01.07.2017, 07:18 Uhr

Raue Töne im "Haus der Musik" in Gleinstätten

Das Haus der Musik in Gleinstätten sorgt für Diskussionen. Die Marktmusikkapelle Gleinstätten fühlt sich übergangen.

Die Marktmusikkapelle Gleinstätten sieht sich außerstande, Probenlokal mit der Musikkapelle Pistorf zu teilen und fühlt sich von der Gemeinde übergangen. Bgm. Franz Koller betont die Wichtigkeit beider Vereine für die Gemeinde.

Musik verbindet – allerdings nicht, wenn vom "Haus der Musik" in Gleinstätten die Rede ist. Noch lange vor der Gemeindezusammenlegung von Gleinstätten und Pistorf wurde von der Marktmusik Gleinstätten 2008 mit der Planung eines neuen Musikheimes begonnen und für den Erstentwurf wurden die Kosten vom Verein übernommen. Im August 2014 starteten die Arbeiten für das Haus der Musik, 2015 wurde mit Pistorf fusioniert und im Juni 2016 wurde die Heimstätte ihrer Bestimmung übergeben. Zumindest nach außen hin schien bei der Eröffnung die Welt in Ordnung und Bgm. Franz Koller übergab mit Vizebürgermeister Friedrich Stiegelbauer die Schlüssel für das Haus der Musik an die Vertreter der Marktmusik Gleinstätten und Musikkapelle Pistorf.
Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Auch gut ein Jahr nach der Eröffnung gibt es Unstimmigkeiten, was die gemeinsame Nutzung der Räumlichkeiten betrifft, und kürzlich wurde beiden Kapellen seitens der Gemeinde schriftlich vom Rechtsanwalt mitgeteilt, dass der Vertrag für die Nutzung des Hauses der Musik mit 31.12.2017 gekündigt wird.

Neuer Vertrag kommt

"Nachdem es bei der Terminkoordination ein paar Mal Probleme gab, wird die Gemeinde Gleinstätten für die Nutzung des Hauses der Musik künftig die Einteilung selbst in die Hand nehmen", spricht Bgm. Franz Koller von einer reinen Formsache. "Im Großen und Ganzen ist alles in Ordnung und es läuft gut." Der Gemeindechef ist um Konsens bemüht: "Es ist selbstverständlich, dass so ein großes Haus und der Innenhof von beiden Vereinen und für andere Zwecke zur Verfügung steht, denn sonst wäre für das Haus der Musik, das über zwei Millionen Euro gekostet hat, seitens des Landes sicher nicht so viel Geld geflossen." Laut Bgm. Koller sei eine gemeinsame Nutzung schon ausdrücklich vor der Fusion mit dem damaligen Gleinstätten-Bgm. Gottfried Schober besprochen worden. "Es wurde sogar die Überlegung angestellt, ob wir das alte Musikheim in Pistorf für beide Kapellen renovieren sollen. Vielleicht ist das nicht deutlich genug kommuniziert worden, dass das Haus der Musik natürlich für beide Vereine zur Verfügung steht", so Bgm. Koller, der mehrfach betont: "Ich bin auf beide Musikkapellen im Ort sehr stolz und freue mich über ihre hervorragenden Leistungen."

Viele Ungereimtheiten

Aus einem völlig anderen Blickwinkel wird die Situation von der Marktmusikkapelle Gleinstätten rund um Kapellmeister Franz Oswald, Präsident August Hafner und Obmann Werner Strohmeier betrachtet, die sich von der Gemeinde mit Bgm. Franz Koller schlichtweg übergangen fühlen. "Wir wollen niemanden anschwärzen, sondern es geht um den Ist-Zustand und eine Lösung", betonen sie. "In ganz Österreich gibt es kein Musikheim, in dem zwei Musikvereine untergebracht sind. Das Haus wurde auch nur für einen Verein geplant und es gibt nicht die notwendigen Räumlichkeiten (Archiv etc.) dafür. Für Konzerte kann das natürlich von allen genutzt werden", zeigen sich die Gleinstättener Musiker betroffen. "Nach einer Mediation waren wir auf einem guten Weg, haben die Hand ausgestreckt und den Pistorfern eine Spielgemeinschaft angeboten, aber diese wurde letztendlich abgelehnt."
Für Zündstoff sorgen auch die kolportierten Baukosten von mehr als zwei Millionen Euro. "Das stimmt nicht, wenn man die Kosten strikt trennt. Dabei handelt es sich um Wirtshausgespräche. Wir befürchten, dass Kulturgut zerstört wird. Das Problem kann nur gelöst werden, wenn Gleinstätten in Gleinstätten bleibt und Pistorf in Pistorf", so die Gleinstättener Musiker, die als Lösung die Renovierung des Pistorfer Musikheimes unterstützen würden: "Wir haben eine beträchtliche Summe für unser neues Musikheim angespart, die noch am Sparbuch liegt, da diese von der Gemeinde nicht angenommen wurde."
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