25.01.2018, 12:30 Uhr

Eine internationale Schule in Leibnitz

Pflichtschulinspektor Heinz Zechner (Foto: KK)

Pflichtschulinspektor Heinz Zechner beleuchtet ein aktuelles Leibnitzer Thema aus seinem persönlichen Blickwinkel.

Die Volksschule in Leibnitz-Lastenstraße ist eine internationale Schule. Zurzeit wird sie von Schülern aus insgesamt 23 Ländern (von mehreren Kontinenten!) besucht. Neben den österreichischen Kindern stellt die Gruppe der Kinder aus der Türkei den größten Anteil dar – gefolgt von Schülern aus arabischen Ländern und Ländern des ehemaligen Jugoslawiens. Aber auch Kinder von Eltern aus „exotischen“ Ländern wie Brasilien, Argentinien und den Philippinen sind dabei.

Interkulturelles Lernen

Das bedeutet, dass in der Schule insgesamt 17 verschiedene Sprachen gesprochen werden. Nicht alle Kinder mit einer anderen Erstsprache haben Probleme mit der Unterrichtssprache Deutsch. Es gibt Kinder, die ausgezeichnet Deutsch sprechen, obwohl zuhause beispielsweise Spanisch gesprochen wird. Die Schüler gehören insgesamt neun Religionsgemeinschaften an. Diese unterschiedlichsten Fremdsprachen und Religionen werden auch im Sinne des interkulturellen Lernens in den Unterricht eingebracht.

Ressourcen

Selbstverständlich bedeutet eine so hohes Maß an Diversität eine große Herausforderung für das Team der Pädagogen. Zusätzlicher Ressourcen sind notwendig. So werden für Schüler, die die Unterrichtssprache noch nicht im ausreichenden Maße beherrschen, aktuell drei Sprachförderkurse mit je 11 Wochenstunden angeboten. Muttersprachlicher Unterricht findet für Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Türkisch und Arabisch statt. Hilfe bei den Aufgaben und Unterstützung beim Lernen werden am Nachmittag angeboten. Ein sogenanntes „Mobiles Interkulturelles Team“, bestehend aus einer Psychologin, einer Pädagogin und einer Arabisch sprechenden Person, wurde eingesetzt, um die Lehrer in ihrer vielfältigen Arbeit zu begleiten.

Begabungsförderung

Viel Energie wird an der Volksschule Leibnitz auch in die Begabungsförderung investiert. Neben dem obligatorischen Förderunterricht sind Übungen für Kunst und ein Schulchor eingerichtet. Im Rahmen des Schulschwerpunktes „SPOMUKULI“ wir im 4-Jahresrhythmus der Fokus auf Sport, Musik, Kultur und Literatur gelegt, sodass alle Kinder im Laufe ihrer Volksschulzeit jedes Angebot nützen können. Bundesweite Vergleichstests haben gezeigt, dass diese Unterstützungs- und Fördersysteme sowie das Engagement der Pädagogen dieser Schule a l l e n Schülern zugutekommen.

Chance

Unsere gesamte Gesellschaft ist heute geprägt von Multikulturalität und Globalisierung. Es wird wohl kaum einen Lebensbereich geben, der sich gänzlich dieser Entwicklung entziehen kann. Wenn nun unsere Kinder bereits im Volksschulalter mit diesen gesellschaftlichen Phänomenen vertraut werden, stellt das eine hervorragende Vorbereitung auf ihr späteres (Berufs-)Leben dar. Eine große Chance für unsere Jugend!
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Friedrich Klementschitz aus Leibnitz | 25.01.2018 | 17:48   Melden
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