehrere hundert Sportinteressenten und Ausflügler angesammelt, als das Wetter plötzlich losging. Die beiden Erstplatzierten Rennfahrer waren bereits durchs Ziel. Die im Hintertreffen Liegenden kamen in das plötzlich hereingebrochene Hagelwetter und in einen Platzregen, der ihnen arg zusetzte. Die Leute stürmten in das ohnehin mit Rädern und Menschen vollgepfropfte Gasthaus Annenheim. Wer aber weniger glücklich war und keinen Platz mehr fand, und das waren sehr viele, die mussten an dem vorspringen Dachraum, angepickt an die Mauer, Platz nehmen und sich schützen, so gut es ging oder teilweise im Gartenhäuschen Schutz suchen, das aber bald seines ersten grünen Schmuckes beraubt war und so keinen Schutz mehr bieten konnte, was aber besonders die zahlreiche Jugend nicht hinderte, einfach die Gartensessel umzukehren und sich so zu decken. Im Gastgarten zurückgebliebene Gläser gingen in Scherben und die armen Rennfahrer auf der Strecke, wie einige Verspätete, dürften sich über verschiedene unwillkommene „Dippeln“ nicht beklagen. Die Hagelkörner wiesen teilweise die Größe von Taubeneiern auf.

Über ein Meter hoher Hagel!
Am 3. Juli 1914 sucht die Stadt Graz ein Hagelunwetter heim. Es entlud sich hauptsächlich auf der Linie Griesplatz, Griesgasse, Mariahilferstraße, Lendplatz gegen Gösting hin. In der Griesgasse und Mariahilferstraße und am Lendplatz lag der Hagel wie eine dichte Schneeschichte. Auch das Viertel um die Wickenburggasse hatte stark gelitten. Vom Schlossberg her war eine 20 Meter lange Strecke der Wickenburggasse mit Sandmassen bedeckt, an deren Beseitigung man bis tief in die Nacht hinein arbeitete.
In Gösting ist der Schaden an den Kulturen ungeheuer. Das Obst ist fast ganz abgeschlagen. Hinter dem Hotel „Tivoli“ lagern riesige Schlamm-, Schutt- und Geröllmassen, die das Wasser vom Plabutsch herunterschwemmte. In den Gärten hat der Orkan eine ganze Reihe schöner Obstbäume geknickt. Die Göstinger Feuerwehr musste wiederholt zur Hilfeleistung ausrücken. Der Hagelschlag hatte Gösting mit größter Vehemenz durch volle 25 Minuten gedauert. Auch in der Wienerstraße waren fast alle tiefer gelegenen Lokalitäten inundiert. In Gösting selbst war weniger das Gewitter fühlbar gewesen als der Niedergang der Schloßen, die eine schon lange nicht gesehene Größe hatten und von dem orkanartigen Sturm mit größter Kraft dahingetragen wurden.

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