11.11.2016, 15:47 Uhr

Unsere Sicherheit einst und jetzt

In unserer Zeit herrscht allgemein der subjektive Eindruck von zunehmender Kriminalität, besonders was die Haus- und Wohnungseinbrüche betrifft. Lebten die Leute früher sicher? Keineswegs, das beweisen die Polizei-Blätter der k. k. Polizeidirektion Graz. Das Polizeiblatt des Jahres 1858 zählt 538 Seiten lang steiermärkische Kriminalfälle (einschließlich Untersteiermark) auf. Das „Grazer Volksblatt“ berichtet über Einbrüche in der Gegend von Gamlitz, Ehrenhausen und Retznei am 26. Mai 1876, also vor 140 Jahren:
„Am 26. Mai 1876 wird berichtet: Anfangs dieser Woche wurde in Gamlitz im Hause des Gollob, eines Kleidermachers, zur Nachtzeit eingebrochen und eine Menge Kleiderstoffe, fertiger Kleidungsstücke, Wäsche, Bettzeug, Geschirr und überdies noch ein bedeutender Geldbetrag gestohlen.
Das Haus liegt knapp an der Straße, die Diebe konnten nur durch Wegnahme der geschlossenen Jalousien, Ausbrechen des Fenstergitters und Eindrücken von Scheiben ins Innere gelangen.
Daran reiht sich ein zweiter Diebstahl; der in derselben Nacht und sicherlich auch von denselben Strolchen beim Nachbarn des Obigen, vulgo Leberhans vollführt und wobei auch Kleidung, Wäsche und Geld bei 30 fl. („bereits zur Steuerzahlung bestimmt“) entwendet wurden.
Trotz emsiger Nachforschungen seitens der Gendarmerie konnte keine Spur von den Gaunern entdeckt werden.
Ein versuchter, aber missglückter Versuch fand gleichfalls dieser Tage beim Stinglmann in Retznei statt. Die Diebe wurden durch eine im betreffenden Zimmer befindliche und aus dem Schlafe geweckte Person verscheucht.
Möchte doch die allenthalben herrschende Unsicherheit des Eigentums die Leute zur Vorsicht treiben, jeden Trakt eines Hauses durch eine Person bewohnen lassen.“
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Erwin Paier sen. aus Südoststeiermark | 11.11.2016 | 17:49   Melden
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Friedrich Klementschitz aus Leibnitz | 12.11.2016 | 17:06   Melden
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Erwin Paier sen. aus Südoststeiermark | 12.11.2016 | 17:25   Melden
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