21.06.2017, 10:45 Uhr

Landesrätin auf Stipvisite in Leibnitz

Bezirkstag in Leibnitz: Bgm. Helmut Leitenberger mit LR Ursula Lackner und LAbg. Bernadette Kerschler. (Foto: KK)

Landesrätin Lackner informierte sich in Leibnitz über Entwicklungen in ihrem Ressort.

Am Montag, 19. Juni 25017, verbrachte Landesrätin Ursula Lackner einen ganzen Tag im Bezirk Leibnitz und besuchte dort mehrere unterschiedliche Einrichtungen und Institutionen. „Es ist mir wichtig, dass ich mit Partnern meines Ressorts im Austausch stehe und mir ein Bild von der Arbeit vor Ort machen kann. Dafür sind Regionaltage hervorragend geeignet, und ich freue mich auf den heutigen Tag im Raum Leibnitz,“ begann die Landesrätin ihren Besuch bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Landtagsabgeordneter Bernadette Kerschler und Bürgermeister Helmut Leitenberger.
Im Anschluss an das Pressegespräch stand ein Besuch in der VS Kaindorf am Programm. Dort gibt es mit der Kinder-HTL ein spannendes Projekt im Bereich der gezielten Berufs- und Bildungsorientierung. Ziel der vom Land Steiermark geförderten Projektkooperation von Volksschulen mit den steirischen HTL-Standorten ist es, Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren erste Einblicke in naturwissenschaftliche Grundlagen und Technik zu vermitteln und ihnen die Scheu davor zu nehmen. Besonders Mädchen sollen von der frühen Heranführung an technische Berufe profitieren. Die Nachfrage nach Fachkräften im Bereich MINT - also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - steigt. In den kommenden Jahren wird in Österreich ein Zuwachs von bis zu 40.000 Arbeitsplätzen vorausgesagt. Ergänzend zu den bereits laufenden Programmen wird ein Förderprogramm für Schulen entwickelt, die Schwerpunkte im MINT-Bereich setzen.

Das Programm für Volksschulen ist mehrstufig aufgebaut:
• SchülerInnen und Lehrende der HTL besuchen die 1. und 2. Schulstufe an Volksschulen. Dabei erkunden die Kinder mithilfe einfacher Versuche im Stationenbetrieb naturwissenschaftliche Phänomene und probieren verschiedene Arbeitstechniken aus.
• In der 3. Schulstufe besuchen die Kinder der Volksschulen die steirischen HTL-Standorte und können einen halben Tag lang in den Werkstätten und Labors selbst Hand anlegen.
• Die 4. Schulstufe der Volksschulen soll zum Abschluss einen Kooperationsbetrieb der Industrie besuchen, um die Tätigkeitsfelder im Berufsalltag kennenlernen zu können.

Neben der Kinder-HTL bietet die VS Kaindorf auch eine ganztägige Schulform mit Nachmittagsbetreuung an. Denn auch in der ländlichen Region gewinnt die Ganztagsbetreuung immer mehr an Bedeutung und ist vor allem auch notwendig. Nahezu jede zweite Schule in der Steiermark bietet eine ganztägige Form an – im Bezirk Leibnitz ist die Quote sogar noch besser: 28 von 39 Volksschulen und 9 von 14 neue Mittelschulen werden ganztägig geführt. Das Land Steiermark fördert diese Art der Betreuung mit einer Personalkostenförderung für den Freizeitteil. Diese bewegen sich zwischen 5.400 € und 27.000 € und haben ein Gesamtvolumen von 460.800 €.

Die Vorteile der Ganztagsbetreuung liegen aus der Sicht von LR Lackner vor allem in der nachmittäglichen Freizeitbetreuung. Neben der einstündigen Betreuung durch eine Lehrperson, wo die Kinder ihre Aufgaben erledigen und lernen, können sie danach in der Freizeitbetreuung neue Interessen und Fähigkeiten entwickeln. Das Angebot ist dabei sehr variantenreich und reicht von Schachkursen über Sprachausbildung bis hin zu sportlichen Aktivitäten. "Deshalb ist es wichtig, dass der Ausbau weiter forciert und gefördert wird – auch bei Kinderkrippen und Kindergärten."
In der Steiermark haben wir derzeit 948 Kinderkrippen- und Kindergartengruppen. 73 davon haben im Jahr 2016 ihren Betrieb aufgenommen. 6 dieser neuen Einrichtungen mit insgesamt 87 Betreuungsplätzen wurden im Bezirk Leibnitz eröffnet: Kinderkrippen in Großklein, Hengsberg, Wolfsberg i. Schwarzautal und Kindergärten in Ehrenhausen, Großklein und Kitzeck.

Leibnitz 2030

„Bezugnehmend auf das Projekt „Leibnitz 2030“ passiert in der Stadt Leibnitz Einiges in den Bereichen Familie, Kinder und Bildung,“ so Bürgermeister Helmut Leitenberger. „Leibnitz profitiert sehr von den geplanten Wohnungsneubauten im Kernraum. Die vorhandenen Betreuungsplätze sind schon wieder zu wenig, und wir werden diese weiter ausbauen“, freut sich der Bürgermeister über die positive Entwicklung. Neben dem Kauf von neuen Spielgeräte für den Außenbereich des Kindergartens Kaindorf, wird für die Sanierung des Kindergartens in Seggauberg Geld in die Hand genommen. Ein Zubau zur NMS und zur Polytechnischen Schule in Leibnitz ist geplant, die Volkschule und die Musikschule in Kaindorf werden um insgesamt 14 Mio. € ausgebaut.

Jugendzentrum

Nach einem gemeinsamen Mittagessen fand dann ein Austausch mit den JugendarbeiterInnen des Jugendzentrums „Wave“ statt. „Dieses Jugendzentrum nimmt eine besondere Stellung ein, da es das einzige Angebot in der offenen Jugendarbeit in der Region ist. Ich bin Bürgermeister Helmut Leitenberger dankbar, dass er sich dafür einsetzt und dies ermöglicht, denn Angebote der offenen Jugendarbeit braucht es nicht nur in Graz, sondern in der gesamten Steiermark.“ Deshalb erhält auch das JUZ Leibnitz eine Personalkostenförderung in Höhe von 23.000 €.

Gemeinsam mit Bürgermeister Peter Stradner (Gemeinde Wagna) und Landtagsabgeordneter Bernadette Kerschler besuchte die Landesrätin am Nachmittag den Kindergarten Wagna. Dort haben die Pädagogen ein interessantes Integrationsprojekt enwickelt.

Abschluss des Tages war ein Besuch im Frauenberatungszentrum „Freiraum“. Eine wichtige Einrichtung, die seit zehn Jahren besteht. Die Kennzahlen sprechen für sich und streichen die Bedeutung einer solchen Einrichtung hervor:
• 3552 persönliche Kontakte zu je 5 Minuten.
• 736 Beratungseinheiten (je 60 min) von 216 Frauen und Mädchen
• Und 30 Gruppenveranstaltungen mit insgesamt 286 Besucherinnen

Das Beratungsangebot des Frauenberatungszentrums wurde im Vorjahr auch in Arnfels etabliert, wo an zehn Vormittagen im Jahr Beratungen stattfinden. Das erleichtert Frauen aus der Region den Zugang zum Beratungsangebot, die wenig mobil sind und für die die Beratungsstelle in Leibnitz aufgrund der schlechten Öffi-Verbindungen nicht erreichbar war. Gefördert wird Freiraum derzeit mit 33.500 €.
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