27.06.2017, 11:49 Uhr

Wenn der Pöbel pöbelt

Vor den Grazer Geschworenen stand am 24. Juni 1927 der Besitzer Engelbert Noiges aus Hämmerberg, Gerichtsbezirk Voitsberg. Er hatte seine Frau wiederholt schwer misshandelt und am Karsamstag des Jahres 1927 auf sie Revolverschüsse abgefeuert, nachdem er vorher die Spitzen der Geschosse angefeilt hatte. Dadurch bekommt die Kugel die verheerende Wirkung einer Dum-Dum Munition. Frau Noiges wurde von vier Schüssen getroffen. Die Verletzungen waren einzeln zwar leicht, zusammengenommen aber schwer. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu vier Jahren schweren Kerkers. Nach Verkündung des Urteils wollte die Gattin des Angeklagten diesem die Hand reichen. Daraufhin brach das Auditorium in laute Pfuirufe aus. Nach der Verhandlung kam es noch zu skandalösen Auftritten. Die Leute warteten vor dem Tor, und, als die Gattin des Verurteilten erschien, wurde sie beschimpft und angespuckt. Sie flüchtete, wurde aber noch durch die Jakominigasse bis zur Grazbachgasse von der erregten Menge verfolgt.
Im Jahre 1911 hatte der Pöbel eine Grazerin beinahe gelyncht, weil sie einen Hosenrock trug.
Irgendwie kann ich verstehen, wenn Leute aus der Zeitgeschichte lernen wollen.
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eva krawanja aus Bruck an der Mur | 27.06.2017 | 14:34   Melden
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Friedrich Klementschitz aus Leibnitz | 27.06.2017 | 16:03   Melden
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eva krawanja aus Bruck an der Mur | 27.06.2017 | 20:28   Melden
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