Gemeinderatswahl 2020
Junge Ideen für die Zukunft

Bei der Gemeinderatswahl am 22. März zählt jede Stimme – dann entscheidet sich die Zukunft der Gemeinden.
8Bilder
  • Bei der Gemeinderatswahl am 22. März zählt jede Stimme – dann entscheidet sich die Zukunft der Gemeinden.
  • Foto: MEV
  • hochgeladen von Verena Riegler

Politik von morgen: Die jungen Kandidaten der sieben Leobener Listen teilen ihre Gedanken.

LEOBEN. Der Wahlkampf zur Gemeinderatswahl 2020 bestimmt aktuell den Bezirk Leoben. In den vergangenen Wochen haben die jeweiligen Parteien und vor allem auch ihre Spitzenkandidaten bereits ordentlich Stimmung gemacht und bei diversen Medienterminen, Veranstaltungen oder auch Hausbesuchen um Stimmen geworben und versucht, potenzielle Wähler zu mobilisieren.
Insgesamt 50.383 Personen sind im gesamten Bezirk Leoben für die bevorstehende Gemeinderatswahl wahlberechtigt, auch viele Erstwähler werden den Gang zur Wahlurne antreten. Schließlich wurde nicht zuletzt im Zuge dieses Gemeinderatswahlkampfes das große Engagement der Jugend sichtbar. Während ihr vor wenigen Jahren nicht selten Politikverdruss und Desinteresse vorgeworfen wurde, so zeigt sich aktuell mehr als deutlich, dass es den jungen Menschen wichtig ist mitzuentscheiden, wie es in den kommenden Jahren weitergeht und wie ihre Zukunft aussieht.

Was wollen die Jungen

Die WOCHE Leoben hat das zum Anlass genommen, um auch einmal den jungen Kandidaten eine Stimme zu geben. Wir haben jeweils einen Kandidaten der Leobener Parteien um Antworten gebeten. Zur Diskussion standen dabei folgende drei Fragen:
1.) Beweggründe, um politisch tätig zu sein: Warum bin ich in der Politik?
2.) Junge Gedanken für Leoben: Was wollen Sie mit Ihrer Partei in Leoben für die Jugend umsetzen?
3.) Wenn ich Bürgermeister von Leoben wäre, …

Im Gespräch

• Oliver Kleinferchner, 28 Jahre, Student an der Montanuniversität Leoben, 8. der ÖVP Leoben
• Daniel Nistelberger, 28 Jahre, gelernter Stahlbautechniker, derzeit Student an der Montanuniversität, 18. der SPÖ Leoben
• Florian Wernbacher, 28 Jahre, Angestellter, 3. der FPÖ Leoben,
• Mario Salchenegger, 33 Jahre, Techniker in einem Architekturbüro, 2. der KPÖ Leoben,
• Jakob Becvar, 26 Jahre, Student an der Montanuniversität Leoben, 3. der Grünen Leoben,
• Kay Simbürger, 25 Jahre, Stahl-Metalltechniker, 3. der Bürgerliste Walter Reiter
• Benjamin Ralph, 27 Jahre, Universitätsassistent, 4. der Neos Leoben



Oliver Kleinferchner, ÖVP Leoben
1.) Ich bin politisch aktiv geworden, da es besonders für junge Menschen mehr Anreize geben muss um in Leoben zu bleiben und sich sowohl unternehmerisch als auch persönlich zu entfalten. 
2.) Ein besonderes Anliegen ist mir die Belebung unserer schönen Mur, der Lebensader der Steirerinnen und Steirer. Es müssen die Uferpromenaden belebt werden und ein innovatives "City Beach" Projekt umgesetzt werden.
3.) Wenn ich Bürgermeister von Leoben wäre, würde  ich mich besonders für mehr Transparenz in der Stadtgemeinde einsetzen, die Höhe der Repräsentationsgelder des Bürgermeisters senken und alle Fördermittel offenlegen um Missbrauch zu unterbinden.



