19.05.2017, 21:28 Uhr

Im alten Opel Rekord ging's in die Schweiz

Peter Pittini mit seinem "Dreimäderlhaus" Anja, Monika und Jana. Mit seiner Familie lebt der ehemalige Leobener nun schon seit vielen Jahren im Schweizer Kanton Glarus. (Foto: Pittini)

Durch Zufall kam der Leobener Peter Pittini 1990 in den Schweizer Kanton Glarus, wo er sich sofort heimisch fühlte.

27 Jahre ist es her, seit der gelernte Elektroinstallateur seine steirische Heimat verließ. „Es war Zufall, dass ich in der Schweiz gelandet bin. Begonnen hat das Thema Auswandern, als ich mit meinem Freund Alois aus St. Stefan bei AT&S in Leoben-Hinterberg in der Qualitätssicherung gearbeitet habe. Es war eine Zeit der wirtschaftlichen Unsicherheit und wir haben so unsere Gedanken spielen lassen: Ölbohrinsel oder Entwicklungshilfe in Afrika? Wir waren ungebunden und konnten in alle Richtungen schauen“, erinnert sich der heute 52-Jährige.


Bewerbung losgeschickt

In einer Tageszeitung entdeckte er schließlich ein Inserat für eine Stelle als Anlagenchef in einer Schweizer Textilfirma. „Ich weiß nicht, welcher Teufel mich damals geritten hat, als ich eine Bewerbung dafür losschickte. Ich hatte überhaupt keinen Bezug zur Schweiz.“ Nicht lange danach kam die Einladung zum Vorstellungsgespräch und im Februar 1990 machte er sich mit dem Zug auf nach Näfels im Kanton Glarus. Im März erhielt er den Anstellungsvertrag und ein Monat später wurden die Zelte in Leoben abgebrochen und es ging im alten Opel Rekord, der vollgepackt war bis obenhin, ins neue Leben im Nachbarland.

Die selbe Postleitzahl wie daheim

„Nach einem Monat im Hotel fand ich eine Wohnung im Nachbardorf Mollis, das genau die selbe Postleitzahl wie mein steirischer Geburtsort Fohnsdorf hat, nämlich 8753“, sagt Pittini schmunzelnd. „Anfangs fuhr ich für Bekanntenbesuche mehrmals pro Jahr in die Heimat, Heimweh bekam ich allerdings nie, es gefiel mir hier in Mollis von Anfang an sehr gut. Auch freizeitmäßig ist der Ort sehr gut gelegen, ein kleines Skigebiet oberhalb des Dorfes, ein großer Badesee grenzt an das Gemeindegebiet und nach Zürich fährt man mit dem Auto 45 Minuten.“ 1997 begann er in einer Firma für Spezialkartons als Qualitätsprüfer zu arbeiten, wo er - mittlerweile als Abteilungsleiter - sein 20-jähriges Berufsjubiläum feierte.

Hahn im Korb

Seit 2004 ist der ehemalige Leobener glücklich mit Monika, einer Schweizerin, verheiratet. „Unsere beiden Töchter Anja und Jana werden dieses Jahr 13 beziehungsweise elf Jahre alt. Vor acht Jahren haben wir uns hier in Mollis ein Haus gekauft“, erzählt der einstige, sehr erfolgreiche Modellflieger. Zu seiner Heimat hält Peter Pittini nach wie vor Kontakt und auch seine Kinder kennen die Orte, wo ihr Papa aufgewachsen ist und gelebt hat. „Ich habe ihnen Leoben und Fohnsdorf gezeigt und wir waren auch schon auf dem Erzberg, in Graz und anderen interessanten Plätzen in der Steiermark. Und jedes Mal, wenn wir in der Steiermark sind, muss das köstliche Kürbiskernöl mit in die Schweiz. Da ich gerne koche, mache ich öfters Kaiserschmarren oder Knödel nach steirischen Rezepten. Knödel kennt man hier nicht in der Schweiz.“ Die vergangenen Ferien verbrachte Pittini mit seinem Dreimäderlhaus immer in Österreich, meist in Tirol. Ein Besuch in Leoben steht aber sicher auch wieder einmal auf dem Programm.
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