19.06.2017, 17:37 Uhr

Erste Jobbörse für Asylwerber in der Fachschule Silberberg

Die Asylwerber, Winzer und die Organisatoren freuen sich über das große Interesse an der ersten Jobbörse.

Ein Pilotprojekt ermöglicht es Asylwerbern, sich als Erntehelfer zu betätigen.

In der Fachschule für Obst- und Weinbau Silberberg fand dieser Tage die erste Jobbörse statt. Hintergrund dafür ist das steiermarkweite Pilotprojekt von Landwirtschaftskammer, AMS und Caritas, das Asylwerbern die Arbeit als Erntehelfer im Obst- und Weinbau tätig sein dürfen.

Pilotprojekt in Steiermark

"Wir haben den ersten Asylwerbern bereits die Arbeit im Weingarten näher gebracht und sind froh, über dieses Angebot. Auch als Betrieb ist die Jobbörse für uns interessant", so Dir. Anton Gumpl. AMS-Geschäftsführer Heinz-Christian Snobe erörterte den anwesenden Winzern die Eckdaten: "Menschen, die das Asylverfahren noch abwarten sind in der Grundversorgung und dürfen nicht arbeiten. Die einzige Ausnahme ist im landwirtschaftlichen Kontingent."

Großes Interesse

In Oberösterreich wurde das Konzept bereits erfolgreich durchgeführt, hier allerdings hauptsächlich in Zusammenarbeit mit großen Gartenbaubetrieben. "Wir probieren es auch in der Steiermark. Wenn es funktioniert, und wir sind sehr zuversichtlich, sind wir ein Vorreiter", so Snobe weiter. Klaus Eichberger, der Teamleiter des Ausländerfachzentrums des AMS Steiermark, ging näher auf die Umsetzung ein. So müsse nur die Beschäftigungsbewilligung rechtzeitig beim AMS eingereicht werden und schon stünde einer Zusammenarbeit mit den Asylwerbern nichts mehr im Wege. "Die Durchführung der Bewilligung wird rasch über die Bühne gehen und höchstens zwei bis drei Tage dauern", ist Eichberger optimistisch. Bezahlt werden die Asylwerber laut Kollektivvertrag, also 7,51 Euro brutto pro Stunde.

Individuelle Lösungen

Die Sorge, dass man durch den Zuverdienst die Grundversorgung verliert, konnte zerstreut werden. Einzig das Quartier müsse man dann selbst bezahlen, wie viel das ist, könne man direkt mit dem zuständigen Vermieter besprechen. "Die Grundversorgung für die Familie bleibt aber nach wie vor bestehen", so Eichberger.
Die Grundstimmung bei der Jobbörse war sehr positiv. Zahlreiche Winzer aus der Region nutzten die Möglichkeit, um sich zu informieren und Kontakte mit den Asylwerbern zu knüpfen. Dabei wurde vor allem auf die Unterbringungsmöglichkeiten bzw. die Anreise an den Arbeitsort geachtet. Auch die Asylwerber waren mit viel Engagement dabei und hoffen, dass sie bald eine Beschäftigung finden. "Durch das Pilotprojekt können Asylwerber eine Beschäftigung finden und somit auch ihr Selbstwertgefühl steigern", so Dir. Gumpl.
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