KLAR! Murraum Leoben
Im Einsatz für den Bienenschutz (+Video)

Der Leobener Bio-Imker Erich Landner erklärt den Workshop-Teilnehmern wie sich Bienen in ihrem Stock verhalten.
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  • Der Leobener Bio-Imker Erich Landner erklärt den Workshop-Teilnehmern wie sich Bienen in ihrem Stock verhalten.
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Vergangene Woche fand bei Bio-Imker Erich Landner ein Workshop der Klimainitiative KLAR! Murraum Leoben zum Thema "Die Biene und ihr Lebensraum" statt. Gemeinsam mit interessierten Leobenern wurden die Auswirkungen des Klimawandels auf die Insekten diskutiert. 

LEOBEN. "Der wahre Wert der Bienen liegt in ihrer Bestäubungsleistung", erklärte Bio-Imker Erich Landner im Zuge eines Workshops, der gemeinsam mit der Klimainitiative KLAR! Murraum Leoben abgehalten wurde. Denn neben der Honigproduktion liegt die große Leistung der Bienenvölker darin, dass sie Kultur- und Wildpflanzen bestäuben und so die Ernte sichern. Schlussendlich handelt es sich jedoch um eine wechselseitige Beziehung, denn damit Bienen Blüten bestäuben können, muss auch etwas blühen. Monokulturen bieten nur für kurze Zeit Nahrung, wohingegen Streuobst- und Blumenwiesen nahezu den ganzen Sommer über blühen.

Herausforderung Klimawandel

Bienen – so wurde den Workshop-Teilnehmern schnell klar – sind faszinierende Lebewesen, ohne die unsere Welt und Umgebung deutlich anders aussehen würde. Doch der Klimawandel stellt eine steigende Gefahr dar, und "wirkt sich direkt auf den Lebensraum der Biene aus", wie Gernot Kreindl, Projektleiter und regionale Ansprechperson der Klimainitiative KLAR! Murraum Leoben, in seiner Einleitung feststellte. 

Bio-Imker Erich Landner, Projektleiter und regionale Ansprechperson der Modellregion KLAR! Murraum Leoben Gernot Kreindl, Prozess- und Projektmanagerin der Landentwicklung Steiermark Kerstin Dohr, Experte vom Imkereidachverband Biene Österreich Michael Rubinigg mit Gemeinderat Wilhelm Angerer (v.l.)
  • Bio-Imker Erich Landner, Projektleiter und regionale Ansprechperson der Modellregion KLAR! Murraum Leoben Gernot Kreindl, Prozess- und Projektmanagerin der Landentwicklung Steiermark Kerstin Dohr, Experte vom Imkereidachverband Biene Österreich Michael Rubinigg mit Gemeinderat Wilhelm Angerer (v.l.)
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Milde Winter

Einer jener Faktoren, der sich am stärksten auf die Insekten auswirkt, ist der Temperaturanstieg – besonders milde Winter. Wie Bio-Imker Erich Landner erklärte, kommen Bienen mit einem strengen Winter sehr gut zurecht. Sie halten in dieser Zeit Winterruhe und können durch langsame, aber stetige Bewegung im Inneren des Bienenstocks auch bei außen vorherrschenden Minusgraden eine Temperatur von rund 25°C aufrechterhalten. Kommt es jedoch zu Temperaturanstiegen auf bis zu 10°C, werden die Insekten frühzeitig aktiv, ohne dass es in der Natur die nötige Nahrung gibt.

Feinde aus Asien

Als weitere Herausforderung nennt Landner die Ausbreitung der Varroa-Milbe. Diese in den 80er-Jahren aus Asien eingeschleppte Milbe befällt sowohl die Bienen als auch die Brutzellen. "Da die europäische Honigbiene diesen Feind nicht kennt, ist sie auf die Hilfe des Imkers angewiesen", sagte Landner und stellte weiter fest, dass höhere Temperaturen in den Wintermonaten dazu führen, dass sich die Milben noch schneller verbreiten. Der Klimawandel stellt eine zunehmende Herausforderung für den Lebensraum der Bienen dar.

Was können wir tun?

In ihrem Schutz sieht Erich Landner einen Auftrag an jeden Einzelnen. "Jeder kann einen Rückzugsort für die kleinen Insekten schaffen", erklärte er, "und sei es nur am eigenen Fensterbankerl." Blumenwiesen, blühende Terrassen und Balkone und auch öffentliche Flächen spielen hier eine wesentliche Rolle. Am Leobener Mareckkai wurde etwa mit Hilfe des Grünraumamtes vergangenes Jahr eine öffentliche Streuobstwiese angelegt und 20 Bäume – hauptsächlich alte Obstsorten – gepflanzt. Initiativen wie diese sollen den Bienen zugute kommen und mehr Bewusstsein in der Bevölkerung schaffen. Denn ohne die Bienen, würde die Welt anders aussehen. So weit soll es aber nicht kommen.

Bienen in Bewegung: Auf diesem Rähmchen tummeln sich die fleißigen Bienen rund um ihre Königin, die mit einem kleinen Punkt markiert ist.
  • Bienen in Bewegung: Auf diesem Rähmchen tummeln sich die fleißigen Bienen rund um ihre Königin, die mit einem kleinen Punkt markiert ist.
  • Foto: WOCHE/Becker
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Informationen zur Modellregion KLAR! Murraum Leoben

  • "KLAR! Murraum Leoben" ist der offizielle Name der Klimawandelanpassungsregion entlang der obersteirischen Lebensader Mur.
  • Dazu gehören neben der Bezirkshauptstadt Leoben die vier Umlandgemeinden Niklasdorf, Proleb, St. Michael und St. Stefan ob Leoben.
  • Die Modellregion beschäftigt sich mit zentralen Herausforderungen des Klimawandels und entwickelt in enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung eine Strategie, um die Region "klimafitter" zu machen und an die Folgen der Klimaveränderung anzupassen.
  • Derzeit befindet sich das Projekt in der ersten Phase: Im Zuge von Pop-up-Büros, Workshops und Veranstaltungen werden die Bewohner eingebunden und mit ihnen gemeinsam Ideen gesammelt und Maßnahmen entwickelt.
  • Im Jänner beginnt mit der zweiten Stufe die konkrete Umsetzung der Strategie.
  • Genauere Informationen zur Modellregion gibt es hier

Zu diesem Thema gibt es auch einen Kommentar von Sarah Konrad. 

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