04.06.2017, 11:32 Uhr

"Sie kam an dem Tag zu uns, als Elisha geboren wurde"

Ronya, 15, Alexandra de Cillia-Zadka, ihre Mama Ingrid Illmayer und Elisha, 18. Elisha arbeitet neben der Schule im Vancouver Alpen Klub, einem deutschen Klub. (Foto: KK)

Alexandra de Cillia-Zadka zog 1988 als 18-Jährige von Niklasdorf ins kanadische Vancouver. Elf Jahre später folgte auch ihre Mutter Ingrid Illmayer.

1986 lief die Weltausstellung Expo in Vancouver. In diesem Jahr flog Alexandra de Cillia-Zadka zum ersten Mal nach Kanada – auch um ihren dort lebenden Onkel zu besuchen. „Ich habe mich im ersten Augenblick in diese Stadt und ihre Schönheit, die Meer und Berge vereint, verliebt. Und auch in die Kanadier selbst, die sehr höflich und nett sind“, erzählt die mittlerweile 47-Jährige, die verheiratet und Mutter von zwei Töchtern ist. „Als ich damals heimgekommen bin, habe ich meinen Eltern von meinem Entschluss erzählt, dass ich Vancouver zu meiner neuen Heimat machen möchte. Jetzt, wo ich selbst Kinder habe, weiß ich, dass es besonders für meine Mutter sehr hart gewesen sein muss, ihre einzige Tochter so weit fortgehen zu sehen“, sagt de Cillia-Zadka, die in Niklasdorf die Volksschule, in Leoben die Hauptschule und danach die HBLA besuchte.


Arbeitserlaubnis im Briefkasten

1988, gerade 18 Jahre alt geworden, erhielt sie die Arbeitserlaubnis für Kanada. „Ich war nach meiner Ankuft in Vancouver zwei Jahre lang als Kindermädchen tätig und als ich eine ständige Aufenthaltserlaubnis bekam, begann ich in einer deutschen Bank namens Edelweiß Credit Union zu arbeiten, wo ich 22 Jahre lang blieb. Hier habe ich auch meinen Mann Isaac kennengelernt, dessen Eltern aus Israel ausgewandert waren“, erzählt die ehemalige Niklasdorferin weiter. Mit Isaac bekam sie zwei wunderbare Töchter, Elisha und Ronya, heute 18 beziehungsweise 15 Jahre alt.

Mama Ingrid wanderte auch aus

„Als ich mit unserer ersten Tochter schwanger war, ermöglichte ich es meiner Mama Ingrid Illmayer, auch nach Vancouver zu ziehen, um uns nahe sein zu können. Sie kam an dem Tag hier an, als Elisha zur Welt kam. Meine Mama, die damals 50 Jahre alt war, kein Englisch konnte und erst hier Kurse absolvierte, war mir sehr hilfreich dabei, österreichische Kultur, Traditionen und Mahlzeiten in unser Leben in Kanada einfließen zu lassen.“ Mit ihren Kindern sprach Alexandra anfangs nur Deutsch, da ihr Mann die Sprache aber nicht beherrschte, gewann Englisch die Oberhand. „Als sie in die Schule kamen, verloren sie leider ihr Interesse an Deutsch.“

Regelmäßiger Kontakt zur Heimat

Zu Österreich besteht nach wie vor intensiver Kontakt. „Wir besuchen regelmäßig meinen Vater, der im kärntnerischen Ossiach lebt sowie meinen Bruder samt Familie, der in St. Michael bei Leoben wohnt. Es ist mir enorm wichtig, dass meine Kinder eine starke Beziehung zu meiner Familie, meiner Herkunft und zu meinem Heimatland haben“, betont Alexandra, die mittlerweile bei einer regionalen Fluggesellschaft arbeitet. Ihre Mutter wohnt ganz in der Nähe und ist in einem deutschen Restaurant tätig. „Wir sind alle sehr stolz auf meine Mama! Sie fliegt fast jedes Jahr nach Österreich, um meinen Bruder und das Grab meiner Großeltern, die leider vor einigen Jahren verstorben sind, zu besuchen.“ Alexandra besitzt nach wie vor die österreichische Staatsbürgerschaft. „Ich bin nicht bereit, sie aufzugeben. Ich finde, je älter man wird, desto stärker spürt man wieder die Verbindung zur Heimat.
Jetzt, durch das Internet, ist es zum Glück leicht, den Kontakt mit Familie und Freunden aufrecht zu erhalten. Ich höre auch oft österreichische Radiosender, schaue österreichische TV-Shows und telefoniere regelmäßig mit meiner Familie.“


Ihr Traum

Ein Traum, den sie hegt, ist, dass sie und Isaac in der Pension jedes Jahr einige Monate hier in Österreich verbringen werden. „Österreich hat einen speziellen Platz in meinem Herzen und ich bin stolz, hier geboren zu sein“, sagt Alexandra de Cillia-Zadka.
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