Trofaiach sagt Restmüll den Kampf an

Analyse des Restmülls: Mario Lechmann, Alfred Lackner (Leiter der Abfallwirtschaft Trofaiach) und Stefan Huber (v.l.).
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TROFAIACH. Rund 120 Kilogramm Restmüll werden in Trofaiach im Jahr pro Kopf produziert. Um das erklärte Ziel der Senkung auf 100 Kilogramm zu erreichen, ist es notwendig, die Mülltrennung zu verbessern. Die Schwierigkeit liegt dabei vor allem bei mehrgeschossigen Bauten im innerstädtischen Bereich: Während die Mülltrennung in Einfamilienhäusern bereits gut funktioniert, hinken Mehrparteienhäuser noch stark hinterher. In Trofaiach haben sich zwei junge Männer dieser Problematik angenommen.

Idee zum Projekt

Gemeinsam mit ihrem Betreuer, Professor Robert Hermann und dem Leiter der Abfallwirtschaft Trofaiach, Alfred Lackner, entstand für die beiden HTL-Schüler Mario Lechmann und Stefan Huber die Idee zu ihrer Diplomarbeit, in der sie sich intensiv mit der Analyse des Restmülls befassen. "In Zeiten des Klimawandels sind Maßnahmen des Klimaschutzes unumgänglich. Vielen Menschen ist dabei nicht bewusst, dass die richtige Müllentsorgung ein wesentlicher Faktor dafür ist, da nur so wertvolle Rohstoffe wiederverwertet werden können", erklärt Alfred Lackner die Relevanz des Projektes.

Umfang der Analyse

Für die Müllanalyse wurden vorerst drei Siedlungsgebiete ausgewählt: die Alois Schaller-, die Freiensteiner- und Teile der Sternhaussiedlung. "Bei ersten Gesprächen vor Ort wurde bereits deutlich, dass die Menschen oft gar nicht genau wissen, welcher Abfall in welchen Container gehört", sagt Mario Lechmann. "Wir wollen die Trofaiacherinnen und Trofaiacher aber keinesfalls belehren. Vielmehr geht es uns um Aufklärungsarbeit, die von beidseitigem Nutzen sein soll."

Vorgehensweise

Die Analyse des Restmülls erfolgte in drei groben Schritten: Zuerst wurden die Container in die Abfallwirtschaft Trofaiach gebracht, wo eine Gesamtverwiegung durchgeführt wurde. Anschließend wurde jeder Behälter einzeln vorgesichtet und nach dem Schulnotensystem bewertet, um einen ersten Eindruck über die Fehlwürfe zu gewinnen. Nach der Entleerung erfolgte die Sortierung in einzelne Fraktionen, die wiederum extra verwogen wurden. Dadurch konnte festgestellt werden, wie hoch der Anteil der Fehlwürfe in jedem Restmüllcontainer ist.

Erste Ergebnisse

Eine erste Auswertung hat die Problematik klar verdeutlicht: In einem Restmüllcontainer, der von den beiden Schülern im Vorfeld als durchschnittlich bewertet wurde, wurden 40% Fehlwürfe festgestellt. Das heißt, dass neben dem normalen Restmüll auch Abfälle wie Altmetall, Aluminium-, Papier- und Bioabfälle, aber auch Problemstoffe wie Haarspraydosen oder Batterien gefunden wurden. Dabei ist es besonders im Bereich der Problemstoffe wichtig, die Menschen zu sensibilisieren, da es durch eine fälschliche Entsorgung zu großen Gefahren wie zum Beispiel Bränden kommen kann.

Zukunftsaussichten

Um den Menschen die Wichtigkeit der richtigen Mülltrennung zu verdeutlichen und ihnen eine Hilfestellung zu bieten, soll nicht nur die Diplomarbeit dienen, die im Frühjahr 2018 fertiggestellt werden soll. "Nach Beendigung der Analyse wollen wir persönliche Gespräche mit den Mieterinnen und Mietern führen, um unsere Ergebnisse zu präsentieren", sagt Stefan Huber. Dabei geht es in erster Linie darum, gemeinsam Lösungen zu finden und auf die Vorteile der richtigen Mülltrennung aufmerksam zu machen. "Dazu gehören neben dem Umweltgedanken auch enorme Kostenersparnisse", ergänzt Mario Lechmann. Je nach Erfolg des Projektes, soll dieses auch sukzessive auf alle weiteren Stadtgebiete ausgeweitet werden. "Die richtige Mülltrennung ist ein Prozess, der Jahre dauert. Wir sind aber bereit, diese Zeit zu investieren", sagt Alfred Lackner.

Analyse des Restmülls: Mario Lechmann, Alfred Lackner (Leiter der Abfallwirtschaft Trofaiach) und Stefan Huber (v.l.).

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