Trofaiach
Stimmungsbilder einer Stadt in herausfordernden Zeiten

Wann dürfen wir wieder raus? In der Zwischenzeit gilt es aus der aktuellen Situation das Beste zu machen.
  • Wann dürfen wir wieder raus? In der Zwischenzeit gilt es aus der aktuellen Situation das Beste zu machen.
  • Foto: pixabay
  • hochgeladen von Verena Riegler

Voneinander zu hören, zu lesen und zu lernen. Mit ihrem neuen Projekt will Jacqueline Juri das auch in dieser herausfordernden Zeit möglich machen.

TROFAIACH. "Ich möchte ein Stimmungsbild einiger Menschen in einer kleinen Stadt in einer Krisenzeit archivieren. Für uns, aber im Speziellen für jene Generationen, die nach uns kommen. Im besten Fall ergeben sich dadurch Denkanstöße, Inspirationen oder Ideen, hin und wieder vielleicht auch ein Gefühl von Leichtigkeit, wie man dieser herausfordernden Zeit begegnen kann", so beschreibt Jacqueline Juri, die Obfrau des Museumsvereins Trofaiach, ihr neues Projekt. Um das umzusetzen, hat Juri bei verschiedenen Personen aus der Stadt Trofaiach – vom Bürgermeister über ein Kindergartenkind und einen Musiker bis hin zur Landwirtin – telefonisch nachgefragt, wie sie aktuell ihren Alltag gestalten, was sich für sie verändert hat und was sie ihren Mitmenschen mitteilen möchten. 

Schutzausrüstung im Lebensmittelgeschäft

Während viele Menschen zur Zeit im Home Office arbeiten, geht Marlies Zechner ganz normal zur Arbeit. Die 38-Jährige ist Bereichsleiterin "Kasse" bei Merkur. Wie es ihr dabei geht? "Psychisch war der 18. März ein Tiefpunkt", erzählt Zechner. So habe sie an diesem Tag unter anderem ihre Schutzausrüstung bekommen. "Ich habe mir gedacht: Soweit hat es kommen müssen, dass ich bei der Kasse mit Schutzhelm und Handschuhen stehe", erzählt Zechner. Hinzu komme, dass man "für die Menschen ständig mitdenken, sie darauf aufmerksam machen muss, dass sie Abstand halten sollen. Manche glauben, nur weil sie Gummihandschuhe tragen, seien sie unsterblich." Ihr Appell: "Es ist eine Ausnahmesituation, die hat sich kein Mensch ausgesucht. Bitte schaltet den Hausverstand ein und haltet euch an die Bestimmungen!"

Musikunterricht per Videobotschaften

Verändert hat sich der Alltag auch für den Musiker und Musikschullehrer Gernot Strebl: "Ich versuche, meine Schüler per Video- und Audiobotschaften zu erreichen, schicke ihnen Hörbeispiele und bitte sie um die Ergebnisse ihrer Übungen." Und auch in der Nachbarschaft habe man gute Lösungen gefunden, um mit der Situation umzugehen: "Wir reden uns zusammen, damit unsere Kinder in einem Rotationsbetrieb abwechselnd draußen im Hof sein können, das funktioniert gut." Und noch etwas Gutes kann Strebl der Situation abgewinnen: "Man hat Zeit für die Familie.  Es tut extrem gut zu merken, dass man eigentlich nicht viel braucht für die eigene Zufriedenheit. Ich glaube, was man durch diese Umstände erkennen kann, ist, dass man viel weniger an materiellen Dingen braucht. Das ist vielleicht auch eine Chance für die Zeit danach, dass man sich hin und wieder bewusst zurücknimmt und dadurch an Lebensqualität gewinnt."

Sehnsucht nach Freiheit

Auch Tanja Kristl vom Café "die Chillerei" kann der Situation etwas Positives abgewinnen, auch wenn sie nach der Schließung ihres Café um ihre Existenz kämpft: "Ich verbringe jetzt extrem viel Zeit mit meiner Tochter, was ich als großes Geschenk dieser Situation sehe. Man merkt jetzt eigentlich auch, welche Personen einem wirklich abgehen, welche Dinge einem fehlen. Die Freiheiten, die so normal sind, weiß ich jetzt umso mehr zu schätzen."
Brigitta Ruhm, pensionierte Servicemitarbeiterin und Teil der "Risikogruppe", freut sich schon auf das Ende der Isolation: "Ich brauche den Kontakt, nachdem ich fast 40 Jahre im Gastgewerbe gearbeitet habe. Mir fehlen die Menschen, mit denen ich reden kann."

>>Hier geht‘s zu weiteren Stimmungsbildern und den ausführlichen Interviews << 


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