Daniel Nistelberger, SPÖ Leoben
1.) Mein größter Beweggrund ist das aktive Mitgestalten in der Gemeinde und auf regionaler Ebene. Ich habe die Erfahrung gemacht, das aktives Mitarbeiten mehr Wirkung hat als einfach nur über die Politik zu schimpfen.
2.) Für Leoben liegen mir folgende Punkte am Herzen: Einführung eines sogenannten LE-Jugend-Cafés in der Innenstadt, wo sich Jugendliche ungezwungen und ohne Konsumzwang mit Freunden treffen können. Erweiterung der Lauf- und Radwege sowie Workout-Möglichkeit mit Outdoor-Geräten. Erweiterung der S-Bahn Haltestellen in Lerchenfeld und Göß. Ich kenne das Problem, wenn man als junger Mensch ohne Fahrzeug in der Fortbewegung recht eingeschränkt ist. Deswegen ist neben den Fahrradwegen auch eine Erweiterung des öffentlichen Verkehrs nötig.
3.) Wenn ich Bürgermeister von Leoben wäre, würde ich ein Jugendbudget einführen, über das Jugendliche demokratisch mitbestimmen können. Denn schließlich wissen wir jungen Leobenerinnen und Leobener am besten, was der schönen Stadt Leoben noch fehlt.



Florian Wernbacher
1.) In Leoben war es bis jetzt immer so, dass die SPÖ alles beherrscht hat. Diese Politik hatte ich satt, sie sprach mich nicht an und anstatt mich zu beschweren und zu jammern, entschloss ich mich, dagegen aktiv einzutreten. Wir leben in einer so schönen und lebenswerten Stadt – da lohnt es sich dafür zu kämpfen! 
2.) Ich glaube, dass es drei essenzielle Dinge gibt, die vor allem stehen sollten: Bildung, Jobsicherheit, Wohnen. Es ist die Aufgabe der Stadt, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Beispielsweise muss man gezielt Unternehmen ansiedeln, um neue Jobs zu schaffen. Andererseits muss man versuchen, bestehende Unternehmen zu unterstützen, um vorhandene Jobs langfristig abzusichern und Lehrstellen zu schaffen. Fast genauso wichtig ist es, leistbaren Wohnraum zu schaffen. Besonders junge Berufseinsteiger leiden unter den hohen Lebenserhaltungskosten.  
3.) Eines meiner wichtigsten Anliegen ist es, eine umfassende Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Gerade in diesen Zeiten sieht man wie wichtig die Gesundheit ist. Als Bürgermeister würde ich eine FH für Gesundheitsberufe etablieren, ein Fördermodell zur Ansiedelung praktischer Ärzte erarbeiten und mit aller Kraft gegen die weitere Aushöhlung unseres LKHs kämpfen.



Mario Salchenegger
1.) Demokratie ist ein lebendiger Prozess, der umso besser funktioniert, je mehr Menschen sich aktiv daran beteiligen.
 2) Leoben scheint für junge Menschen nur wenig attraktiv zu sein. Kultur wird in unserer Stadt oft zu konservativ betrachtet und Veranstaltungen für die Jugend sind nur sehr spärlich gesät. Jugendlichen und jungen Erwachsenen muss ein Ort zur Verfügung gestellt werden, in dem der nötige Freiraum herrscht damit Judenkultur und Subkultur entstehen kann. Diese können nicht institutionell geplant werden, sind jedoch für die Attraktivität einer Stadt von äußerster Wichtigkeit.
 3) Wenn ich Bürgermeister von Leoben wäre, würde ich unermüdlich daran arbeiten meiner Heimatstadt eine aussichtsreiche Zukunft zu verschaffen und allen Leobener Bürgern bestmöglich zu dienen.



