Ein Tag im Museum:
In Vordernberg wird Montangeschichte zum Leben erweckt

Eine Einladung, in Vordernberg und Leoben Montangeschichte zu erleben, sprechen Günther Kolb und Helga Papst aus.
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  • Eine Einladung, in Vordernberg und Leoben Montangeschichte zu erleben, sprechen Günther Kolb und Helga Papst aus.
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  • hochgeladen von Wolfgang Gaube

Das Radwerk IV in Vordernberg bietet einen Einblick in die Arbeit der Berg- und Hüttenleute.

VORDERNBERG. „Hier hat die Industrialisierung von Österreich stattgefunden“, erklärt Günther Kolb, Präsident des Vereins „Freunde des Radwerkes IV in Vordernberg“. Diese glorreiche Vergangenheit von Vordernberg der Nachwelt zu erhalten, vor allem der Jugend zu erzählen was hier passiert ist, sei eines der Hauptziele des Vereins. „Ich bin vom Fach und deswegen kann ich auch sehr gut schätzen, welche Leistungen damals vollbracht wurden. Mit sehr einfachen technischen Mitteln eine Produktion zu machen, die die größte im damaligen Habsburger Reich war. Ich habe verdammte Ehrfurcht vor der damaligen Leistung“, betont Kolb.
Erleben können Besucher die komplette geschichtliche Entwicklung der Eisenproduktion bis hin zur Neuzeit im Radwerk III und IV sowie in der Lehrfrischhütte in Vordernberg wie auch im Geschichteclub Alpine am Standort Donawitz.

Industrie und Wissenschaft

Vor kurzem wurde vom Verein zusätzlich das Raithaus in Vordernberg erworben. "Die zukünftigen Pläne für dieses historische Gebäude werden in naher Zukunft in konkrete Maßnahmen umgesetzt", bestätigt Kolb, "es könnte so etwas wie ein montanhistorisches Zentrum entstehen. Wo unsere schriftlichen Dokumente, die wir sammeln, katalogisieren und aufbereiten, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“ Immerhin habe die damals gegründete Montanuniversität zum ersten Mal eine Verbindung von Industrie und Wissenschaft geschaffen. „Es fand eine gegenseitige Befruchtung zwischen Industrie und Universität statt. Das war die Grundlage für Nachhaltigkeit, deshalb gibt es heute noch eins der weltbesten Hüttenwerke in Donawitz, weil es hier seinen Ausgang genommen hat“, sagt Kolb.

Das Leben der Arbeiter

Ein weiteres Anliegen des Vereins ist es, die damaligen Schicksale der einfachen Leute zu erzählen. Kolb dazu: „Technik ist nie ein Selbstzweck, Technik färbt immer die ganze Region. Unser Auftrag ist es auch, das Leben abseits der Radwerke zu beleuchten und aufzuarbeiten.“
Ein Beispiel für damalige Sonderregelungen gibt Helga Papst, die Öffentlichkeitsbeauftragte des Vereins: „Es hatten sowohl die Bergleute als auch die Schmelzer in den Radwerken den Sonderstatus, dass sie nicht als Soldaten eingezogen werden konnten. Und das nächste Privileg war, dass sie vergünstigt Tabak bekamen. Man hat ihnen Ehre gegeben. Sie wurden nicht mit Reichtum versorgt, aber zumindest mit einem Standesbewusstsein. Das hat viele Leute dazu gebracht, mit Stolz hier zu arbeiten.“

Montangeschichte erleben

Der Verein bietet neben den üblichen Führungen sonntags ein Kombiangebot an. Das Programm beginnt um 10 Uhr mit einer Fahrt der Erzbergbahn zum Präbichl. Begleitet von einem Guide wandern die Teilnehmer anschließend den Erzwanderweg zurück nach Vordernberg Markt. Um 14 Uhr finden Besichtigungen der Radwerke III und IV statt. Ab 16 Uhr startet der Rundgang durch Vordernberg aus Sicht einer Eisenklauberin, der Abschluss findet im Meran Haus statt.

Weitere Information zum Verein und den Führungen finden sie hier!

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