11.10.2017, 08:11 Uhr

Sekt aus der Südsteiermark erobert Österreichische Österreichische Nationalbibliothek

Zufriedene Familie Harkamp: Ab dem Jahrgang 2018 werden die Trauben für die Weine und Sekte Bio-zertifiziert sein. (Foto: © Apresvino)

Innerhalb weniger Jahre hat sich Hannes Harkamp aus dem steirischen Sausal einen Namen gemacht, wenn es um handwerklich erzeugte, filigran-elegante Schaumweine geht.

Seine vier Sekte sind nach der traditionellen Flaschengärmethode hergestellt. Die Prestige Cuvée des Hauses heißt Harkamp Brut Reserve. Anlässlich des Tages des Österreichischen Sektes zeigen Petra und Hannes Harkamp den aktuellen Jahrgang 2013 bei der Kick-off Verkostung am Freitag, 20. Oktober in der Österreichischischen Nationalbibliothek in Wien.

Straff, fein, elegant

Das fein perlende Flaggschiff aus der Sektmanufaktur Harkamp besteht aus den Rebsorten Pinot Noir, Pinot Blanc und Chardonnay. Die Trauben für Harkamp Brut Reserve 2013 wachsen jeweils auf Muschelkalkböden in den Rieden Oberburgstall und Flamberg in St. Nikolai im Sausal, die den Weinen eine straffe Filigranität verleihen. Nach der selektiven Handlese erfolgte eine schonende Ganztraubenpressung, der Sektgrundwein wurde anschließend in kleinen und großen Holzfässern dezent gereift. Danach folgten drei Jahre Hefelagerung in der Flasche. Wie auf allen Harkamp-Sekten ist auch bei der Harkamp Brut Reserve 2013 das Degorgierungsdatum am Rückenetikett angegeben. Das Lagerpotential schätzt Hannes Harkamp auf mindestens vier Jahre ab dem Degorgierungszeitpunkt.
12,5 % Alkohol, 5,0 g/l Dosage.

Die Zeichen stehen dynamisch auf bio

Während im Keller die Grundweine für die Sekte reifen, hat das Team Harkamp draußen alle Hände voll zu tun. Denn seit 2015 arbeitet die Familie Harkamp nach biodynamischen Prinzipien. Damit befinden sich die Harkamps in bester Gesellschaft. Österreich nimmt ja weltweit in Bezug auf die biologische Arbeitsweise eine echte Vorreiter-Rolle ein. Landesweit sind 1/5 aller Betriebe Bio (in Summe 550.000 Hektar inklusive Bio-Almen). Allein im Weinbau waren 2005 in Österreich 3,16% der Rebfläche bio-zertifiziert. Zehn Jahre später waren es bereits 12,71% der Weinbaufläche. Damit ist Österreich Spitzenreiter.

In der Südsteiermark sind 11,29 % aller Flächen bereits bio-zertifiziert. Zu den vielen Flächen, die sich in Umstellung befinden, zählen nun auch die 17 Hektar von Petra und Hannes Harkamp. Nachdem Petra und Hannes einen Demeter-Kurs absolvierten, stand die Entscheidung schließlich fest. Nicht (nur) bio sollte es werden, sondern biodynamisch.

Shrophire & Schwedisches Blumenhuhn

Seit Mai tummeln sich wollige Knäuel der alten englischen Hausschafrasse in den Rieden Oberburgstall und dem 10 km entfernten Kogelberg. Sie grasen friedlich die Zeilen zwischen den Sauvignon Blanc-, Weißburgunder- und Pinot Noir-Reben ab. Dazwischen hört man Gegacker von Schwedischen Blumenhühnern, Italienern, Welsumern & Co.. Sechs Hühner und ein Hahn sind seit Frühling für die Insektentilgung zuständig. Die Tiere sind glücklich. Die Menschen auch? „Ja!“ bestätigt Hannes Harkamp. „Wir leben nun den Jahreskreislauf noch intensiver mit, die Arbeitsstunden nahmen um ein Drittel zu. Auch vorher fehlte es uns menschlich an nichts. Aber jetzt beobachten wir bewusster und sind irgendwie zufriedener.“
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