Gedenktag
Wie Franziskus von Assisi versuchte die Empathie zu fördern

Die Pfarrkirche zum heiligen Franz von Assisi (auch: Kaiserjubiläumskirche ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt am Mexikoplatz.
  • Die Pfarrkirche zum heiligen Franz von Assisi (auch: Kaiserjubiläumskirche ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt am Mexikoplatz.
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Der Heilige Franziskus lebte anfangs des 13. Jahrhunderts. Neben seiner Heiligenbeschreibung erzählen Legenden von seinem Wirken, trotzdem ist vieles aus seinem Leben nicht historisch dokumentiert. Die nachfolgende Legende handelt von Franziskus Bekenntnis zur Armut. In einer seiner Botschaften forderte er die Bevölkerung auf, Hungernden das Überleben zu ermöglichen. Die Zustände von Moria beweisen, dass seine Botschaft der Menschlichkeit ignoriert wird.

Dürfen wir arm sein ?
Als der Kardinal von Ostia, der spätere Papst Gregor, einmal zu Franz von Assisi und seinen Gefährten nach Portiunkula auf Besuch kam, wollte er sich die Wohnverhältnisse der Brüder ansehen. Er kam mit vielen hochgestellten Persönlichkeiten und sah, dass die Brüder auf der Erde lagen und nichts hatten als ein wenig Stroh und einige ärmliche zerrissene Matratzen; Kopfkissen hatten sie keine. Tisch sah man auch keinen, den die Brüder aßen in ihrer einfachen Behausung hier auf dem bloßen Boden. Da begann der Kardinal angesichts solcher Armut vor allen Gästen zu weinen und sagte: „Seht, so schlafen die Brüder! Wir Armseligen aber schleppen so viel Kram mit uns durch die Welt Was wird aus uns werden?“ Und alle wurden sehr verlegen.

Der Bettler Franziskus stand einmal vor dem Stuhl des Heiligen Vaters in Rom und fragte demütig: „Herr Papst, dürfen wir arm sein?“
Der Papst schüttelte verwundert seinen Kopf.
„Dürfen wir in Armut leben?“ wiederholte Franz noch demütiger.
Der Papst fragte sich wohl, was ist das für eine Speise, die Armut? Was für ein neuer Reichtum, das Nichtshaben?
„Herr Papst, so meine ich´s: Darf ich eine Familie gründen aus lauter Brüdern um die schöne, reine, selige Frau Armut. Dürfen wir von Almosen leben? Und daneben wie die Vögel und die Eichhörnchen im Wald hausen, die bequeme Erde zu Stuhl, Tisch und Bett und Studier- und Futterplatz nehmen? Und weil ganz gewiss so eine Armut allein der wahre Reichtum ist: Dürfen wir unseres Armut auch den Geizhälsen und den Verschwendern predigen? Damit alle einfach werden, dürfen wir? Dürfen wir, Herr Papst, sag´, dürfen wir.

Der Papst Innozenz III. gewährte den Franziskanern diese Freiheit, doch der frühere Lothar, Graf von Conti, der mit allen Gütern gesegnet war, konnte mit Armut nichts anfangen und nicht verstehen, warum Franz von Assisi darauf erpicht war, auf seinen Reichtum zu verzichten, damals vor mehr als acht hundert Jahren.
Franz von Assisi hat man für sein Lebenswerk heiliggesprochen, und das hat er sich verdient.

Darf ich reich sein?
Was mich nachdenklich macht, ist die Frage, was haben sich jene, die in späteren Jahren unfreiwillig und schuldlos der Armut ausgesetzt waren, für Lohn zu erwarten? Mein Wunsch nach selbstgewählter Armut, war schon immer begrenzt. Was für den wohlhabenden mittelalterlichen Heiligen eine neue Herausforderung war, war für uns Kinder der Nachkriegszeit ein Schicksalsschlag. Wir lebten wie die Brüder in Portiunkula, ohne von geistlichen Würdenträgern besucht zu werden. Jene, die 1938 zum Gauleiter pilgerten, konnte ich 1945 nicht fragen: „Herr, wie viele in unserer Familie dürfen am Mangel zu Grunde gehen?“

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