23.07.2017, 20:49 Uhr

Dichte Rauchschwaden im Hengsbergtunnel

Der Qualm war im Hengsbergtunnel zeitweise derart stark, dass man nur mehr die Rücklichter des Triebwagens erkennen konnte.

Dicke Rauchschwaden zogen am Samstag, dem 22. Juli 2017 durch den 1,5 Kilometer langen Hengsbergtunnel. Das Rauchszenario war allerdings Gott-sei-Dank nur das sichtbare Zeichen einer Alarmübung im Eisenbahntunnel.

Übungsannahme war, dass eine Triebwagengarnitur eines Personenzuges von Graz nach Eibiswald mit 150 Fahrgästen von Norden in den Hengsbergtunnel einfuhr. Dabei bemerkte der Triebwagenführer starke Rauchentwicklung am Zug. Da ein Anhalten vor dem Tunnel ist nicht mehr möglich war, versuchte er noch mit erhöhter Geschwindigkeit durch die 1,5 km lange Röhre zu gelangen. Die automatische Geschwindigkeitskontrolle bremste dank Notbremsung den Triebwagen bis zum Stillstand auf der halben Tunnellänge ab. Dadurch war es zum Aufflammen am Triebwagen und in der Folge zu anhaltender Rauchentwicklung gekommen.

Übung für den Ernstfall

Bei der Tunnelübung von ÖBB und GKB in Zusammenarbeit mit den Einsatzorganisationen standen das Notfallmanagement der ÖBB, das Zusammenspiel mit den örtlichen Einsatzorganisationen und die Rettungskette auf dem Prüfstand.
Durch den Notruf des Triebwagenführers an den Fahrtdienstleiter und die Meldung an den Notfallkoordinator der ÖBB Betriebsführungszentrale erfolgte eine Information des ÖBB Einsatzleiters Werner Resch, der die Koordination des Übungseinsatzes übernahm.
In Entsprechung des Alarmplanes kam es über Florian Steiermark zur Alarmierung der Tunnelfeuerwehren (neun Wehren mit rund 140 Einsatzkräften), eines Atemschutztrupps der Berufsfeuerwehr Graz, von Rotkreuz-Sanitätern mit sechs Einsatzfahrzeugen, dem Kriseninterventionsteam und der Polizei. Ein Einsatzstab der ÖBB und Feuerwehreinsatzleiter HBI Markus Simperl von der FF Schönberg sorgten für die Koordination der Einsatzkräfte vor Ort.

Panik bei den Fahrgästen

Durch die drei Notausgänge und zwei Portale flüchteten erste Fahrgäste aus Triebwagen und Tunnel. Währenddessen fuhren die Wehren aus Weitendorf und Neudorf vor das Nordportal und begannen mit dem Aufbau von Rollpaletten zur Bergung der Verletzten. Aus dem Tunnel laufende Personen wurden aufgenommen und zum Rettungssammelplatz auf der Sportanlage des USV Hengsberg gebracht.
Beim Südportal des Tunnels richtete die FF Schönberg unter Leitung von Einsatzleiter HBI Markus Simperl die Einsatzleitung ein.
Da am Südportal noch keine Tunnelausrüstung besteht, wurde die Berufsfeuerwehr Graz alarmiert. Ein Atemschutztrupp der Grazer Berufsfeuerwehr barg mit Hilfe von Rollpaletten die Verletzten.

Abtransport der Verletzten

Bei den Notausstiegen 1 und 2 nahmen Florianis der FF Hengsberg flüchtende Fahrgäste auf und transportierte sie zum Rettungssammelplatz am Sportplatz. Auch bei den Notausstiegsstellen kamen zur Bergung der Verletzten Rollpaletten zum Einsatz,.
Die Wehren aus St. Nikolai im Sausal und St. Johann im Saggautal stellten die Wasserversorgung an den Notausstiegen 2 und 3 sicher und nahmen ebenfalls herauslaufende Personen auf, um sie zum Sammelplatz zu bringen.

Bergung der Schwerverletzten

Während des Einsatzes zeigte sich, dass sich bei der Notbremsung 15 Personen teils schwer verletzt haben und sofortige ärztliche Hilfe benötigen. Daher wurden in der Folge sämtliche Rollpaletten an den Portalen und an den Notausstiegen zur Rettung der Personen zusammengebaut und von Atemschutzträgern und SKG Trägern zum Zug gebracht. Über Notausstiege und Portale erfolgte die Bergung der Schwerverletzten und der Transport zum Rettungssammelplatz.


Bergung sämtlicher Fahrgäste

Im Tunnel befindliche Florianijünger räumen schließlich den Triebwagen und brachten alle verbliebenen Personen über Notausstiege und Portale ins Freie, wo sie von Rettung, Kit-Team und verfügbaren Feuerwehren aufgenommen und mit Mannschaftstransportfahrzeugen zum Rettungssammelplatz auf der Sportanlage Hengsberg gebracht werden. Zur weiteren Versorgung wurden die verletzten Passagiere an die Rettung übergeben.
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