10.06.2016, 15:12 Uhr

Konsumzwang

Ein frommer Muslim war eines Morgens in die Moschee gegangen, um sein Gebet zu verrichten. Von ungefähr kam er an einer Zuckerlbude vorbei, wo er zwei Buben erblickte, von welchen einer der Sohn eines Touristen und der andere der Sohn eines Einheimischen war, der bettelte. Das Kind des Touristen hatte eine Schachtel Konfekt in der Hand, während der bettelnde Knabe an einem Stück Brot kaute. Während der eine Bub seine Konfekt-Dose leerte, bat der andere ihn um ein Stück Schokolade. Wenn du mein Hund sein willst“, sagte jener, „dann will ich dir ein Stück Schokolade geben.“ Einverstanden, antwortete dieser, ich will dein Hund sein, worauf jener versetzte: Na gut! Belle und schreie wie ein Hund, dann sollst du Süßes haben.“ Der Betteljunge bellte hierauf wie ein Hund und erhielt ein Stück von den Köstlichkeiten.
Als nun so eine Weile der eine wie ein Hund gebellt, und der andere ihm Süßigkeiten gereicht hatte, konnte der Muslim, der das mit ansah, sich der Tränen nicht enthalten. Seine Begleiter fragten ihn, warum er weine? worauf er zur Antwort gab: Seht ihr denn nicht, was Habsucht aus den Menschen macht? Wenn dieser Sohn eines Armen sich mit trockenem Brot begnügte, so würde aus einem Menschen nicht ein Hund geworden sein.
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