18.01.2017, 16:24 Uhr

Diskussionsabend in Silberberg: „Was schützt der Naturpark? Was nützt der Naturpark?“

Die Naturpark-Protagonisten (v.l.) Obmann Reinhold Höflechner, Weinbauer Harald Lieleg, Bio-Weinbauer Otto Knaus, Bio-Weinbäuerin Katharina Lackner-Tinnacher, Obmann Herbert Germuth, GF Jörg Raderbauer, Landesweinbaudirektor Werner Luttenberger und Naturpark-GF Matthias Rode informierten.

Im Bildungszentrum für Obst- und Weinbau Silberberg ging es beim jüngsten Informations- und Diskussionsabend um den Nutzen des Naturparks für die Landwirtschaft und zukünftige regionale Perspektiven.

Das Bildungszentrum für Obst- und Weinbau Silberberg war am 17. Jänner 2017 Schauplatz eines anregenden Abends. Der Naturpark Südsteiermark beschäftigte sich mit der Frage „Was schützt und was nützt der Naturpark?“ Heimische Weinbauern wurde damit der Nutzen des Naturparks für die Landwirtschaft und zukünftige Perspektiven für die Region näher erläutert.
Für Naturpark-Obmann Bgm. Reinhold Höflechner gilt es, das Spannungsfeld Naturschutz und Wirtschaft in Einklang zu bringen und einen Mehrwert aus der Kulturlandschaft zu ziehen.

Kulturlandschaft im Wandel

"Die als Natur-, Lebens-, Erholungs- und Wirtschaftsraum charakterisierte Kulturlandschaft unterliegt Veränderungen", sagte GF Jörg Raderbauer vom Consultingunternehmen „freiland“. "Industrialisierung der Landwirtschaft verändert die Landschaft. Wiesen verwalden. Auf Südhängen dominieren Weingärten, auf Nordhängen Wald. Der als schöne Landschaft wahrgenommene illyrische Mischtyp ist auf dem Rückzug", mahnt Raderbauer. Bei etwa 500 ha bestehe wegen drohender Verwaldung dringender Handlungsbedarf. Landschaftspflege, die ist nicht mehr selbstverständlich wäre und für die Konsumenten bereit wären zu zahlen, verhindere die Zunahme von Waldflächen und erhalte das Landschaftsbild.

Erhalt der Kulturlandschaft

"Schützen durch Nützen macht den Naturpark aus. Für den Erhalt der Kulturlandschaft brauchen wir die Landwirtschaft als Partner mit der wir im Sinne der Biodiversität gemeinsame Projekte umsetzen und ein Netzwerk aufbauen", so Naturpark-GF Matthias Rode. Beispiel dafür sei das Projekt "Biotop Streuobstwiese" ("Opflsoft" Produktion, Abgabe von Obstbaumsetzlingen, Planung & Neuanlage von Streuobstwiesen). Natur- und Kulturlandschaftserhalt wäre mit einem Landschaftspflegeverband Südsteiermark und nachhaltiger Landwirtschaft möglich.
Landesweinbaudirektor Werner Luttenberger fürchtete, das Flächen zum Spielball von Investoren werden: "Der Naturpark muss Veränderungen im positiven Sinn schützen, damit es Weiterentwicklung gibt. Aber wir brauchen auch wirtschaftliche Lösungen, um Streuobstwiesen zu erhalten!" Weinbauer Harald Lieleg vom "Kollerhof" sah im Ausverkauf von Flächen die Gefahr einer Verwilderung, da neue Eigentümer oft nicht mähen. Das Wild brauche Wiesen, sonst komme es in den Weingarten.

Erhalten und weiterentwickeln

"Erhalt und Weiterentwicklung der vielfältigen Kulturlandschaft verlangen aktive Arbeit und Unterstützung der Bauern durch den Naturpark", so Katharina Lackner- Tinnacher, die Pflanzenschutz, Verzicht auf Herbizide sowie auf Mineral- und Künstdünger als Herausforderungen im Bioweinbau sieht.


Weinbau und Tourismus

"Der Weintourismus ist der Jobmotor, der die ländliche Abwanderung einbremst und der Bevölkerung Perspektive gibt", bemerkte Obmann Herbert Germuth (TV „Die Südsteirische Weinstraße“).

Naturpark Spezialitäten Südsteiermark

"Die 17 Mitgliedsbetriebe des Vereins Naturpark Spezialitäten Südsteiermark liefern mit ihren Produkten, auch abseits vom Wein, einen Beitrag zum Erhalt der Naturlandschaft", betonte Obmann Otto Knaus.
Die an die Impulsvorträge anschließende Diskussion moderierte Waltraud Harb.
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