05.06.2016, 17:54 Uhr

Wenn Hexen hexen

Wenn früher plötzlich ein Gewitter mit Hagel entstand, dass Weingärten anderer vernichtete, die eigenen verschonte, nannten die Leute das „Hexenwetter“. Dieses Wetter verursachen Frauenhaare, Kehricht, Steine oder Glockenspeise (verflüssigte Metall für den Guss), die in ein Wasser geworfen werden. Auslöser für Hexenverfolgungen waren oft außergewöhnliche Wetterereignisse, wie Frost im Frühjahr, Hagel usw. Man könnte sagen, 2016 sei ein Hexenjahr.

Sogenannte Wetterhexen spielten im steirischen Volksglauben eine sehr große Rolle. Wenn aus den Schöckelhöhlen kondensiertes Wasser aufstieg und Wolken bildete, so galten diese Wasserdämpfe als Wolkenhexen, die damit beschäftigt waren, Unwetter zusammenzutreiben. Noch im Jahr 1844 ist unter den abergläubischen Frauen von Graz ausgemacht, dass jedes Gewitter von den am Schöckel versammelten Hexen erregt werde, jeder Stein in eines der Wetterlöcher geworfen, notwendigerweise einen verderblichen Sturm zur Folge habe, ferner im Innern ein unerforschlicher See schlummere, der einst ausbrechen und Graz ersäufen werde. Der Schöckel spielte neben dem Stradner Kogel die wichtigste Rolle in den altsteirischen Hexenprozessen.

Wer Hexen am Schöckel sucht, sucht am falschen Platz; sie finden sich heute in den Schanigärten.
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Friedrich Klementschitz aus Leibnitz | 06.06.2016 | 18:40   Melden
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