Jakob Becvar
1.) Ich bin politisch tätig geworden, weil das Thema Klima- und Umweltschutz meine Generation am stärksten betrifft und einfach noch viel zu wenig getan wird. Die Fakten sind seit Jahren bekannt, man muss nicht mehr darüber reden, sondern den herrschenden Stillstand auch in Leoben beenden. 
2.) Mir ist besonders wichtig, dass es in unserer Stadt Orte gibt an denen man sich treffen kann. Heute muss man leider fast überall etwas konsumieren. Besonders wichtig wäre hier ein Jugendzentrum im Herzen der Stadt, dafür würde sich eines der vielen leer stehenden Geschäfte in der Innenstadt anbieten, aber auch bessere Sitzgelegenheiten am Hauptplatz und in unseren Parks.
3.) Wenn ich Bürgermeister von Leoben wäre, würde ich Klimaschutz und Umweltschutz bei allen Maßnahmen und Projekten als höchste Priorität setzen, denn in Leoben steckt noch sehr viel Potenzial. 



Kay Simbürger
1.) Ich bin in die Politik gegangen, um etwas zu bewegen. Das bedeutet für mich, die Politik wieder attraktiv, jung, und dynamisch zu gestalten sowie frischen Wind und neue Ideen einzubringen. Ich habe in den letzten Jahren gesehen, dass die Wahlbeteiligung und somit das Interesse an der Politik stetig abnimmt. Dies ist eine Entwicklung, die mir zu schaffen macht. Wir haben uns doch das Recht auf eine freie Wahl über Jahrzehnte erkämpft! 
2.) Die Jugend ist sehr wichtig und dennoch verliert sie immer mehr das Vertrauen in die Politik. Ich möchte zusammen mit der Bürgerliste, der Jugend in Leoben wieder eine Stimme geben. Somit geben wir den Gedanken, Sorgen und Anregungen der Jugendlichen mehr Gewicht in der Gemeinde. Wichtig ist uns auch, dass wir Freizeitangebote für die Jugend schaffen, beispielsweise sollte das Asia Spa dauerhaft vergünstigt werden
3.) Wenn ich Bürgermeister von Leoben wäre, würde ich darauf setzen, mehr mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten. Bürgernähe wäre mir ein sehr großes Anliegen!



Benjamin Ralph
1.) Ich möchte etwas bewegen. Jahrelang habe ich mich im Freundeskreis über die politische Lage, vor allem im Bildungsbereich, beschwert. Letztes Jahr habe ich eingesehen, dass ich meine Ideen nur dann umsetzen kann, wenn ich mich dazu bekenne und mich dafür engagiere.
2.) Wir planen den Aufbau eines Digitalisierungs-Kompetenzzentrums mitten in Leoben. Dieses Zentrum soll unter anderem für Jugendliche die Möglichkeit bieten, sich mit den neuesten Technologien der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Zudem möchten wir in Kooperation mit lokalen Unternehmen, den Schulen und der Montanuniversität Ausbildungen anbieten, die unsere Jugend fit für die beruflichen Herausforderungen der Zukunft macht.
3.) Wenn ich Bürgermeister von Leoben wäre, würde ich das Thema Bildung viel stärker in den Fokus stellen. Ich würde für einen Ausbau des Kindergartenangebots eintreten und Kinder und Jugendliche frühestmöglich mit Informatik & Netzwerktechnologie vertraut machen. Ich bin der Überzeugung, dass unsere Jugend diese Kenntnisse braucht, um in der zukünftigen Berufswelt bestehen zu können.

Autor:

Verena Riegler aus Leoben

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Wirtschaft

Corona-Krise gemeinsam meistern
Hilfe vor Ort mit dem österreichweiten Netzwerk #schautaufeinander

In Ausnahmesituationen wie diesen stehen die Menschen zusammen und helfen sich gegenseitig. Die Regionalmedien unterstützen dies in allen Bundesländern und Bezirken Österreichs mit dem Netzwerk #schautaufeinander. Hier könnt Ihr Dienste suchen oder anbieten, die uns gemeinsam durch diese Krisenzeiten helfen. Du suchst jemanden, der/die notwendige Lebensmittel nach Hause liefert? Du willst dich in deiner Nachbarschaft nützlich machen, oder gibst online Nachhilfe? Dann poste doch deinen...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen