08.11.2016, 12:50 Uhr

Bauernregeln der Indianer

Die nordamerikanischen Indianer kennen vor 250 Jahren noch keinen einzelnen Stern, außer den Polarstern; sie nennen ihn den unbeweglichen Stern, er dient ihnen des nachts als Führer. Die Osagen haben einige Konstellation beobachtet und benannt. Bei Tage brauchen die „Wilden“ keinen Kompass: in den Savannen zeigt ihnen die südwärts geneigte Spitze der Kräuter, in den Wäldern das Moos, welches an der Nordseite der Bäume wächst, die Himmelsrichtungen. Sie können auf Stücke von Baumrinde einen Plan zeichnen, worin die Entfernungen nach Tagesreisen angemerkt sind.
Die Grenzmarken ihrer Gebiete sind Flüsse, Berge, ein Felsen, bei dem ein Vertrag geschlossen worden, ein Grabhügel am Saum eines Waldes, eine Grotte des Großen Geistes in einem Tal.
Vögel, Säugetiere, Fische dienen den Indianern als Barometer, Thermometer und Kalender. Auch sagen sie, der Bieber habe sie bauen und ihre Verwaltung einrichten gelehrt, der Carcajou mit Hunden jagen, indem er mit den Füchsen jage, der Wassersperber mit Köder fischen.
Die zahllosen Züge der Tauben und die Schnepfe mit elfenbeinernem Schnabel sind dem Indianer Vorboten des Herbstes; die Papageien und Spechte künden mit zitterndem Geschrei kommendes Regenwetter an. Wenn im Monat April der Maukawis, eine Art Wachtel (Perdix. Coyolcos Lath.), sein Geschrei vom Morgen bis Abend hören lässt, hält sich der Seminole für sicher, dass die Kälte vorüber sei; wenn dieser Vogel aber auf dem Dach einer Hütte übernachtet, so bereitet sich der Eigentümer derselben zum Sterben. Wenn der weiße Vogel hoch in der Luft umherfliegt, so verkündet er Sturm; fliegt er des Abends vor einem Reisenden her und schwankt dabei bald nach der einen bald nach der anderen Seite, so prophezeiht er Gefahr.
Bei großen, die Heimat betreffenden Ereignissen zeigt sich, nach Zusicherung der Zauberer, Ki-schi-manitou in den Wolken, getragen von seinem Lieblingsvogel Wakon, einer Art Paradiesvogel mit braunen Flügeln und vier langen grün und roten Federn am Schwanz.
Ernten, Spiele, Jagden, Tänze Versammlungen der Sachems, Hochzeits-, Geburts- und Totenfeste – alles wird in Übereinstimmung mit der Natur angeordnet. Offenbar müssen diese Gewohnheiten der Sprache dieser Völker großen Reiz und etwas Metaphorisches verleihen. Auch bei unseren steirischen Landleuten ist manches Ähnliche zu finden.
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