12.06.2017, 12:02 Uhr

Verleihung des Retzhofer Dramapreises 2017

Peter Fasshuber, Eva-Maria-Voigtländer, Liat Fassberg, Edith Draxl. (Foto: ©J.J. Kucek)
Als Abschluss des DramatikerInnenfestival Graz fand im Bildungshaus Schloss Retzhof bei Leibnitz die Verleihung des Retzhofer Dramapreises 2017 statt: Gewonnen hat die aus Israel stammende Liat Fassberg mit dem Stück “Etwas Kommt Mir Bekannt Vor”.
Der Preis ist mit 4.000,- Euro dotiert und verbunden mit einer Uraufführung am Burgtheater in der nächsten Spielzeit.

Das Publikum hatte vor der Preisverleihung nochmals Gelegenheit, alle eingereichten Stücke kennenzulernen. Die Fahrzeuge mit den multimedialen Präsentationen, die in den letzten Tagen am Grazer Mariahilferplatz zu sehen waren, wurden dafür an den Retzhof transferiert.

Die Jury bestand aus den Autoren Jörg Albrecht und Oliver Bukowski, der Intendantin des Landestheater Niederösterreich Marie Rötzer und der leitenden Dramaturgin des Burgtheater Wien, Eva-Maria Voigtländer.

Eva-Maria Voigtländer als Sprecherin der Jury führte unter anderem aus: “Mit ihrem Theatertext Etwas Kommt Mir Bekannt Vor gelingt es Liat Fassberg, die Welt in einer Nachtbusfahrt zu verdichten. Doch wenn hier von „Welt“ die Rede ist, ist das schon falsch; denn es ist nicht nur eine Welt, es sind viele. Es ist nicht nur eine Sprache: Auf Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch und Hebräisch sprechen die Figuren in diesem Stück – Figuren, die Sitzplätzen zugeordnet sind, Sitzplätze in verschiedenen Sprachen und Sprachen in einer Welt, in der eben alle auf ihre Plätze verwiesen werden. Die einen dürfen reisen, die anderen nicht. (...)
Das ist alles sehr viel für einen Abend – ja! Und wir freuen uns darauf, zu sehen, wie dieser Text das Theater herausfordert, es an dieses seltsame 21. Jahrhundert heranführt, in dem alle – egal, ob sie an einem Ort bleiben dürfen oder nicht – eins sind: „entblößt zurückgelassen“.

Edith Draxl, die künstlerische Leiterin des DRAMA FORUM von uniT hob vor allem die Tatsache hervor, wie sich bei den Einreichungen der letzten Jahre eine Entwicklung hin zu mehrsprachigen AutorInnen ergeben hat, ein interessanter und bereichernder Aspekt. Liat Fassberg hielt ihre berührende Dankesrede auf Englisch, weil sie in diesem emotionalen Moment glaubte, auf Deutsch nicht die entsprechenden Worte zu finden.
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