05.07.2017, 10:27 Uhr

Ein Kurs als Chance für die Zukunft

"migrants care", die Ausbildungs- und Berufsvorbereitungskurse des Österreichischen Roten Kreuzes, bereiten interessierte Menschen mit nichtdeutscher Erstsprache auf den Einstieg in Pflegeberufe vor. (Foto: KK)

Das Projekt "migrants care" des Roten Kreuzes bereitet Migranten auf eine Ausbildung im Pflege- und Betreuungsbereich vor. Der erste Kurs in Leoben startet im September.

LEOBEN. Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, finden bei uns oft schwer einen Zugang zu einer geeigneten Ausbildung, vor allem im Bereich Pflege und Betreuung. Gerade in diesem Berufsfeld werden aber dringend qualifizierte Arbeitskräfte gesucht. Das Projekt „migrants care“ des Österreichischen Roten Kreuzes setzt hier an, indem durch Beratung, Information sowie Ausbildungs- und Vorbereitungskurse Menschen mit nichtdeutscher Erstsprache umfassend für eine Ausbildung vorqualifiziert werden.

Erster Kurs in Leoben

Nachdem das Projekt bereits mit großem Erfolg in Wien und Graz läuft, wird es nun auch auf die Obersteiermark ausgeweitet. „Der erste 'migrants care'-Ausbildungs- und Berufsvorbereitungskurs startet am 11. September in der Bezirksstelle Leoben des Rotes Kreuzes und dauert drei Monate, bis 5. Dezember“, berichtet Mirjam Riener, Sozialarbeiterin des Rotes Kreuzes sowie Projektkoordinatorin. Das Angebot richte sich an Migranten, die sich für Berufe im Pflege- und Betreuungsbereich interessieren beziehungsweise die in ihrer Heimat möglicherweise schon in einem dieser Berufe gearbeitet haben und diesen hier weiter ausüben möchten.

Fachspezifisches Deutsch

„Ein großer Teil des dreimonatigen Kurses ist das Vermitteln von fachspezifischem Deutsch, was besonders wichtig ist für den Einstieg in eine Ausbildung. Zudem werden die Kursteilnehmer genau informiert über die Berufsbilder, es gibt Lernmanagement und wir unterstützen bei den Bewerbungen. Im Zuge des Kurses können auch Schnupperpraktika, etwa in Pflegeheimen, absolviert werden“, erklärt Riener weiter.

Einstieg ins Berufsleben

Initiiert wurde das Projekt vor mehreren Jahren, weil der Bedarf an kompetenten Mitarbeitern im Pflegebereich sehr groß sei, wie Riener betont. „Wir merken das auch in unserer eigenen Organisation.“ Mittlerweile konnten viele der ersten Kursteilnehmer nach einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung ins Berufsleben in Österreich einsteigen, wie beispielsweise Mirza. Der 26-jährige Bosnier, der 2015 am ersten „migrants care“-Kurs in Graz teilgenommen hatte, kann schon im August als Pflegeassistent in einem öffentlichen Krankenhaus zu arbeiten beginnen. Ein Traum, der für ihn wahr wurde.

Finanzierung

Finanziert wird das Projekt „migrants care“ in der Obersteiermark aus Mitteln des Landes Steiermark. Eine der Voraussetzungen für die Kursteilnahme ist die Volljährigkeit.
Nähere Informationen sowie Terminvereinbarungen beim Österreichischen Roten Kreuz, Tel.: 050/1445 – 10160, E-Mail: migrants.care@st.roteskreuz.at.
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