Vermehrt gebührenpflichtige Parkzonen in Leoben

Heinz Ahrer, Gerald Röschel und Bürgermeister Kurt Wallner stellten das neue Parkraumkonzept für Leoben vor.
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LEOBEN. Der Verkehr in Leoben wächst, und somit auch der sogenannte „ruhende Verkehr“. Große Gebiete der Innenstadt sind seit längerem voll ausgelastet. „Dies erfordert nun entsprechende Maßnahmen, damit die Bewohner der Innenstadt und angrenzender Stadtteile entlastet werden“, sagte Leobens Bürgermeister Kurt Wallner bei der Vorstellung des neuen Parkraumkonzeptes, das vom Büro des Verkehrsplaners Gerald Röschel im Auftrag der Stadtgemeinde erstellt wurde. Röschel erwartet ohne Maßnahmen eine weitere Erhöhung der Parkplatznachfrage um mindestens zehn Prozent.

Grüne Zonen bis zur Gösser Straße erweitert

Deshalb sollen in der Innenstadt sowie den angrenzenden Stadtteilen Waasen und Judendorf vermehrt gebührenpflichtige grüne und blaue Zonen eingerichtet werden. Im Innenstadtbereich soll die grüne Zone bis zur Gösser Straße und dem Dirnböckweg beziehungsweise dem unteren Teil der Maßenbergstraße erweitert werden. In Waasen und Umfeld soll die grüne Zone bis zur Moserhofstraße und Fischeraugasse ausgedehnt werden. Grüne und blaue Zonen sollen auch in Judendorf eingeführt werden.

Bewirtschaftete Parkplätze werden verdoppelt

Auf diese Weise werden zu den rund 1.000 bewirtschafteten Stellplätzen noch einmal soviele – hauptsächlich in grüner Zone – dazu kommen. „Es wird dann rund 500 Kurzparkplätze und 1.500 in der grünen Zone geben“, so Heinz Ahrer, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Verkehr sowie Vorsitzender der Stadtwerke Leoben. Diese werden in den nächsten Monaten die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen wie die Verkabelung und Aufstellung der insgesamt 46 neuen Parkautomaten schaffen. „Die Baumaßnahmen werden im März beginnen und mit Anfang Juli abgeschlossen sein“, so Ahrer. „Die Höhe der Investitionen wird rund 900.000 Euro betragen“, erklärte Stadtwerke-Direktor Ronald Schindler. Mit den Neuerungen wolle man für eine positive Verkehrsentwicklung sorgen und vor allem dafür, dass für die Bewohner Parkmöglichkeiten sichergestellt sind und Pendler verstärkt vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, so Ahrer.

Einbahnregelung und neue Parkplätze in Leitendorf

Keine gebührenpflichtigen Zonen wird es im Stadtteil Leoben-Leitendorf geben. Hier werden jedoch durch Markierungen entsprechende Maßnahmen gesetzt, um die Parkplatzsituation zu regeln. Betroffen davon sind die Hans-Kloepfer-Gasse Ost, die Alois-Edlinger-Gasse Ost, die Anzengrubergrasse Ost sowie die Gubattagasse. Auf diese Weise werden 35 weitere Parkplätze geschafffen. Im Bereich der Volksschule Leitendorf wird es ab Frühjahr 2018 aus Sicherheitsgründen eine Einbahnregelung in der Fröbelgasse, der Alois-Edlinger-Gasse Ost sowie der Pichlmayergasse Ost geben.
Die Ergebnisse der Verkehrsplaner sowie die vorgeschlagenen Maßnahmen werden am 14. Dezember dem Gemeinderat zur Beschlussfassung unterbreitet.

Kritik der FPÖ und der Bürgerliste Walter Reiter

Nach der Präsentation des Parkraumkonzepts übt FP-Vizebürgermeister Daniel Geiger scharfe Kritik an den Verantwortlichen: "Man hat ein teures Konzept auf Steuerkosten erstellen lassen und herausgekommen ist dabei die einfachste, unkreativste Lösung, nämlich eine Zonenausweitung und dazu noch eine saftige Gebührenerhöhung. Dabei werden vor allem die Bewohner der Stadtteile Judendorf und Waasen zur Kasse gebeten, die zukünftig mit 74,30 Euro pro Jahr belastet werden – ohne Mehrwert und Nutzen. Ein tragfähiges und zukunftsreifes Parkraumkonzept sollte mehr beinhalten, als das bloße Abzocken von Leobener Steuerzahlern. Die Autofahrer sind ohnehin schon die Melkkühe der Nation. Wir werden daher gegen dieses fragwürdige Weihnachtsgeschenk der SPÖ Leoben stimmen.“
Auch Walter Reiter von der Bürgerliste kritisiert das geplante Konzept: "Die Preise für das Parken in Leoben werden in Zukunft um unglaubliche 40 Prozent angehoben. Wir von der Bürgerliste werden dieser Maßnahme im Leobener Gemeinderat nicht zustimmen. Um den Parkraumdruck zu verringern sollten mehr Parkräume geschaffen werden. Für die Bewohner der betroffenen Stadtteile, ist das eine unglaubliche zusätzliche finanzielle Belastung. Auch auswärtige Besucher werden durch die unglaubliche Erhöhung der Gebühren abgeschreckt, dadurch werden Nachteile für den Handel und das Gewerbe entstehen. Außerdem haben Beschäftige oft nicht die Möglichkeit auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, sie werden also gezwungen Parkgebühren zu bezahlen, um in Leoben arbeiten zu dürfen."

Erhöhte Parkgebühren

Die Parkgebühren sollen ab 1. Jänner 2018 moderat angepasst werden, da diese seit beinahe zehn Jahren nicht verändert wurden. Die neuen Tarife zählen auch dann noch österreichweit zu den niedrigsten der vergleichbaren Städte.

Für die gebührenpflichtigen (grünen) Parkplätze sollen ab Jänner folgende Tarife gelten:
Je ½ Stunde € 0,40 (bisher 0,30)
Tagespauschaltarif € 4,40 (bisher 3,30)
Monatspauschaltarif € 33,00 (bisher 25,00)
Jahrespauschaltarif € 310.- (€ 240.-)

In den gebührenpflichtigen (blauen) Kurzparkzonen sind folgende neue Tarife geplant:
Bis 2 Stunden € 1,40 (bisher € 1.-)
Bis 2,5 Stunden € 2,00 (bisher € 1,50)
Bis 3 Stunden € 2,60 (bisher € 2.-)

Die Berechtigungskarte für Bewohner in den Zonen A, B, C wird pro Jahr € 74,30 kosten.

Heinz Ahrer, Gerald Röschel und Bürgermeister Kurt Wallner stellten das neue Parkraumkonzept für Leoben vor.

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