Solarenergie
St. Stefan ob Leoben: Widerstand gegen ein Fotovoltaikprojekt

Fotovoltaikprojekt in St. Stefan: Das Grundstück am östlichsten Punkt der Projektfläche am „Begleitweg“ neben der Bahntrasse.
  • Fotovoltaikprojekt in St. Stefan: Das Grundstück am östlichsten Punkt der Projektfläche am „Begleitweg“ neben der Bahntrasse.
  • Foto: Eco-Tec
  • hochgeladen von Wolfgang Gaube

Gegen ein in St. Stefan ob Leoben geplantes Projekt gibt es Kritik, allerdings auch Zustimmung.

ST. STEFAN. Die Firma "Eco-Tec" mit Sitz in Irdning – eines der größten österreichischen Unternehmen im Bereich Planung, Konzeption und Errichtung von Fotovoltaik-Anlagen – plant die Errichtung einer Fotovoltaik-Freiflächenanlage in St. Stefan in Leoben, konkret im Ortsteil Preßnitz. Mit zwei Grundstückseigentümern wurden Optionsverträge abgeschlossen. Die weitere Vorgangsweise hängt von den behördlichen Verfahren ab. "Es ist uns wichtig, Landwirtschaft, Natur und erneuerbare Energie zu kombinieren", betont Projektleiter Christian Reim. Die Grundidee hinter diesem und anderen Projekten sei es, über das Jahr gesehen den Bedarf der jeweiligen Standortgemeinde mit sauberem Strom zu decken.

Projektgegner formieren sich

Gegen das Projekt regt sich Widerstand. Es ist vor allem die Dimension, die zu Unmut bei Anrainern führt. 18 Hektar soll die Anlage im Endstadium umfassen, das ergäbe eine Lange von 850 Metern. Von Teilen der Bevölkerung wurden Bedenken hinsichtlich einer Verschlechterung der Lebensqualität, Abwertung der Grundstücke und Verlust von landwirtschaftlichem Boden geäußert. 80 Bewohner haben ihre Einwände mittels einer "anonymen" Unterschriftenliste deponiert.
Bürgermeister Ronald Schlager hat darauf mit einer Bürgerinformationsveranstaltung reagiert. In einer sehr emotional geführten Diskussion wurde vor allem die Wahl des Standortes kritisiert, weil es sich um ein siedlungsnahes, landwirtschaftlich genutztes Naturareal handle.
"Die Anlage ist rund 300 bis 350 Meter vom Siedlungsgebiet in Preßnitz entfernt geplant, als Sichtschutz kann eine mehr als zwei Meter hohe Buschreihe gepflanzt werden", betont Christian Reim von "Eco-Tec". Auf dem Areal könne auch weiterhin Landwirtschaft betrieben werden, allerdings in einer anderen Form als bisher. Zwar gäbe es für den Standort St. Stefan noch keine fixen Pläne, es sei aber denkbar, dass Futtermittel wie Klee angebaut und Bienenstöcke aufgestellt werden. Es sei sogar möglich, dass zwischen den Fotovoltaikmodulen Schafe weiden. Was die befürchtete Blendwirkung betreffe: "Ein Fotovoltaikpanel sorgt nur für geringfügige Reflexionen, die sind bei einem Blechdach oder Glasfenster wesentlich größer", sagt Reim.
Für den St. Stefaner Bürgermeister Ronald Schlager seien die Bedenken der Anrainer nachvollziehbar. Er hält die Unterschriftenaktion für sinnvoll, "weil damit dokumentiert wird, wie die Stimmung in der Bevölkerung zu diesem Projekt aussieht".

Wo bleibt die Nachhaltigkeit?

Es gibt aber nicht nur Gegner dieses Projektes, etliche Anrainer sehen die Errichtung einer Fotovoltaikanlage positiv. Es werde immer von Klimaschutz und von den Auswirkungen fossiler Energie geredet, aber wenn es um erneuerbare Energie gehe, in diesem Fall um Fotovoltaik, sei man aus Prinzip dagegen. Auf die Nachhaltigkeit werde dabei vergessen.

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