09.03.2016, 15:35 Uhr

Ein schlimmer Winter

Das Jahr 1879 gilt in den Ostalpen als fatales Lawinenjahr. Ein heftiger Südoststurm mit starkem Schneefall, so sagt der Bericht eines Augenzeugen, hauste im Laufe des 25. Februar 1879, große Schneemassen brachen sich Bahn und stürzten als mächtige Lawinen über die Ortschaften Bleiberg und Hüttendorf herein.
Zu gleicher Zeit spielte sich auf dem Brenner eine andere Schreckensszene ab. Wurde bei diesem Werk der Zerstörung auch nicht so viel vernichtet, als von den Lawinen der Villacher Alpe, so fehlte es doch auch nicht an menschlichem Leid. Am Brenner-Pass, zwischen der Brenner-Post und der Eisenbahn liegenden Garten sind von Lawinen verschüttet, die Spitze der Punzenbrunnensäule schaut nur mit dem obersten Knopf heraus. Geländer und Zäune sind verschwunden. Zwei Kilometer südlich vom Posthaus zieht sich gegen Osten der Graben hoch in die Wände herauf. In dieser Schlucht liegt ein Bahnwächterhaus gegenüber dem Lahnen graben, das trotz warnender Stimmen, dort erbaut worden war. Als in jener Nacht es überall donnert und dröhnt von Lawinen, kann Bahnwächter Vötter gerade noch den Zug anhalten, bevor er in die Lawine fährt. Nur kurze Zeit später verschütten die Schneemassen das Wächterhaus. Vötter und sein Kind kommen um. Auf dem Brenner, wie auf dem Dobratsch, hat die Dummheit mit der Axt gewaltet; bevor man den Wald abholzte gab es keine Lahnen.
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Karl Pfurtscheller aus Stubai-Wipptal | 14.03.2016 | 12:30   Melden
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Friedrich Klementschitz aus Leibnitz | 14.03.2016 | 15:16   Melden
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