20.10.2016, 18:55 Uhr

Da lachen die Hühner

Denn endlich hinterfragt jemand die Bedeutung dieser beliebten Haustiere. In den vergangenen Jahrhunderten sahen die Menschen in unserem liebsten Geflügel nur ein Mittagessen auf zwei Füßen, das gut genug war, um es an Sonn- und Feiertagen in die Pfanne zu hauen.

Das Haushuhn (Gallus domesticus) stammt aus Südostasien und ist eine Zuchtform des Bankivahuhns. In China gilt das Huhn noch heute als Längen- und Gewichtsmaß. In Europa zählen Hühner seit der Jüngeren Steinzeit zu den gewöhnlichen Haustieren.

Der „dingliche Dienst“ bestand in der Feudalzeit in verschiedenen Naturalabgaben, wie Hühner, Eier usw., besonders für die Küche der Herrschaft, weshalb er gewöhnlich „Kuchldienst“ genannt wurde. Zur Weinlese verlangten die Herrschaften von den Bauern sogenannte " Lesehühner", die den städtischen Gästen sehr mundeten, was sich in bürgerlichen Kreisen bald herumsprechen sollte.

Auch die Klosterküche verlangte nach Bratvögel. Nach den in Klöstern üblichen Aderlässen an den Insassen traten zur Kräftigung der Mönche Hühner, sogenannte Aderlasshühner, auf den Speiseplan.

Das Huhn spielte für die bäuerliche Haushaltskasse eine Rolle. Früher übte der Landwirt das Machtmonopol in der Familie aus; er verwaltete das Geld. Die Bäuerin war auf ihre bescheidenen Einnahmen aus der Hühnerhaltung angewiesen. Die Hühner sicherten so ihr Taschengeld aus dem Eierverkauf.

Über die volkswirtschaftliche Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges oder die Abstammung dachten wohl die wenigsten nach. Erst in letzter Zeit ist das legendäre „Sulmtalerhuhn“ als schmackhafte Delikatesse wieder im Gespräch.

Was ist ein Sulmtalerhuhn?

Kein Zweifel, das „Sulmtalerhendl“ ist seiner Herkunft nach aus dem gleichnamigen Tal, was aber nichts mit Abstammung zu tun hat. Wenn man von „Sulmtalern“ spricht so verbindet sich damit meist die Vorstellung, dass es sich um eine eigene Hühnerrasse handelt. Das ist aber nicht der Fall, das ist falsch. Richtiger wäre die Bezeichnung Steirerhuhn, denn sie stammen von den sogenannten Altsteirern ab, die in drei Unterarten über die Steiermark verbreitet sind.
Den "Spottnamen" Gelbfüßler" verdanken die Bewohner des Sulmtales ihrem Wappenvogel.
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Erwin Paier sen. aus Südoststeiermark | 20.10.2016 | 20:12   Melden
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