Glaubensgespräche zum Thema Respekt
"Gewöhnungsbedürftig, aber nicht respektlos"

Die Teilnehmer der fünften Donawitzer Glaubensgespräche Thomas Gremsl, Claudia Neißl, Eva Tomaschek und Gottfried Hofmann-Wellenhof mit Initiatorin Astrid Tahedl (l.) und Moderator Harald Rechberger (re.).
5Bilder
  • Die Teilnehmer der fünften Donawitzer Glaubensgespräche Thomas Gremsl, Claudia Neißl, Eva Tomaschek und Gottfried Hofmann-Wellenhof mit Initiatorin Astrid Tahedl (l.) und Moderator Harald Rechberger (re.).
  • hochgeladen von Astrid Höbenreich-Mitteregger

Das Thema "Respekt in der heutigen Zeit" wurde bei den fünften Glaubensgesprächen in der Donawitzer Pfarrkirche unter anderem von Autor und Zeitungskolumnist Gottfried Hofmann-Wellenhof diskutiert.
LEOBEN. „Respekt hat viele Schattierungen. Er kann negativ im Sinne von 'großen Respekt vor jemanden haben', aber auch positiv sein. Wir wollen den heute diskutierten Respekt positiv und als Ausdruck der Wertschätzung verstanden wissen“, leitete Moderator Harald Rechberger die fünften Donawitzer Glaubensgespräche, initiiert von Pfarrgemeinderätin Astrid Tahedl, ein. Die Diskussionsrunde bestand diesmal aus Autor, Zeitungskolumnist und neunfachem Vater Gottfried Hofmann-Wellenhof, der Direktorin des BG/BRG Leoben Neu Eva Tomaschek, der Abteilungsinspektorin und Sicherheitskoordinatorin Polizei Stadt- und Bezirkskommando Leoben Claudia Neißl und Thomas Gremsl vom Institut für Ethik und Gesellschaftslehre der Universität Graz sowie Fußballschiedsrichter. Beleuchtet wurde der respektvolle Umgang miteinander im Hinblick auf Erziehung, Schule, Freizeit sowie Situationen, in denen die Polizei ins Spiel kommt.

Respekt wird nicht mehr "geübt"

Laut Gottfried Hofmann-Wellenhof, der sich dem Thema Erziehung widmete, nehme der Respekt junger Menschen älteren Personen gegenüber stark ab. Einen Grund ortet er darin, dass Jung und Alt nicht mehr wie früher in Großfamilien zusammenleben, dieser Respekt in der Familie also nicht mehr „geübt“ werden kann. „Es ist die Aufgabe der Eltern, ihren Kindern diesen Respekt und die Liebe vorzuleben, denn Eltern sind das Buch, in dem die Kinder täglich lesen. Das Verhalten, das Glück der Eltern, färbt auf das spätere Leben der Kinder ab“, betonte der neunfache Vater.

Vorbildwirkung in der Schule

Konstant gearbeitet wird am Thema Respekt auch an den Schulen. „Es wird immer wieder gesagt, dass heutzutage alle so respektlos sind. Dem kann ich aber nicht zustimmen. Es gibt hin und wieder ein gewisses Defizit, aber es liegt auch an uns, wie wir mit den Schülern umgehen. Die Vorbildwirkung ist von großer Wichtigkeit“, sagte Direktorin Eva Tomaschek. Vor allem das Grüßen als Zeichen von Respekt bereite so manchen Schülern Probleme. „Wenn das so ist, ist es von ihnen bisher nie eingefordert worden. An unserer Schule wird jedoch gegrüßt, darauf bin ich stolz, und ich werde sogar darauf angesprochen.“

Jugend war schon immer "anders"

Dass sich jede Jugendgeneration von der älteren unterscheidet und ihr nachgesagt werde, respektlos zu sein, ziehe sich durch die Geschichte. „Ja, auch die Jugend von heute ist anders, auch in ihrer Sprache, was stark mit den sozialen Medien zusammenhängt. Wenn Schüler sich untereinander ‚Oida‘ nennen oder mit ‚Hallo, Frau Direktor‘ grüßen, ist das zwar gewöhnungsbedürftig, aber nicht respektlos. Wir sollten die positiven Aspekte verstärken und uns bemühen, besser zu verstehen“, so Eva Tomaschek.

Anonymität fördert Respektlosigkeit

Mit mangelndem Respekt ist Thomas Gremsl als Fußballschiedsrichter immer wieder von Seiten der Zuschauer konfrontiert. „Viele meinen, sich an keine Regeln halten zu müssen.“ Anonymität und das Fehlen von persönlichem Bezug würden diese Respektlosigkeit fördern. Dazu würden auch die sozialen Medien beitragen. "Für ein respektvolleres Miteinander müssen wir uns alle selbst an der Nase nehmen und andere Perspektiven wahrnehmen. Respektieren heißt auch akzeptieren", betonte Gremsl.

"Recht hoher" Respekt der Polizei gegenüber

Dass in den letzten fünf bis sieben Jahren Respektlosigkeit der Polizei gegenüber in „größeren Dimensionen“ auftritt, bestätigte Abteilungsinspektorin Claudia Neißl. Und zwar in jeder Gesellschafts- und Altersschicht. Prinzipiell sei der Respekt Polizisten gegenüber aber doch „recht hoch“.
Initiatorin Astrid Tahedl freute sich über die gelungene Diskussionsrunde, bei der sich auch die Besucher mit interessanten Fragen, Erfahrungen und Meinungen einbrachten.


Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Aktuell

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen