03.02.2018, 15:49 Uhr

Der Brief des Maulwurfs an die Faschingsgöttin

Zum Höhepunkt des Faschings, bitte ich Sie, gestrenge Diva, mir die Kraft zu verleihen, dass ich nichts schreiben möge, was der oder den geringsten unter meinen Leserinnen und Lesern an angehen könnte, lassen Sie mich nur allgemeine Wahrheiten sagen, die zwar überhaupt auf jedermann, aber insbesondere auf niemand anwendbar sein können. Regieren Sie aber auch meine Leser, dass sie nichts auf sich deuten mögen, was sie nicht angeht und wobei an sie nicht einmal von ferne gedacht worden; so werde ich mich fortan bemühen, Tiere statt Menschen fabelhaft darzustellen. Sinn einer satirischen Fabel ist es nicht, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen auszuweichen, falls solche bestehen, ist die nachfolgende Geschichte nicht tierisch ernst zu nehmen:

Der alte Löwe starb und sein Sohn, der neue König der Tiere, strebte danach, den Hofstaat zu verändern. Er teilt bei seinem Regierungsantritt Titel und Ämter unter seinen Untertanen aus. Dabei findet der Maulwurf Gelegenheit, manche Beobachtung aus dem Fasching anzubringen:
Der Bär, weil er so schön tanzen kann, wird Außenminister. Der Elefant wird Verteidigungsminister, der Hirsch seines schönen Geweihs wegen wird Kanzler, der Hase Regierungspräsident, das Wildschwein als Freidenker Innenminister. Das zahme Schwein will aus Dank dafür, dass die Juden sein Fleisch verschmähen, Botschafter in Israel werden. Der Igel übernimmt das Justizministerium, der Frosch erhält das Finanzministerium und der Maulwurf bleibt in Opposition.
Als erste Maßnahme beschließt die Regierung ein Gesetz, „dass der Igel kein anderes Tier mit Ungnade verfolgen soll, wenn es zufällig von einem Esel angeklagt würde, der Hase nicht mit seinen Taten prahlen dürfe, das zahme Schwein soll sauberer werden, der Frosch möge nicht so arrogant daherkommen, denn schließlich sei er auch nur ein Reptil mit essbaren Schenkeln und der Maulwurf soll weniger Erde aufwühlen. Der Maulwurf erklärt, dass es ihm unmöglich sei, der Verordnung nachzuleben.“
Weitere Nachrichten über Regierungstätigkeiten müssen wegen der lästigen Wanzen unterbleiben. Euer Maulwurf.
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renate krska aus Neubau | 03.02.2018 | 16:20   Melden
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Friedrich Klementschitz aus Leibnitz | 03.02.2018 | 17:15   Melden
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Anna Aldrian aus Graz-Umgebung | 03.02.2018 | 18:33   Melden
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renate krska aus Neubau | 03.02.2018 | 20:36   Melden
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Karl Aldrian aus Graz-Umgebung | 03.02.2018 | 20:41   Melden
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Hans Baier aus Graz-Umgebung | 03.02.2018 | 22:06   Melden
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Friedrich Klementschitz aus Leibnitz | 05.02.2018 | 13:26   Melden
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