22.11.2016, 16:30 Uhr

Noch keine Entscheidungen

LR Ursula Lackner: "Viele Faktoren fließen in Entscheidungen ein."

Zuletzt wurde es um die Schließung der LBS Gleinstätten laut. Noch ist alles offen.

Seit 1977 gibt es die Landesberufsschule in Gleinstätten. Jetzt wurde laut, dass es zu einer Neuausrichtung der Bildungsstätte kommt oder auch eine Schließung im Raum steht. In diesem Schuljahr werden rund 600 Schüler die LBS Gleinstätten besuchen.
Die WOCHE Leibnitz fragte bei Landesrätin Ursula Lackner nach.
"Die Lehrlingszahlen und damit auch die Zahlen der Berufsschüler sind seit einigen Jahren in Österreich stark rückläufig. Auch die Steiermark ist von diesem Trend nicht ausgenommen. Waren es vor drei Jahren noch 18.800 Jugendliche, die eine steirische Berufsschule besucht haben, so ist ihre Zahl im vergangenen Schuljahr auf unter 17.400 gesunken. Ein Ende dieses Trends ist derzeit nicht in Sicht", erläutert LR Lackner ausführlich. Die Folge: Manche Berufsschulstandorte sind nicht ausreichend ausgelastet.
Zugleich steigen an den 19 Schulen an 14 Standorten sowie an den dazugehörigen Lehrlingshäusern jedoch die laufenden Kosten sowie der Instandhaltungs- und Sanierungsaufwand immens. "Für die dringlichsten Investitionen muss das Land nach derzeitigem Stand in absehbarer Zeit rund 54 Millionen Euro aufbringen. Aus all diesen Fakten folgt, dass wir eine bedarfsgerechte, zeitgemäße und effiziente Struktur bei den steirischen Berufsschulen und den dazugehörigen Lehrlingshäusern brauchen – und auch, dass künftig einzelne Berufsschulstandorte geschlossen oder zusammengelegt werden müssen, um dieses Ziel zu erreichen", so LR Lackner.
Daher wird unter dem Titel „LBS 2020“ seit Jahresbeginn an einer Strategie gearbeitet, wie die Berufsschullandschaft der Steiermark am sinnvollsten neu gestaltet werden kann.

Expertenbericht

Als Entscheidungsgrundlage liegt nunmehr ein Expertenbericht vor, in den auch umfangreiche Analysen des renommierten Beratungsunternehmens ICG eingeflossen sind, das seit vielen Jahren die Weiterentwicklung der Berufsschullandschaft in der Steiermark begleitet. In diesem Bericht werden als wesentliche Maßnahme auch mehrere Varianten von Standortschließungen angeführt. Welchem dieser Vorschläge das Land folgen wird, steht noch nicht endgültig fest. Mit dem entsprechenden Beschluss in der Landesregierung wird der Startschuss für die mehrjährige Umsetzungsphase fallen. Das laufende Schuljahr ist von den dann umzusetzenden Maßnahmen nicht betroffen.


Keine Schließung in Leibnitz

Bei den Pflichtschulen gilt das Gleiche wie bei den Berufsschulen. "Auch hier müssen wir aktuelle Entwicklungen ernst nehmen und berücksichtigen", so LR Lackner. Es laufen Gespräche mit Verantwortlichen betroffener Schulen. Es sind zukünftige Schülerentwicklungen, die Schulwege genauso wie der Gebäudezustand und weitere Umfeldfaktoren zu berücksichtigen. Entscheidungen sind jedoch noch nicht gefallen.
15 steirische Pflichtschulen hatten am 1. Oktober dieses Jahres weniger Schüler als die im Steirischen Bildungsplan festgelegte Mindestzahl. "Das bedeutet nicht, dass sie im Zuge der Schulstrukturreform geschlossen werden", betont Bildungslandesrätin Ursula Lackner. Bei dieser Entscheidung spielen aus der Sicht der Landesrätin eine Reihe weiterer Faktoren eine Rolle, die zukunftsorientierter sind. In Leibnitz ist zurzeit keine Pflichtschule von der Schließung betroffen.
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