18.08.2016, 16:31 Uhr

Indianer Sterz

Die Bewohner der heutigen Staaten Georgia, Tennessee, Alabama und Mississippi kultivierten noch Ende des 18. Jahrhunderts Mais in diesen Gebieten. Wenn die letzten Fröste vorüber waren, ergriffen bei den Seminolen, Chicassas und Natchez die Frauen ihre hölzernen Hacken, nahmen Körbchen, worin sich Maiskörner befanden, und begaben sich auf das gemeinsame Feld. An dem Ende des Feldes stellte sich ein Teil der Frauen in einer Linie auf und begann nun, rückwärts schreitend, die Erde mit den Hacken umzuwühlen. Andere Indianerinnen folgten ihnen und warfen den Samen in den Boden.
Im Juni fand dann das Fest „des grünen Getreides“ statt. Man sammelte eine gewisse Menge Mais, dessen Körner noch in der Milch waren, und machte daraus Tossomanony, eine Art Kuchen, der zu den Vorräten gehörte.
Für die Zubereitung dieses Kuchens gilt folgendes Rezept:
Man siedet Maiskolben in Wasser, und wenn sie halbgekocht sind, röstet man sie über Feuer, bis sie eine rötliche Farbe annehmen. Dann werden sie in einem hölzernen Mörser abgekörnt und die Körner angefeuchtet und zerstoßen, wodurch ein Teig entsteht, welcher in Schnitten geteilt und an der Sonne getrocknet, sich eine sehr lange Zeit gut erhält. Will man davon brauchen, so genügt es, ihn in Wasser, Milch oder Ahornsaft aufzuweichen, worauf er eine gesunde und gutschmeckende Speise ausmacht.
Wer sich heute daran macht, dieses Gericht herzustellen, der darf sich rühmen, die erste Europäerin oder Europäer zu sein, der Tossomanony produziert hat. Der Reifegrad der Maiskolben dürfte passen. Gutes Gelingen!
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