Buchtipp
Die Alltagspoesie der Johanna Görgl-Stachl

Die Autorin Johanna Görgl-Stachl aus Leoben beleuchtet in ihrem Buch "Die Zeit der Rosen" auch die heimische Lokalszene.
  • Die Autorin Johanna Görgl-Stachl aus Leoben beleuchtet in ihrem Buch "Die Zeit der Rosen" auch die heimische Lokalszene.
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  • hochgeladen von Wolfgang Gaube

Die Liebe der Leobenerin Johanna Görgl-Stachl für die Literatur gipfelt in ihrem Buch "Die Zeit der Rosen".

LEOBEN. "Sie haben die aus volkssprachlichen mittelalterlichen Handschriften bekannten InterlinearHGlossen bisher vermisst oder wollen einen Mord aufgeklärt bekommen? Dann könnte das hier Ihr Buch sein. Sie wollten außerdem schon immer wissen, was sich in Van Helsings Kühlschrank befindet, wie viele Schafe zum täglichen Unterhalt Salomos gehörten oder warum ausgerechnet Diamonds a Girl's Best Friend sind? Dann ist es Ihr Buch!"

Mit diesen plakativen Sätzen lädt die Leobenerin Johanna Görgl-Stachl zur Lektüre ihres Buches ein. Der Titel: "Die Zeit der Rosen und die Kunst, ein Motorrad zu bremsen".

Schuhschachtel als Textarchiv

"Geschrieben habe ich, seit ich ein Kind war." Im Gasthaus der Eltern in Radmer, benannt nach ihrem Großvater "Zum Herrgottschnitzer", hat sie erste Texte auf Bierblöcke gekritzelt. Später auf "richtigem" Papier und in Folge, dem digitalen Zeitalter entsprechend, am Computer. Im Laufe von drei Jahrzehnten entstand eine umfangreiche Stoffsammlung, Geschichten und Zitate hat Görgl-Stachl in einer Schuhschachtel gesammelt. "Vieles davon habe ich weggeworfen, oft sogar verheizt", sagt sie.

Ehrende Motivation

Ihre Freundin Elke Kastl hat Johanna dazu motiviert, mit ihren Texten an die Öffentlichkeit zu gehen. 2013 veranstaltete die Familie Kastl in Feldkirchen ein „Wohnzimmertheater“, das auch eine Lesung aus Görgl-Stachls Werk mit dem Schauspieler Johannes Silberschneider und der Sängerin und Ex-Kernölamazone Ehrentraud Lebenbauer beinhaltete. Verwendet wurde bereits die Erstauflage von „Die Zeit der Rosen“ die bei „Books on Demand“ veröffentlicht wurde.

Das bedeutet, jedes einzelne Exemplar wird erst gedruckt, wenn es bestellt wird.
Ein solches Exemplar ist über eine gemeinsame Bekannte auch beim 2020 verstorbenen Schriftsteller Alfred Kolleritsch gelandet, der sie anlässlich einer Beerdigung darauf ansprach. „Weiterschreiben – nix mehr verheizen“ lautete sein Rat. „Das war ein bahnbrechender Impuls für mich, dranzubleiben und meine Texte weiter zu bearbeiten und neue zu verfassen“, erzählt Görgl-Stachl.

Skurrile Familiengeschichte

"Es ist ein ausuferndes Tagebuch, ein komödiantischer Fantasieritt, ein spiritueller Wegbegleiter. Wer die schöne Tätigkeit des Nursovorsichhinschmökerns lange nicht mehr ausgeübt hat: Dieses Buch it eine einzige Einladung dazu", urteilte Ute Baumhackl in der Kleinen Zeitung.

Die vermehrte Freizeit in der Coronapandemie nahm die Autorin zum Anlass, ihr Buch komplett zu überarbeiten und im heurigen Sommer neu und in zwei Teilen auf den Markt zu bringen. "Die Zeit der Rosen" ist eine skurrile Familiengeschichte mit autobiografischen Zügen. Sie handelt einmal in Wien, wo Görgl-Stachl in einer Buchhandlung am Stephansplatz gearbeitet hat.

Dann wieder im fiktiven Ort N., der geographisch ihrer Heimatgemeinde Radmer gleicht, die Geschichten dazu könnten sich aber ebenso irgendwo in Kärnten, in Leoben, Graz oder Aspern/Essling am Rand von Wien zugetragen haben. Leobnerinnen und Leobener könnten tatsächlich die eine oder andere Persönlichkeit der örtlichen Lokalszene entdecken, doch dabei ist Vorsicht geboten: Der oder die Gemeinte verbirgt sich im Fall des Falles garantiert hinter einem ganz anderen Namen.

Inspirierende Lektüre

Der eine oder andere Leser wird sich sogar wiedererkennen und sich an die Begegnungen mit Johanna Görgl-Stachl erinnern, die stets inspirierend sind. Inspirierend ist auch die Lektüre ihres Buches, das besonders in schwierigen Zeiten wie diesen eine humorvolle wie auch tiefsinnige Ebene eröffnet.

Zur Person

  • Johanna Görgl-Stachl, 1963 in Leoben geboren, schreibt seit ihrer Kindheit (zwanghaft). Sie wurde in einem obersteirischen Dorfwirtshaus in der Gemeinde Radmer sozialisiert und hat 20 Jahre mit einem Physiker gefrühstückt. Beides ist ihren beiden Büchern anzumerken und hat Spuren hinterlassen.
  • Teil 2 ihres Buches „Die Zeit der Rosen und die Kunst, ein Motorrad zu bremsen“ hat 304 Seiten und ist bei Books on Demand wie auch im Buchhandel erhältlich.
  • Songtexte und Bibelzitate bereichern das Buch und geben ihm Struktur und Tiefgang. Viele ihrer Texte sind autobiografisch.
  • 30 Jahre lang hat Görgl-Stachl Stoff für den ersten Band von "Die Zeit der Rosen" gesammelt, nach wie vor erweitert und aktualisiert sie ihre Texte.

Zum Video der Lesung mit Johannes Silberschneider geht's hier!

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