Niklasdorf: Der neue Gemeindekassier im Interview
Alessandro Kopeter (FPÖ): "Einfach wird es sicher nicht!"

Macht den Niklasdorfer Gemeindevorstand "zweifärbig": Gemeindekassier Alessandro Kopeter von der FPÖ.
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NIKLADORF. Der bei den Gemeinderatswahlen angestrebte Bürgermeistersessel ist es für die Niklasdorfer FPÖ zwar nicht geworden, aber mit einem Plus von sieben Prozentpunkten stellen die Freiheitlichen erstmalig den Gemeindekassier in der Marktgemeinde. Alessandro Kopeter von der FPÖ stellt sich mit nur 21 Jahren dieser Aufgabe und einem ersten Interview mit der WOCHE.

Verraten Sie bitte etwas über sich. Und warum engagieren Sie sich politisch?
ALLESSANDRO KOPETER:
Ich bin 21 Jahre alt und habe nach der Pflichtschule die HTL-Matura absolviert. Ich führe als selbstständiger Unternehmer eine Werbe- und Medienagentur und studiere seit zwei Semestern Jus. In meiner Freizeit betreibe ich gerne Kampfsport und spiele Klavier. Mein politisches Interesse kommt daher, dass ich gerne selbst anpacke, gerne selbst gestalte, mich in Diskussionen einbringe und nach Lösungen suche. Ich bin von Natur aus sehr initiativ.

Vom Jugendspitzenkandidat zum Gemeindekassier – ein eher unüblicher Aufstieg. Betrachten Sie sich als Listendritter auch als dritte Wahl?
Nein, natürlich nicht. Unser Spitzenkandidat Marco Triller hat gemeint, dass Renate Cergun (Anm. als Zweite auf der FPÖ-Liste gereiht) oder eben ich dieses Mandat annehmen sollten. Wir haben darüber ausführlich diskutiert und sind zu dem Entschluss gekommen, dass ich aufgrund meines Alters dieses Mandat bekommen soll. So kann ich auf kommunaler Ebene politische Erfahrung sammeln und ich will diese später vielleicht im Landtag oder sogar auf Bundesebene nützen.

Der Wahlkampf in Niklasdorf war nicht gerade "harmonisch". Vorwürfe wie "Freunderlwirtschaft", fehlende Corona-Unterstützung, veraltete Strukturen sowie mangelnde Transparenz wurden gegen die SPÖ ins Treffen geführt. War das Teil der Kampagne oder wirklich ernst gemeint?
Transparenz im Gemeindevorstand haben wir bereits vor der Wahl gefordert. Und zwar aus dem Grund, dass der Vorstand ja doch einen nicht unbeträchtlichen Teil, beispielsweise an Förderungen und Unterstützungen, ohne Gemeinderatsbeschluss vergeben kann. Hier wird sich mit mir als Kassier sicher etwas ändern. Solche Beschlüsse werden – sofern mit der Amtsverschwiegenheit verträglich – öffentlich gemacht werden. Bei der Corona-Unterstützung wurde unser Vorschlag schlichtweg falsch interpretiert. Die vom Bürgermeister geposteten 1,2 Millionen haben wir nie gefordert, sondern eine Unterstützung nach einem Maßnahmenkatalog. Dass die angesprochenen Themen im Wahlkampf immer etwas aufgeblasen werden, liegt in der Natur der Sache.

Hat die FPÖ nun den angestrebten Bürgermeister verloren oder den Gemeindekassier gewonnen?
Auf jeden Fall haben wir den Gemeindekassier gewonnen. Für uns ist es ein historisches Ergebnis, da wir in Niklasdorf noch nie im Gemeindevorstand waren. Der Bürgermeistersessel ist aber nach wie vor ein Ziel, das wir – langfristig gesehen – erreichen wollen.

Ohne Erfahrung als Gemeinderat gleich als Gemeindekassier im Vorstand. Was ist das für ein Gefühl, für knapp acht Millionen Euro (ordentlicher und außerordentlicher Haushalt) verantwortlich zu sein?

Einfach wird es sicher nicht, aber ich war in die Vorbereitungen für die Gemeinderatssitzungen involviert und war bei vielen Sitzungen anwesend. Darüber hinaus habe ich politische Erfahrungen im Landtagsklub und bei einem Praktikum im damaligen Ministerbüro von Mario Kunasek machen können. Ich werde natürlich sehr viel Zeit aufwenden müssen, aber da bin ich aufgrund meiner Selbstständigkeit sehr flexibel. Mein Studium lässt sich zu sehr vielen Teilen von zu Hause aus bewältigen und darum bin ich zuversichtlich, die notwendige Zeit aufbringen zu können. Das Vorstandsmandat wäre für jeden von uns Neuland gewesen, auch für unseren Spitzenkandidaten.

Die Gemeindefinanzen in Zeiten der Corona-Krise: Wo kann und wo muss gespart werden?

Aus Angst zu sehr zu sparen, ist sicher der falsche Weg. Prestigeprojekte haben natürlich keinen Platz. So ist für mich der Neubau des Turnsaales nicht so wichtig wie für die SPÖ, Vorrang hätte eine Renovierung der Volksschule. Die Sanierung der Depotstraße hat auch absolute Priorität.
Diesbezüglich, das gebe ich zu, fehlt mir noch ein wenig der notwendige Einblick. Hier würde ich ganz gerne die 100-tägige "Schonfrist" in Anspruch nehmen und mir erst einen echten Überblick verschaffen. Die Themen Kinderbetreuung und betreutes Wohnen werden sicher nicht zu kurz kommen.

Kann die FPÖ mit einem Vorstandsmandat und vier Stimmen im Gemeinderat wirklich Akzente setzen?

Mit dem erreichten Vorstandsmandat wollen wir natürlich von der klassischen Oppositionspartei zum Mitgestalten wechseln. Wir setzen hier auf konstruktive Zusammenarbeit. Ich weiß aber auch, dass wir in den meisten Dingen nach wie vor von der Mehrheitspartei abhängig sind. Unser Ziel ist es daher, ein Mehr an Bürgerbeteiligung umzusetzen und die Bevölkerung wieder für den unmittelbaren Lebensbereich zu sensibilisieren und das Interesse an der Politik zu erhöhen.

Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Diese Frage ist immer ein wenig schwierig zu beantworten. Aber ich würde mich durchaus als fleißig, in gewissem Maß als kämpferisch, vorausschauend, ruhig und konstruktiv beschreiben. Leider neige ich aber auch dazu, übermotiviert und einzelkämpferisch zu sein.

Macht den Niklasdorfer Gemeindevorstand "zweifärbig": Gemeindekassier Alessandro Kopeter von der FPÖ.
Macht den Niklasdorfer Gemeindevorstand "zweifärbig": Gemeindekassier Alessandro Kopeter von der FPÖ.

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