02.09.2014, 00:30 Uhr

Als Jäger mit der Natur auf du und du

Jagdgipfel in Leoben: Erdmann Fraidl, Rudolf Tischhart, Franz Meran, Hans Peter Kramer, Jörg Rückert (v.l.) (Foto: tiqa/Sabrina Schrauf)

Auf Initiative von Rudolf Tischhart, Jäger und Touristiker, fand ein Jagdgipfel der besonderen Art statt.

30 Personen haben im vergangenen Jahr im Bezirk Leoben die Jagdausbildung absolviert und haben die Prüfung zur Erlangung der 1. Jagdkarte abgelegt. Ein Drittel davon waren Frauen. "Das Interesse für die Jagd hat stark zugenommen. Wir haben um rund 50 Prozent mehr Teilnehmer an der doch sehr umfassenden Ausbildung als in den Jahren zuvor", weiß Erdmann Fraidl, Hegemeister und Lehrprinz. Er und weitere Jagdexperten diskutierten im Leobener Gasthof "Zum Greif" im Rahmen eines "Jagdgipfels".

Kein Modetrend
Früher war es schick, Tennis oder Golf zu spielen. Melden sich Menschen zur Jagdprüfung an, weil es zur Zeit "in" ist oder aus Interesse an Wild und Natur? "Ein Modetrend ist die Jagd sicher nicht und auch kein Sport. Es besuchen zum großen Teil Menschen die Jagdausbildung, die ihren Horizont erweitern und Wissenswertes über die Natur erfahren wollen", sagt Franz Meran, der Präsident des Steiermärkischen Jagdschutzverbandes.

Weiterbildung
"Ein sehr großer Teil der Kursteilnehmer hat einen Bezug zur Jagd, oft durch Verwandte oder durch den eigenen, meist ländlichen Lebensraum. Den Teilnehmern geht es vielfach um die persönliche Weiterbildung auf diesem Gebiet", betont Hans Peter Kramer, Oberjäger und Lehrlingsausbilder.
Bezirksjägermeister Jörg Rückert klärt auf: "Bei der Ausbildung muss man im wesentlichen drei Einteilungen vornehmen. Die Ausbildung zum Jungjäger, die zum Berufsjäger, die drei Jahre Praxis erfordert und die Ausbildung zum Jagdschutzpersonal."

Professionalität

Rudolf Tischhart, Geschäftsführer der TIQA Werbe- & Marketinggesellschaft mbH, hat heuer die Jagdprüfung abgelegt. "Aus Liebe zur Natur", wie er sagt. Tischhart war von der professionellen Ausbildung beeindruckt: "Ich bin vom praktischen Wissen der Vortragenden begeistert. Ich sehe mich jetzt auch als Multiplikator, der seine sensible Einstellung gegenüber Natur und Umwelt weitergibt." "Der Jäger ist zum einen Botschafter des positiven Aspektes der Jagd. Zum anderen ist er ein exakter Beobachter der Natur und des Wildes. Der Jäger ist der Naturschützer im eigentlichen Sinn", sagt Franz Meran.

Ökologische Einheit
Das Berufsbild des Jägers habe sich im Laufe der Zeit enorm gewandelt. Klischees, wie man sie aus kitschigen Heimatfilmen kennt, haben im heutigen Waidwerk keinen Platz, ist Präsident Meran überzeugt: "Das Erlegen des Wildes ist eine Nebenerscheinung. Es ist wichtig, aus der Rolle der Wildstandsregulierung herauszukommen." "Im Vordergrund steht das Zusammenspiel zwischen Jäger, Förster und Almbauer", ergänzt Hegemeister Kramer. Im Sinne einer ökologischen Einheit, die Partner und nicht Universalisten oder Spezialisten benötige. Franz Meran bringt es auf den Punkt: "Nicht Wild geht vor Natur, das muss als Einheit gesehen werden."

Nachhaltigkeit
"Ein verantwortungsbewusster Jäger bringt die Nachhaltigkeit von Jagd und Naturschutz in Einklang. Ein gesunder, gut strukturierter Wildbestand schützt nachhaltig unser Ökologiesystem", betont Oberforstmeister Rückert.
WOCHE-Redakteur Wolfgang Gaube hat Auszüge des intensiven Gespräches über die Jagd zusammengefasst.

Jagdamt Leoben
8700 Leoben, Mühltalerstr. 5

Tel. 03842/46992
E-Mail: leoben@jagd-stmk.at
Der "Jagdkurs" findet jährlich statt und umfasst 240 Ausbildungsstunden. Neben Theorie steht eine praxisorientierte Ausbildung im Vordergrund.
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