Katholische Kirche
Stadtpfarre St. Xaver Leoben: Gottesdienst unter freiem Himmel

Der Leobener Stadtpfarrer Markus Plöbst im "Corona-Look".
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  • hochgeladen von Wolfgang Gaube

Der Leobener Stadtpfarrer Markus Plöbst über die Coronakrise und die Neuordnung der Gottesdienste.

LEOBEN. „Ich war noch nie zuvor in einer derartigen Krise wie jetzt“, sagt der Leobener Stadtpfarrer Monsignore Markus Plöbst. Er habe ein Problem, wenn er mit Menschen „nur“ telefonieren dürfe. Er vermisse die persönlichen Begegnungen, etwa bei Tauf- oder Ehegesprächen wie im privaten Freundeskreis. „Es ist eine innere Berufung, wenn ich mit Leuten zusammensitze. Die Videokommunikation ersetzt mir das nicht“, sagt Plöbst.
Ab 15. Mai ist wohl auch die Zeit der Videogottesdienste vorbei, die heilige Messe darf wieder in den Kirchen gefeiert werden. Allerdings mit Vorgaben: Pro Person müssen zehn Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen, Mundschutz ist für Erwachsene und Kinder ab sieben Jahren vorgeschrieben. Das gemeinsame Singen wird auf ein Minimum reduziert, die Weihwasserbecken bleiben weiterhin leer.
Der Mindestabstand in der Kirche darf – so hat es die Bischofskonferenz fixiert – für den Zeitraum „kurz andauernder liturgischer Handlungen“ unterbrochen werden. Daher wird die Kommunion in die Hand möglich sein, wobei die Worte „Der Leib Christi“ und „Amen“ entfallen.

Neustart im Pfarrgarten

Am Sonntag, 17. Mai, will Stadtpfarrer Plöbst den Gottesdienst in Form einer Feldmesse im Pfarrgarten von St. Xaver feiern: „Unkompliziert, ohne Sitzplätze, Organist Martin Österreicher wird uns musikalisch begleiten.“
Bei Schlechtwetter wird in die Stadtpfarrkirche ausgewichen. Plöbst will bei Bedarf die Seitenkapellen und die Galerie öffnen, damit ausreichend Platz für die Gläubigen ist. Vor der Spende der Kommunion wird er sich ostentativ die Hände desinfizieren.
In der heiligen Messe komme die Glaubensfrage stark zum Ausdruck: Was glauben wir wirklich? Feiern wir eine Party mit schönen Liedern? Oder geht es um mehr? Die Kirche sei – so der Stadtpfarrer – ein wichtiger Wirtschaftsträger: Beispielweise für die Gastronomie, den Handel und die Fotografen. Dazu zähle etwa die Hochzeitstafel oder das Totenmahl wie der Kauf von Geschenken und Bekleidung anlässlich von Erstkommunion oder Firmung.

Menschen leiden unter Einsamkeit

Der engagierte Seelsorger sieht, dass das Coronavirus wesentlich tiefer die seelischen Probleme der Menschen zum Ausdruck bringe. Plöbst: „Mir geht es nicht darum, wieviele Menschen in der Kirche sitzen, sondern vielmehr um das menschliche Dasein.“ Bei vielen Telefonaten habe er festgestellt, dass den Menschen plötzlich bewusst sei, worunter sie längst gelitten haben – unter unvorstellbarer Einsamkeit.
Das betreffe nicht nur ältere Menschen, sondern auch Jugendliche, wie ihm ein Gespräch mit einem Schüler des Leobener Gymnasiums gezeigt hat: „Der Bub hat geklagt, was ihm alles genommen wurde. Das Treffen mit der Freundin und Freunden, der Schulunterricht, der Sport im Schwimmbad und der Besuch des Lieblingslokales.“

Ein wichtiger Gedankenanstoß

In schwierigen Zeiten wie diesen lässt die Leobener Stadtkirche die Menschen nicht alleine, wurde bereits zu Beginn der Coronakrise gesagt. Und auch getan: In Form von unzähligen Telefongesprächen wurde Trost und Hoffnung gespendet. Plöbst: „Wir setzen uns zusammen, um uns auseinander zu setzen. Das ist nicht allein räumlich gedacht, sondern vielmehr als Gedankenanstoß zur Auseinandersetzung mit unserem menschlichen Dasein angesichts der Coronakrise."

Haus der Kirche

Am 24. April hätte der neu gestaltete Pfarrhof Leoben-Waasen eröffnet werden sollen. Das „Haus der Kirche“ mit dem katholischen Jugendzentrum Spektrum, den Regionalkoordinationsstellen der Diözese und der Caritas, mit dem Pfarrhof und Pfarrsaal ist ohne Festakt in Betrieb gegangen. Was noch ansteht, ist die Neugestaltung des Vorplatzes, der in Waasen als „Marienplatz“ das Eingangstor zur Stadt Leoben bilden soll.

Den entsprechenden Erlass der Bischofskonferenz für Gottesdienste unter freiem Himmel finden Sie hier!

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