01.09.2014, 13:35 Uhr

Archäologen des Universalmuseums Joanneum erforschen weiter die Region

Flug über dem Bubenberg. (Foto: Universalmuseums Joanneum)
Im Rahmen des grenzüberschreitenden EU-Projekts BorderArch-Steiermark erforschen slowenische und steirische Archäologen mit modernsten Methoden archäologische Fundstellen entlang der Grenze zwischen Slowenien und der Steiermark. Dazu organisierte Archäologe Marko Mele dieser Tage einen Rundflug über Großklein, bis an die Grenze bzw. Richtung Bubenberg und Platsch. Das Hauptziel ist es, gute Luftbilder von Platsch und Bubenberg zu erstellen, um die Erforschung zweier Fundstellen zu unterstützen.
Nebenbei wurde auch die europaweit bekannte prähistorische Fundstelle Großklein überflogen, wo jetzt zuletzt im August und Sepember im Siedlungsareal am Burgstallkogel bei Großklein eine weitere Grabungskampagne vom Universalmuseum Joanneum durchgeführt wurde.

EU-Projekt BorderArch-Steiermark

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bringt einen regen Austausch an technologischem Wissen und bewährten Praktiken in Gang. Bronzezeitliche Siedlungen, hallstattzeitliche Hügelgräberfelder und römische Straßen, die durch die Grenzen des 20. Jahrhunderts auf zwei Länder verteilt wurden, werden wieder zusammengeführt. Gemeinsam werden auch die aus diesen Fundstellen stammenden und in den grenznahen Museen verwahrten Objekte sowie die
archivalischen Quellen erfasst und aufgearbeitet. Christian Buchmann, Landesrat für Wirtschaft, Europa und Kultur: „Das Projekt BorderArch-Steiermark ist ein wertvoller Beitrag zur Steigerung der grenzübergreifenden Technologieentwicklung, Innovation und Forschung zwischen steirischen und slowenischen Partnern. Für mich als Europa- und Kulturlandesrat ist es sehr erfreulich, dass die Archäologen des Universalmuseums Joanneum in ihrer Arbeit über die Grenzen blicken und so auch von wissenschaftlicher Seite den mir wichtigen Trigon-Gedanken beleben.“

Geschichte verbindet

Die Staatsgrenze zwischen Slowenien und der Steiermark trennt eine historisch gewachsene Kulturlandschaft, die von den ältesten Epochen der Geschichte bis in das beginnende 20. Jahrhundert eine gleichartige Entwicklung durchlebte. Lange Zeit waren die an der Grenze gelegenen Fundgebiete aufgrund der politischen Situation für die archäologische Forschung nicht frei zugänglich. Seit dem Eintritt Sloweniens in den Schengen-Raum ist eine größere Bewegungsfreiheit im Grenzgebiet zwischen Österreich und Slowenien gegeben, was auch neue Möglichkeiten für die Erforschung von archäologischen Denkmälern und gleichzeitig neue Herausforderungen für die Denkmalpflege und die Entwicklung des Kulturtourismus im Grenzgebiet mit sich bringt.
Wolfgang Muchitsch, Direktor Universalmuseum Joanneum: „BorderArch-Steiermark ergänzt auf ideale Weise das seit August 2011 laufende Projekt
InterArch-Steiermark, in dessen Rahmen die archäologischen Objekte und Archivalien des Universalmuseums Joanneum mit Slowenien-Bezug aufgearbeitet und über www.interarchsteiermark.eu für die Raumplanung, den Denkmalschutz und die archäologische Forschung zugänglich gemacht werden. Mit seiner grenzübergreifenden Ausrichtung dient es dem landesgeschichtlichen Erkenntnisgewinn und fördert gleichzeitig die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern.“
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