30.11.2016, 09:35 Uhr

Einfach besonders – nicht besonders einfach: das KIT bildet sich fort

Susanne Baumann-Cox (Vortragende), Cornelia Forstner (Koordinationsstelle Krisenintervention), Andreas Herz (Vortragender), Hannelore Schlager (Bezirkskoordinatorin Leoben), Birgit Sandler (Stadträtin), Edwin Benko (fachlicher Leiter) (Foto: KIT Steiermark)

Die diesjährige Fortbildung des Kriseninterventionsteam (KIT) Steiermark in Leoben rückte die Themen „Resilienz“ und die „Zusammenarbeit mit DolmetscherInnen“ in den Fokus.

LEOBEN. Andreas Herz, Vizepräsident der WIKO Steiermark, schilderte in seinem Vortrag eindrücklich, welche Maßnahmen zum Aufbau von Resilienz beitragen: „Wir müssen lernen unsere ´Gedanken-Apps` zu schließen und ´geschenkte` Zeit zu nutzen." Susanne Baumann-Cox brachte den interessierten Zuhörern mit Hilfe eines Experiments den fordernden Beruf der Sprachmittlerin näher und erläuterte die Gefahren, wenn ungeschulte Personen zum Dolmetschen herangezogen werden.
Als Ehrengäste durften der fachliche Leiter Edwin Benko und die Bezirkskoordinatorin Hannelore Schlager zahlreiche Ehrengäste begrüßen.

KIT-Land Steiermark wurde nach dem Grubenunglück in Lassing 1998 gegründet. Die ehrenamtlich tätigen AkutbetreuerInnen sind Steiermark weit bis zu zweimal täglich im Einsatz. Immer dann, wenn etwas plötzlich und unerwartet passiert, wenn z.B. ein Familienmitglied durch einen Unfall oder einen Herzinfarkt verstirbt, bis hin zur psychosozialen Unterstützung nach Katastrophen.
Die Mitarbeit im Kriseninterventionsteam Land Steiermark wird vom Leitungsteam gerne als „hochschwelliges Ehrenamt“ bezeichnet. Einerseits sind klar definierte Zugangskriterien zu erfüllen, wie das 25. Lebensjahr, eine psychosoziale Berufsausbildung bzw. eine mind. fünfjährige aktive Mitarbeit in einer Einsatzorganisation. Andererseits wird zusätzlich zu der umfassenden 130-stündigen Ausbildung die verpflichtende Teilnahme an Fortbildungen, Supervisionen, Übungen, Teamabenden und teambildenden Angeboten eingefordert. Die Fähigkeiten, sein eigenes Handeln in Frage stellen zu können, zu reflektieren, sich selbst zurücknehmen zu können, empathisch auf den anderen zugehen zu können, über einen professionellen Umgang mit Nähe und Distanz zu verfügen, flexibel, kommunikativ und teamfähig zu sein uvm., zeichnen einen kompetenten, psychosozialen Akutbetreuer/eine kompetente, psychosoziale Akutbetreuerin aus. Hört man die Aussage: „Oft reicht es einfach nur da zu sein“, kann sehr schnell erahnt werden, dass es in Notsituationen, in denen Ohnmacht und Hilflosigkeit spürbar sind, nicht immer „einfach“ ist, „hilfreiche Hilfe“ anzubieten. Trotz dieser Ausnahmesituation gilt es den Menschen mit seinen Bedürfnissen wahr und ernst zu nehmen, ihn nicht zu bevormunden oder „Ratschläge“ zu erteilen, sondern ihn als Experten in seiner Lebenswelt zu betrachten. Eine unreflektierte „gut gemeinte“ Hilfeleistung ist meist kontraproduktiv und schränkt den Menschen in der Bewältigung und im Aktivieren der eigenen Ressourcen ein.

Informationen zum Ehrenamt und zur Ausbildung:
Koordinationsstelle Krisenintervention, Cornelia Forstner, Tel. 0664/85 00 211,
www.kit.steiermark.at
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