15.06.2017, 07:00 Uhr

Auf den Spuren der Eisenzeit in der Steiermark

Das internationale Iron-Age-Danube Team. (Foto: UMJ/M. Mele)

Archäologie-Camp Austria 2017: Eine der spannendsten Grabungen läuft derzeit in der Nähe von Heimschuh.

Dem exklusiven Kreis an bedeutenden mitteleuropäischen Fundplätzen gehören mit Großklein in der Südsteiermark und Strettweg bei Judenburg auch zwei steirische Regionen an. Seit Anfang April sind dort 20 Archäologen aus vier Ländern unterwegs, um das eisenzeitliche Erbe der Steiermark zu erforschen und den Menschen näherzubringen. Die Forschungsaktivitäten – Auswertung von Laserscans aus der Luft (LiDAR), geophysikalische Vermessungen und archäologische Grabungen – werden von einer Reihe von populärwissenschaftlichen Veranstaltungen begleitet und stehen unter dem Titel „Archäologie-Camp Austria 2017“.

Neue Ergebnisse

Bereits vor über 2.800 Jahren wurden die Flusstäler und Berghänge von Sulm und Saggau von Menschen intensiv besiedelt. In dieser Zeit, die durch die Einführung des Eisens gekennzeichnet ist, entstand auf dem Burgstallkogel bei Großklein eine zentrale stadtähnliche Siedlung mit einem imposanten Hügelgräberfeld. Die Wissenschaftler des Universalmuseums Joanneum sind seit Anfang April im Sulm- und Saggautal unterwegs, um mehr über das Umfeld dieser zentralen Siedlung zu erfahren. Eine der spannendsten Grabungen läuft derzeit in der Nähe von Heimschuh, wo auf dem Königsberg ein mächtiger prähistorischer Verteidigungswall freigelegt wird. Die Brandschicht mit bronzezeitlicher Keramik, die sich weit in den Wall hineinzieht, deutet auf einen Siedlungsbrand vor der zweiten Erhöhung des Erdwalls hin.


Abschlussveranstaltung

Ein wesentliches Element des Archäologie-Camps ist die Vermittlung von neuen Erkenntnissen über die Eisenzeit an die Öffentlichkeit. Deswegen findet am 20. und 21. Juni im Gemeinde- und Ärztezentrum Großklein eine Abschlussveranstaltung statt. Am Abend des 20. Juni steht die Vortragsveranstaltung „Mensch und Landschaft in der Eisenzeit“ mit Prof. Dr. Markus Egg (Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz) und Dr. Anton Kern (Naturhistorisches Museum Wien) auf dem Programm. Der 21. Juni steht unter dem Motto „Archäologie & Tourismus – Eine Partnerschaft mit Zukunft“. Mit Impulsvorträgen und einer Podiumsdiskussion wird den Möglichkeiten einer nachhaltigen Partnerschaft von Archäologie und Tourismus nachgegangen. Besuch bei freiem Eintritt möglich, Voranmeldung erbeten (0699/13 39 45 21).
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