17.10.2017, 12:37 Uhr

Frauenpower am Biobauernhof

Hinter dem Erfolg vieler bäuerlicher Betrieben stecken Frauen, die neben Haushalt und Kindern auch noch die Stallarbeit und die Vermarktung "schupfen". (Foto: Countrypixel_Fotolia.jpg)

Bauernhof in Frauenhand: Die WOCHE porträtiert Landwirtinnen zwischen Melkmaschine und Marketingstrategien.

Das richtige Gespür für Tiere und Pflanzen, dazu noch viel Herzblut in der Vermarktung der eigenen Produkte – das zeichnet die unzähligen steirischen Bäuerinnen aus. Von den insgesamt rund 36.000 land- und forstwirtschaftlichen Betrieben in der Steiermark, sind wiederum 36 Prozent fest in weiblicher Hand (Quelle: Landwirtschaftskammer Steiermark). Neben dem Einsatz für den eigenen Betrieb, der noch neben der Familie und dem Haushalt "geschaukelt" wird, tragen diese Landwirtinnen auch wesentlich zum sozialen Leben und Zusammenhalt in den Dörfern und Regionen bei.

Der biologische Weg

Wo eine Bäuerin vorsteht, steckt oftmals "bio" dahinter. Das bedeutet, bei diesen Betrieben wird die Steigerung der Bodenfruchtbarkeit, die Produktion gesunder gentechnikfreier Lebensmittel und generell die Ökologisierung der Landwirtschaft großgeschrieben. In der Steiermark werden 30 Prozent aller Bio-Bauernhöfe von Frauen geleitet.

Regionaler Biohof

Sandra Konrad vom Biohof Schwoagabauer ist eine dieser Landwirtinnen, die einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, dass am heimischen Bauernhof alle Produkte biologisch und gentechnikfrei hergestellt werden. Zwar betreibt Konrad den Biobauernhof im Tollinggraben bei St. Peter-Freienstein gemeinsam mit Ehemann Erhard und dessen Eltern, die Arbeit, die sie dort täglich vollbringt, ist dennoch enorm. Immerhin reicht die hauseigene Produktpalette von diversen Fleischerzeugnissen, Brot und Gebäck, über Milchprodukte und Eier bis hin zu Erdäpfeln und der großen Spezialität, dem eigenen Bio-Mozzarella – all diese regionalen Köstlichkeiten werden Ab-Hof verkauft und einmal im Monat auch am Bauernmarkt in Trofaiach.


Jeder Tag ist anders

"Zu meinen Hauptaufgaben zählen die Milchverarbeitung und die Vermarktung der Produkte, sowie das Brotbacken, der Erdäpfelanbau und die Arbeit im Stall, aber im Prinzip macht bei uns jeder alles", sagt Konrad.
Einen typischen Tagesablauf hat die Landwirtin aber nicht. Durch die vielen verschiedenen Arbeiten, die anfallen, sieht jeder Tag anders aus. "Genau das ist es, was mir am meisten Spaß bereitet. Das Leben am Bauernhof ist abwechslungsreich und kein Tag gleicht dem anderen." Hinzu kommt, dass der Bauernhof vor Kurzem einen Bewohner dazu gewonnen hat. "Wir haben einen sechs Monate alten Sohn zu Hause, da kann man den Tag sowieso nicht mehr so genau planen", erklärt Konrad und fügt hinzu "aber wir haben Glück, unser Kind ist sehr brav, sodass sich alles gut mit den Hofarbeiten vereinbaren lässt."

Kreislaufwirtschaft

Wie auf jedem Biobauernhof, hat auch am Hof von Familie Konrad die Kreislaufwirtschaft einen besonderen Stellenwert. So werden übriggebliebene Lebensmittel wie Erdäpfel und Molke nicht weggeworfen, sondern weiterverwertet. "Das bekommen dann die Tiere", erklärt Sandra Konrad. Und davon tummelt sich auf den eigenen Weiden eine bunte Vielfalt, unter anderem Kühe, Schweine, Schafe und Hühner.

Erfolgsgeheimnis

Auf die Frage hin, wie die junge Bäuerin es schafft, den anstrengenden Alltag auf dem Bauernhof und das Leben als Mutter und Ehefrau zu meistern, erklärt sie: "Das Leben am Bauernhof macht mir ganz einfach sehr viel Spaß. Ich könnte es mir anders gar nicht mehr vorstellen."
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