29.09.2014, 16:40 Uhr

Flüchtlingsthematik: Die Situation ist prekär wie noch nie

Die Amnesty-Gruppe Leoben unter der Leitung von Gruppensprecherin Gertraud Reisinger lud zum "Langen Tag der Flucht". (Foto: Pirouc)

Zum dritten Mal lenkte Amnesty International die Aufmerksamkeit auf die Vertriebenen und Verfolgten.

LEOBEN. Rund 51 Millionen Menschen, also fast die siebenfache Bevölkerung Österreichs, befinden sich laut United Nations Commissioner for Refugees (UNHCR) weltweit auf der Flucht. Jährlich verlieren Tausende ihr Leben, bei dem Versuch in Booten, die manchmal nicht einmal die Bezeichnung "Nussschale" verdienen, das Mittelmeer zu überqueren, um an irgendeiner Stelle der europäischen Küstenlinie anzulanden. Nicht zuletzt durch das Wüten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder die Konflikte in der Ostukraine ist die Flüchtlingssituation derzeit so prekär wie seit Jahren nicht mehr - so wurden von Jänner bis August knapp 13.000 Asylanträge in Österreich gestellt.
Um auf das Schicksal dieser oft Vertriebenen, oft Verfolgten aufmerksam zu machen, veranstaltete die Non-Profit-Organisation Amnesty International zum dritten Mal "Den langen Tag der Flucht". So hatte man dank der Amnesty-Ortsgruppe Leoben unter Leitung von Gruppensprecherin Gertraud Reisinger die Möglichkeit, sich bei einem Informationsnachmittag die neuesten Zahlen zur Flüchtlingsthematik in Europa und weltweit einzuholen und die Chance, eine Petition zu unterschreiben, mit der man eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik der EU erreicht werden soll.

Ausstellung bis Oktober
Ein Augenöffner dürfte jedoch für viele Besucher der Veranstaltungsreihe der Filmabend mit der Vorführung des sechsfach ausgezeichneten Films "Mare Chiuso - Verschlossenes Meer" von den beiden italienischen Filmemachern Stefano Liberte und Andrea Serge sein. Der Film zeigt in eindrücklichen Bildern das Schicksal einer Gruppe von Flüchtlingen, die es nach langer strapaziöser Reise geschafft hat in Europa anzulanden, dann jedoch wieder von den italienischen Behörden zurück in ihr Ausgangsland, Libyen, gebracht werden.
Noch bis zum neunten Oktober hat man indes die Möglichkeit sich im Foyer der Arbeiterkammer die Fotos "S.O.S. Europa" anzusehen. Zu sehen gibt es Bilder, die 2013 während des Human Rights Camps von Aktivisten auf der griechischen Insel.

Text und Foto: Simon Pirouc
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