27.11.2017, 15:10 Uhr

Der Alb, eine Gespenst im Volksglauben

Mehr als hundert Jahre vor der Erfindung der Prä-Astronautik, der Sichtung von Außerirdischen und ihrer phantastischen Fluggeräte, UFOs genannt, gab es Menschen, die vom Vorhandensein überirdischer Geschöpfe überzeugt waren. Heute bietet die Kosmologie Gelegenheit zu haltlosen Spekulationen, während früher mystische Glaubensvorstellungen Hysterie auslösten. Weit verbreitet war bei den einfachen Leuten der Glaube an eine durch einen Dämon verursachte Schlafstörung, die allgemein als „Albdrücken“ ängstigte. Dieses Albdrücken, das nächtliche Leiden nervöser Menschen, war im Mittelalter die Ursache ausgedehnter Legendenbildung.

Der „Alb“, ein gefürchteter Dämon:
Gleichzeitig mit dem Gespenstervolk ist noch der unheimliche, zu den dämonischen Zwergwesen gehörige „Alb“ unter dem Namen „Drud“ oder „Trud“ noch heute auf dem Land verbreitet. Die Anregung zu diesem Beitrag kommt von einer Weinbäuerin aus Brudersegg, die behauptet, Unheimliches erlebt zu haben.

Das Wort „Alb“ stammt aus einer Zeit, wo man an böse Geister, Alben, Alfen oder Elben glaubte, die sich dem Schläfer nachts auf die Brust setzten und dadurch das Atmen erschwerten. Es heißt daher nicht Alpdrücken, sondern Albdrücken.

Die vom Albdrücken Befallenen entwickeln das Gefühl, als ob sich auf ihre Brust eine Last lege, die sie nicht abschütteln können, bis die Träumerin oder der Träumer nach langen Qualen erwacht.

Hatte sich das Albdrücken erst eingenistet, wurde es immer beängstigender. Eine schwarze Katze ist dann das Mindeste, was den Befallenen im Albtraum behelligt. Bald wird aus der Katze irgend ein anderes Ungeheuer, das der im Angsttraum Befangene sich nähern sieht, das über ihm schwebt und ihn bedrückt.

Der Alb war ein Formenwandler, der vermochte die Gestalt eines Insekts anzunehmen, wie die eines Schmetterlings. Die Schweizer nennen den Alb , aber auch den Nachtfalter Toggeli, das ist „Drückerlein“.

Nicht nur Schlafprobleme verursachte der Aberglaube an den Alb, bzw. die Trud, diese Quälgeister hielten ungebildete Menschen für verschiedenste unerklärliche Vorgänge verantwortlich. Mit besonderer Vorliebe besuchte dieser Geist die kleinen, eingefatschten Kinder. Setzte sich die Trud auf die Brust eines Kindes, so schwellten seine Brüste schwammartig an und ein brennendes Fieber folgte am nächsten Tag. Starb ein Kind plötzlich in der Nacht, so wurde es, nach der Meinung der Bergler, vom Trud erwürgt.
Ein Mensch bekommt ein kleines Kind, aber das Kind ist eine kleine Trud, weil sich in den Brustdrüsen des neugeborenen Kindes bereits Milch befindet. Wenn man nichts dagegen unternimmt, ist das Baby eine zukünftige Frau Trud. Um das Neugeborene zu retten, ist ein einfaches Ritual notwendig: die erste Frau, die in der Früh ins Kinderzimmer tritt, ist eine Trud! Man braucht dann dieser Trud nur schnell ein Stück Brot anbieten, und wenn sie es nicht nimmt, das Brot, dann spuckt man der Trud dreimal ins Gesicht und macht das Kreuz dabei; nachher ist der Spuk vorbei und das Kind wieder ein menschliches Wesen.  
Wie man sieht, sind Betroffene solchen höllischen Kräften nicht vollkommen schutzlos ausgeliefert, denn mit Hilfe der Magie kann sich der Mensch vor Geistern aller Art schützen.



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Elfriede Endlweber aus Graz-Umgebung | 27.11.2017 | 15:59   Melden
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Friedrich Klementschitz aus Leibnitz | 05.12.2017 | 15:52   Melden
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Friedrich Klementschitz aus Leibnitz | 05.12.2017 | 15:52   Melden
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Elfriede Endlweber aus Graz-Umgebung | 05.12.2017 | 16:41   Melden
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