Als die Franzosen auf die Kirche schossen

Die Walpurgiskirche war Schauplatz eines Gefechts.
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Es hätte noch gut ausgehen können für Franz von Jellacic, den Befehlshaber der österreichischen Division und seinen Soldaten. Hätte er sich nicht fatalerweise selbst den Rückweg abgeschnitten. Die Rede ist vom Gefecht bei St.Michael ob Leoben im Jahre 1809. Als das Franzosenheer auf die Österreichern traf wo heute die Walpurgiskirche steht. Und diese getroffen wurde...

Die Walpurgiskirche – gotischer Schatz

Die Walpurgiskirche im Ortsteil Brunn bei St.Michael kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Sie ist eine der ältesten Kirchen der Steiermark und das urkundlich erwähnt. Um die Mitte des 12. Jahrunderts wurde sie im romanischen Stil erbaut. Tridizlav und seine Frau Zlava, zwei edle slawische Herrschaften, treten als Stifter auf. 1187 ging das Kirchlein an die Admonter über. Historische Bedeutung erlangt Walpurgis aber durch einen berühmten Sohn von St.Michael. Heinrich II. von Admont der 1275 die Abtwürde erhielt. Dem im Schatten der Walpurgiskirche geborene Abt und Landespolitiker verdank der Bau seine heutige Form. Sie gilt als das „früheste Werk gotischer Baukunst in der Steiermark.“ Um 1700 wurde sie barockisiert was man an den Seitenaltären gut erkennen kann. Die sechs Apostelbilder stammen vom Admonter Maler Anton Joseph Pöttschnickh. Eine kleine Glocke von 1587 befindet sich im Dachreiter. Im Jahre 1970 nach einer Restauration wurde die 800 Jahrfeier mit Abt Koloman Holzinger begangen. Den Landesretauratoren und dem Besitzer Dörflinger-Ursprunger ist die Restauration zu verdanken.

Was war nun mit den Franzosen?

Wir sind in der Zeit der Napoleonischen Kriege. 1809 schritt ein französisches Heer unter General Paul Grenier mit seinem VI. Korps und nachfolgend niemand geringerer als Vizekönig Eugene de Beauharnais durch die Steiermark. Von Judenburg kommend erfuhren die Franzosen von den Österreichern die sich nahe Rottenmann aufhielten. Strategisch gesehen lag St.Michael günstig um diesen den Weg abzuschneiden. Und so kam es auch. Die beiden trafen aufeinander. Ein Gefecht tobte und dabei fand eine Kanonenkugel den Weg durch das Hauptportal der schönen Walpurgiskirche. Das Loch, das jetzt mit einem Blech abgedeckt ist, kann man heute noch erkennen. Da sich dort eine Kanonenstellung befand, verirrte sich eine Kugel und traf die Kirchentür. Für die beteiligten Befehlshaber ging es aber viel mehr um die Entscheidung des Gefechts.

Geschlagen und verloren

Für Österreich endete das Aufeinandertreffen in einer Katastrophe. Nach etlichem Hin und Her wendete sich das Glück zu Gunsten der Franzosen. Unglücklicherweise schnitt sich Jellacic den Rückweg ab und so konnte er mit seinem Gefolge nur noch Richtung Leoben entfliehen. Etwa 4500 Mann seiner restlichen Division schafften noch den Weg über Peggau bis nach Graz. Am Ende gingen tausende Österreicher in Gefangenschaft, waren verwundet oder gefallen. Paul Grenier und Eugene de Beauharnais konnte danach ungehindert ihren Weg Richtung Semmering fortsetzten. Geblieben ist, ein Loch in der Tür, ein Denkmal „Gefecht 1809“ und ein Soldatenfriedhof in St.Michael. Und so erzählt ein Loch in der Tür die Geschichte von einem Kampf von 1809...

Den genauen Hergang kann man auf Wikipedia nachlesen.

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